Neues Konkordat: Luzern muss mehr zahlen

Die Hochschule Luzern wird künftig nicht mehr von Luzern und von Stiftungen getragen, sondern von allen Zentralschweizer Kantonen gemeinsam. Luzern wird als Standortkanton aber 1,4 Millionen Franken mehr zahlen müssen.

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Eingang zur Hochschule Luzern - Wirtschaft beim Bahnhof Luzern. (Bild: Eveline Beerkicher/Neue LZ)

Eingang zur Hochschule Luzern - Wirtschaft beim Bahnhof Luzern. (Bild: Eveline Beerkicher/Neue LZ)

Nicht weniger als fünf Zentralschweizer Regierungsräte marschierten am Montag in Luzern auf, um das Zustandekommen des neuen Konkordates der Fachhochschule Zentralschweiz (FHZ) bekannt zu geben. Der Nidwaldner Hugo Kayser bezeichnete als Präsident der Zentralschweizer Regierungskonferenz das neue Konkordat als «Meilenstein». Es zeige, dass auch in schwierigen Zeiten Lösungen gefunden werden könnten.

Schwierig war die Zusammenarbeit in der Bildungsregion Zentralschweiz geworden, weil Luzern aus dem Konkordat der Pädagogischen Hochschule (PHZ) ausgestiegen war. Vor allem Schwyz zeigte sich düpiert, weil es viel Geld in den PHZ-Standort Goldau investiert hatte.

Schwyz stellte Forderung

Schwyz nahm deshalb einen möglichen Austritt aus dem FHZ- Konkordat per 2015 auf die Traktandenliste. Soweit sollte es nun aber nicht mehr kommen, wie Bildungsdirektor Walter Stählin erklärte. Er stellte sich hinter das neue Konkordat, weil Luzern auf die Forderung von Schwyz einging, die wirtschaftlichen Vorteile als Standortkanton der Hochschule stärker abzugelten.

Neu wird Luzern den Standortvorteil nicht mehr mit vier sondern mit sechs Prozent des Jahresumsatzes abgelten. Dies bedeutet eine Zunahme von 1,4 Millionen Franken. Die anderen Kantone werden damit um 180'000 (OW) bis 380'000 Franken (SZ) entlastet. Bis auf das in Zug ansässige Institut für Finanzdienstleistungen befinden sich alle Einrichtungen der Hochschule im Kanton Luzern.

Der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss betonte, dass die Erhöhung auf einer sachlichen Grundlage basiere. Sie sei aber auch ein Bekenntnis Luzerns zum Konkordat und zur Zusammenarbeit in der Zentralschweiz. Kayser sagte, die sechs Prozent sei die Grösse, die heute als richtig angeschaut werde.

Komplizierte Organisation

Im heutigen Fachhochschulkonkordat wird nur die Direktion gemeinsam von den sechs Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug getragen. Die Schulen selbst waren in der Trägerschaft des Kantons Luzern (Technik & Architektur, Wirtschaft, Gestaltung & Kunst) respektive von Stiftungen (Musik, soziale Arbeit).

Dieses Konstrukt erwies sich als kompliziert. Das neue Konkordat sieht deshalb vor, die gesamte Hochschule als eine öffentlich- rechtliche Körperschaft zu führen, die von allen sechs Kantonen getragen wird.

Das neue Konkordat soll auf Anfang 2013 in Kraft treten. Es muss noch von den sechs Kantonsparlamenten genehmigt werden. Obwohl dort eine gewisse Konkordatsmüdigkeit feststellbar sei, sei er zuversichtlich, sagte Kayser. Das neue FHZ-Konkordat bringe nämlich klare Vereinfachungen und Verbesserungen.

Die Hochschule Luzern ist eine der sieben öffentlich-rechtlichen Fachhochschulen der Schweiz. Sie besteht seit 2001 und zählt 4900 Studentinnen und Studenten.

sda/bep