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NIDWALDEN: Der Bürgenstock nimmt Stück für Stück Gestalt an

Im Sommer 2017 eröffnet das Resort auf dem Bürgenstock. Beim Hotel Palace gehen die Arbeiten in die Endphase. Anderswo gilt es noch, Probleme zu lösen.
Raphael Zemp
Im Sommer 2017 ist Eröffnung: Die Arbeiten am Hotel Palace auf dem Bürgenstock sind in vollem Gange. Die drei alten Säle werden restauriert – derzeit sind hier Stuckateure am Werk. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Im Sommer 2017 ist Eröffnung: Die Arbeiten am Hotel Palace auf dem Bürgenstock sind in vollem Gange. Die drei alten Säle werden restauriert – derzeit sind hier Stuckateure am Werk. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Noch hängen in der Lounge des Hotels Palace auf dem Bürgenstock Schläuche und Kabel von der Decke. Hohe Gerüste verstellen den Blick auf den Vierwaldstättersee. Im benachbarten Raum heult unerbittlich eine Fräse, auf der Terrasse wird gehämmert. Bereits in wenigen Tagen öffnet das Hotel ein erstes Mal für die Besucher ihre Türen (siehe Hinweis). Sämtliche Handwerker arbeiten jetzt unter Hochdruck.

Marmor kommt zu seinem Glanz

Die Experten für Stuckarbeiten der Firma Schüpfer und Debon AG aus Kriens liegen im Terminplan. Sie schliessen schon bald die seit 2013 andauernden Arbeiten an den vier Hotelsälen ab. In der Mitte einer der Säle ist Robert Graf, Experte für Stuckmarmor, über einen Säulensockel gebeugt. Behutsam überspachtelt er letzte Unregelmässigkeiten und greift anschliessend zum Bimsstein. Jetzt beginnt der langwierige Schleifprozess. Diese Stuckmarmorarbeiten sind das Spezialgebiet des Krienser Fachgeschäfts. «Darin sind wir die Nummer eins der Schweiz», sagt Geschäftsführer Peter Schüpfer mit stolz. Dabei handelt es sich um ein arbeitsaufwendiges, in der Renaissance entwickeltes Arbeitsverfahren: Gips und Knochenleim werden mit Farbpigmenten gemischt und dann so aufgetragen, dass dabei eine für Marmor typische Struktur entsteht. Durch sieben Schleifvorgänge mit Natursteinen erhält die bis zu 15 Millimeter dicke Schicht schliesslich ihren Glanz.

800 Angestellte gilt es zu finden

Errichtet wurde das Hotel Palace in den Jahren 1903 bis 1904. Die Verwendung von Stuckmarmor für Repräsentationsbauten sei zu dieser Zeit weit verbreitet gewesen, sagt Schüpfer. Auch wenn die Krienser Fachleute mit dieser Arbeitstechnik bestens vertraut sind, erwiesen sich die Restaurierungsarbeiten auf dem Bürgenstock als grosse Herausforderung. Um das Hotel auf den neusten technischen Stand zu bringen, wurde nämlich der gesamte Bau komplett ausgehöhlt, lediglich die Aussenwände blieben unangetastet. Weichen mussten dabei auch sämtliche Gipsstuckaturen sowie Lisenen und Säulen aus Stuckmarmor. Zu diesem Zweck entwickelte Schüpfers Geschäftspartner Werner Debon eigens eine spezielle Ausbautechnik. «Auch nach 41 Jahren Arbeit an über dreihundert Kirchen und Kapellen hat man noch nicht ausgelernt», sagt Schüpfer dazu. Mit dem Resultat ist er mehr als zu frieden. «Es ist uns gelungen, viel alte Bausubstanz zu erhalten.» Und dass man hie und da auch noch gewisse Übergänge sieht, stört den Fachmann keineswegs. Im Gegenteil: «Geschichte darf man ruhig sehen.»

War der Bürgenstock früher ein Inbegriff für Exklusivität, so wollen die Betreiber des neuen Bürgenstock Resorts den Berg nun «für alle öffnen». Aus diesem Anlass finden am 3. und 4. September die «Tage der offenen Baustelle» statt. Die Organisatoren erwarten rund 10 000 Besucher und hoffen dabei vor allem auf Leute aus der Region. Derzeit sind die Bauarbeiten an den insgesamt 30 Gebäuden des Bürgenstock Resorts Lake Lucerne noch in vollem Gang. Raphael Amrein, Medienverantwortlicher, versichert aber: «Wir sind auf Kurs.» Die geplante Eröffnung im Sommer 2017 werde man einhalten können. Das genaue Datum sei allerdings noch nicht bekannt.

Am weitesten fortgeschritten sind dabei die Bauarbeiten am Hotel Palace, wo künftig vor allem Tagungen und Kongresse abgehalten werden sollen. Mehr Arbeit gibt es noch am Waldhotel und am grössten Hotel, dem Hotel Bürgenstock. Ebenfalls noch im Bau befinden sich die zehn Luxusvillen unterhalb des Hotels Palace. Fast fertiggestellt hingegen sind die Tennishallen – der Golfplatz wurde bereits diesen Frühling eröffnet.

Das Investitionsvolumen des Bürgenstock Resorts beträgt rund 500 Millionen Franken. Betreiberin ist die Katara Hospitality Switzerland AG, die wiederum vom katarischen Staatsfonds finanziert wird. Im Resort sollen dereinst 800 Menschen Arbeit finden. Es seien schon viele Anfragen eingegangen, einige Positionen seien bereits vergeben worden, bestätigt Amrein. «Noch sind aber viele Stellen unbesetzt.» Problematisch sei nach der Annahme der «Masseneinwanderungsinitiative» insbesondere die Suche nach ausländischen Spezialisten, die in vielen Bereichen unabdingbar seien – etwa Köche für authentisch fremdländische Küche. «Wir sind mit den entsprechenden Behörden im Gespräch», sagt Amrein. Er sei zuversichtlich.

Raphael Zemp

Hinweis

Tage der offenen Baustelle im Bürgenstock Resort: Samstag, 3. September, 11 Uhr bis 17 Uhr und Sonntag, 4. September, 9 Uhr bis 16 Uhr.

Im Sommer 2017 ist Eröffnung: Die Arbeiten am Hotel Palace auf dem Bürgenstock sind in vollem Gange. Die drei alten Säle werden restauriert – derzeit sind hier Stuckateure am Werk. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Im Sommer 2017 ist Eröffnung: Die Arbeiten am Hotel Palace auf dem Bürgenstock sind in vollem Gange. Die drei alten Säle werden restauriert – derzeit sind hier Stuckateure am Werk. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

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