Neugeborenes ins Babyfenster gelegt

Ein neugeborenes Mädchen ist am Montag in das Babyfenster im Spital Einsiedeln gelegt worden. Das Baby ist gesund und kam bereits im Januar zur Welt.

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In dieses Babyfenster im Spital Einsiedeln wurde das kleine Mädchen gelegt. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)

In dieses Babyfenster im Spital Einsiedeln wurde das kleine Mädchen gelegt. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)

Das kleine Mädchen bleibt für weitere medizinische Abklärungen vorläufig im Spital. Das teilten die Vormundschaftsbehörde von Einsiedeln und das Spital am Dienstag mit. Abgegeben wurde es am Montagabend um 17 Uhr. Ein Vormund übernimmt nun die Rechte und Pflichten, die üblicherweise den Eltern eines Kindes obliegen. Dabei sollen die Privatsphäre des Mädchens und dessen Mutter gewahrt bleiben.

Die Mutter kann über die Vormundschaftsbehörde Einsiedeln oder die Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) Kontakt mit ihrem Baby aufnehmen. Die leiblichen Eltern können ihr Kind bis zum Vollzug einer Adoption zurückfordern.

Das kleine Mädchen ist das siebte Kind, das anonym ins Einsiedler Babyfenster gelegt worden ist. Bisher wurden dort zwei Knaben und vier Mädchen abgegeben. Eines dieser sechs Kinder wurde später von den leiblichen Eltern zurückgeholt. Das Babyfenster in Einsiedeln ist ein gemeinsames Projekt des Spitals Einsiedeln und der SHMK. Es besteht seit 2001 und versteht sich als Hilfsangebot für Mütter in extremen Notlagen.

Das Babyfenster in Einsiedeln ist ein gemeinsames Projekt des Spitals Einsiedeln und der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK). Die SHMK leistet Beratung und Direkthilfe an Frauen, Paare und Familien, die durch Schwangerschaft oder Geburt eines Kindes in Not geraten. Das Babyfenster wurde eingerichtet als ein Hilfsangebot für extreme Situationen. Es soll helfen, eine Kindstötung oder Kindesaussetzung zu verhindern. Wenn sich eine Mutter in einer auswegslosen Lage befindet, hat sie mit dem Babyfenster die Möglichkeit, ihr Kind anonym in sichere Hände zu übergeben.Die Mutter oder der Vater des Kindes hat das Recht, bis zum Vollzug der Adoption das Kind zurückzufordern. Dies unter der Bedingung, dass die Mutter- oder Vaterschaft zweifelsfrei festgestellt werden konnte und die Voraussetzungen für eine Aufnahme des Kindes gegeben sind. Eine Adoption ist nach einem Jahr Pflege und Erziehung durch die künftigen Eltern möglich.

sda/rem