Neuer Rekord für LZ-Weihnachtsaktion

Die Grossherzigkeit und Solidarität in unserer Region ist einzigartig: 3,2 Millionen Franken haben unsere Leserinnen und Leser für Menschen in Not gespendet – ein Rekord. Und ein grosser Vertrauensbeweis für unsere regionale Hilfsaktion.

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Solidarität ist in der Zentralschweiz kein Fremdwort: Das Engagement für hilfsbedürftige Menschen in unserer Region ist riesig. (Bild: Neue LZ)

Solidarität ist in der Zentralschweiz kein Fremdwort: Das Engagement für hilfsbedürftige Menschen in unserer Region ist riesig. (Bild: Neue LZ)

3 224 955 Franken: Diese Zahl erfüllt Erwin Bachmann, Präsident des Stiftungsrates der LZ-Weihnachtsaktion, mit «grosser Dankbarkeit für jede Spende und mit riesiger Freude». Denn das Spendenergebnis 2011 übertrifft alle Erwartungen – es überschreitet erstmals die 3-Millionen-Marke und liegt um 579 410 Franken höher als jenes von 2010.

Bemerkenswert ist zudem: Dieser tolle Erfolg kam zu Stande, obschon Mitte Dezember die nationale Radio- und TV-Sammelaktion «Jeder Rappen zählt» (JRZ) auf dem Europaplatz in Luzern stattfand. Erwin Bachmann:«JRZ ist eine nationale Veranstaltung mit Hauptziel Auslandhilfe und zieht mit dem medialen Grossauftritt andere Spenderkreise an. Die LZ-Weihnachtsaktion arbeitet konsequent regional, hat sich etabliert und geniesst hohes Vertrauen.» Zudem arbeitet unsere Weihnachtsaktion mit geringen Verwaltungskosten: Von jedem Spenderfranken gehen rund 95 Rappen an Hilfebedürftige.

Transparenz und Vertrauen

Auch Klaus Fellmann, Präsident des Beirates, ist hoch erfreut und dankt herzlich für alle Einzel- und Firmenspenden sowie privaten Spendenaktionen. Er hat über die Weihnachtstage in einem Interview mit der deutschen Schriftstellerin Juli Zeh gelesen, der Gedanke der Solidarität und Loyalität sei heutzutage komplett verloren gegangen. Jedoch, so Fellmann: «Für die Zentralschweiz trifft das sicher nicht zu, denn unsere unzähligen Spenderinnen und Spender zeigen erfreulicherweise für unsere Region ein ganz anderes Bild.»
Klaus Fellmann sieht den Grund für den anhaltenden Erfolg der LZ-Weihnachtsaktion in ihrer Transparenz und dem «riesigen Vertrauen», das die Spendenaktion unserer Zeitung geniesse. Dieses Vertrauen basiert auch auf dem Umstand, dass die Hilfsgesuche vom Beirat gründlich geprüft und die Spendengelder zielgerichtet eingesetzt werden. «Ich finde es auch sehr wertvoll, dass die ‹Neue Luzerner Zeitung› und ihre Regionalausgaben immer wieder anhand von Beispielen zeigen, wie nötig und sinnvoll die Hilfe ist», so der Beiratspräsident.

Pech im Leben

Freude kommt auch von Seiten der Politik zum Ausdruck. Die Obwaldner Regierungsrätin Esther Gasser Pfulg sagt: «Die LZ-Weihnachtsaktion findet von Jahr zu Jahr eine grössere Unterstützung. Das freut mich sehr. Es zeigt, dass die Solidarität und die Bereitschaft zu helfen in der Zentralschweiz lebendig sind.»
Der Luzerner Stadtrat und Sozialdirektor Ruedi Meier bezeichnet den Spendenerfolg als «überwältigend». Die Aktion zeige aber auch, dass es bei uns viele Leute gibt, die mit sehr wenig Geld auskommen müssen. Meier: «Viele Menschen haben Pech im Leben und geraten so in eine schwierige Situation.» Darum sei eine umfassende Sozialpolitik wichtig, «wo sich privates und staatliches Engagement ergänzen. Dafür müssen aber auch die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen.»

Bereits 2,183 Millionen ausbezahlt

2210 Gesuche gingen bei der LZ-Weihnachtsaktion 2011 ein, das sind rund 100 mehr als im Vorjahr und bedeutet einen neuen Höchststand. Erfreulich ist: Vor Weihnachten waren bereits 1,367 Millionen Franken für rund 1250 Gesuche ausbezahlt worden. Der Beirat hat diese Woche an einer sechsstündigen Sitzung nochmals rund 600 Gesuche eingehend beraten und diskutiert und weitere 828 799 Franken zur Auszahlung freigegeben. Somit sind bisher insgesamt 2,183 Millionen Franken ausbezahlt worden. Zurzeit sind noch 325 Gesuche offen, für die vertiefte Abklärungen nötig sind.

Geld wird nicht gehortet

Mit Blick auf den grossen Spendenerfolg drängt sich die Frage auf: Erhält die LZ-Weihnachtsaktion genügend Gesuche, oder bildet sie hohe Reserven? Stiftungsratspräsident Erwin Bachmann: «Wir wollen sicher kein Geld zu Lasten von Hilfebedürftigen horten. Alle Gesuche, die unseren Richtlinien entsprechen, können auch fair und im notwendigen Ausmass berücksichtigt werden.»

Gewisse Reserve nötig

Reservebildungen seien in einem gewissen Mass – bis maximal etwa einem Jahres-Spendenergebnis entsprechend – sinnvoll und nötig und hätten ausschliesslich den Zweck, Menschen in Not zu helfen. Die Reserve sei für Zeiten mit kleinerem Spendeneingang und andererseits für allfällige Katastrophenfälle gedacht.
Der Stiftungsratspräsident findet es nach wie vor richtig, dass Gesuche grundsätzlich nur über Gemeinden und Institutionen eingereicht werden können. «Was wir jedoch aktivieren wollen, ist, dass sich wirklich Hilfebedürftige auch getrauen, sich zu melden.» Der Stiftungsrat werde mögliche Massnahmen hierfür demnächst beraten.

Dankbare Empfänger

Jene Menschen, die von der LZ-Weihnachtsaktion Hilfe bekommen, zeigen sich sehr dankbar. Auf der Dankeskarte einer Familie steht: «Bitte schreiben Sie in der Zeitung, wie froh und erleichtert wir über diesen Zustupf sind. Nun sieht die Zukunft wieder heller aus. Wir möchten allen Spendern ein grosses, herzliches Dankeschön sagen.» «Die LZ-Weihnachtsaktion arbeitet konsequent regional.»

Ruth Schneider / Neue LZ