NIDWALDEN: «Emmetten bleiben wir treu»

Karl und Bea Walter aus Riehen verbringen seit 20 Jahren Ferien in Emmetten. Und das wollen sie auch in Zukunft tun und unbekannte Ecken entdecken.

Matthias Piazza
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Sind lieber auf dem Bike als im Liegestuhl: Karl und Bea Walter aus Riehen. (Bild Matthias Piazza)

Sind lieber auf dem Bike als im Liegestuhl: Karl und Bea Walter aus Riehen. (Bild Matthias Piazza)

«Man kann von hier aus wahnsinnig viel unternehmen», lobt Bea Walter die Ferienregion Emmetten. «Die wunderschöne Landschaft mit dem See und den Bergen hats uns angetan», ergänzt ihr Mann Karl. Seit fast zwanzig Jahren verbringen die beiden Basler ihre Ferien in Emmetten, seit über zehn Jahren in einer der Ferienwohnungen von Felix Günter und Elisabeth Hänggi, zu denen sie mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut haben. Bis zu dreimal im Jahr kommen sie nach Emmetten – sowohl im Sommer als auch im Winter. «Wenn uns die Decke auf den Kopf fällt, fragen wir oft auch spontan an, ob eine Ferienwohnung frei ist», meint Karl Walter. Das klappe eigentlich immer.

Aktivferien sind angesagt

Sich auf dem Liegestuhl sonnen, ist aber nicht ihr Ding, Aktivferien sind angesagt – und dafür sei die Region ideal. «An unserem ersten Ferientag gings auf eine Biketour auf den Panoramaweg, vor ein paar Tagen wanderten wir auf die Seebodenalp», erzählt er.

Auch Badibesuche in Beckenried und Buochs/Ennetbürgen gehören zu ihrem Nidwaldner Ferienprogramm. Als gesellige Menschen verbringen sie die erholsamen Tage oft mit Freunden, die sie von zu Hause kennen und die selbst regelmässig in Emmetten Ferien machen. So ist schon fast zur Tradition geworden, dass man den 1. August mit der Cli­que feiert. So auch dieses Jahr, als die Walters in ihrer Ferienwohnung zum Grillieren einluden.

Grosse Kontraste

«Es ist für uns ein Heimkommen, Emmetten ist für uns wie eine zweite Heimat», schwärmt Bea Walter (48), von Beruf Masseurin in einer physiotherapeutischen Praxis. Und ihr Mann ergänzt: «In eineinhalb Stunden sind wir in einer anderen Welt.» Die Unterschiede zu ihrem Wohnort Riehen BS, einer Stadt mit 20 000 Einwohnern, unmittelbar angrenzend an Basel, könnten grösser nicht sein, sind sich beide einig. Sie sprechen von einem Riesenkontrast. «Wir wohnen zwar im Grünen am schönen Rhein, nahe der deutschen Grenze, sind schnell im Schwarzwald. Doch die Landschaften sind nicht miteinander zu vergleichen. Der Vierwaldstättersee und die Berge hier sorgen für eine unvergleichliche Atmosphäre.»

Die frische Bergluft auf 760 Metern Höhe schätzen sie besonders in diesen Hitzetagen, wo es in Riehen kaum auszuhalten gewesen sei. Auf die Frage nach den Highlights der vergangenen fast zwei Jahrzehnte Emmetter Ferien meint Karl Walter: «Wir erlebten so viel, das kann man gar nicht alles aufzählen. Hier fühlen wir uns einfach daheim. Es ist immer wieder eine Freude, nach Emmetten zu kommen und mit Freunden tolle Tage zu verbringen.»

Sie erleben Emmetter als offen

Nicht nur landschaftlich seien Wohn- und Ferienort wie Tag und Nacht. «Riehen ist anonymer. In Emmetten grüsst man sich, jeder kennt fast jeden.» Eine Anekdote ist dem 50-Jährigen speziell in Erinnerung. «Als wir bei der Postautohaltestelle ratlos am Billettautomaten standen, erkundigte sich spontan eine junge Frau, ob sie helfen könne. So etwas erleben wir bei uns nicht.» Überhaupt erlebten sie die Emmetter sehr offen, sei es auf der Strasse oder beim gemeinsamen Ämmätter «1.-Aigschtä-Zmorgä», zu dem die Gemeinde jeweils Einheimische und Feriengäste einlädt.

Auf den Emmetter Geschmack kam das Riehener Paar durch Freunde, die in Emmetten Ferien machten. «Übers Tourismusbüro suchten wir selber eine Ferienwohnung. Und kehren seither immer wieder hierher zurück – auch dank dem guten Verhältnis zu den Besitzern», meint Bea Walter.

Auch künftig wollen sie ihre Ferien hier verbringen. «Es gibt in der Region noch so viel zu entdecken. Unsere Freunde zeigen uns immer wieder neue, unbekannte Ecken», meint Karl Walter, der im Werkdienst der Gemeinde Riehen arbeitet. Auch wenn sie bis dreimal jährlich in Emmetten anzutreffen sind, stehen auch andere Reisen auf dem Programm. So waren sie dieses Jahr etwa in Barcelona, und als Nächstes steht das Wattenmeer auf dem Reiseprogramm. «Aber Emmetten bleiben wir treu», hält er fest, unter Zustimmung seiner Frau.

Hinweis

In unserer Sommerserie «Stammgäste» erzählen uns Leute aus nah und fern, weshalb sie seit vielen Jahren in unserer Region Ferien machen. Bereits erschienen: Renate und Wolfgang Bappert aus Düsseldorf (11. 7.), Gerard Dierick und Maria Werner aus Holland (16. 7.), Elvira und Andrej Treutner aus Rüsselsheim (21. 7.), Brigitte Baggenstos (23. 7.), Fredy Arnold aus Rothenburg (6. 8.) Abonnenten finden die Beiträge auch unter www.www.nidwaldnerzeitung.ch/serien.