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Stanser Älper erfreuen mit buntem Umzug

Unter dem Motto «Tradition läbä und bewahrä» feierte der Stanser Älperkreis am Wahlsonntag den Alpsommer.
Edi Ettlin
Der Förderverein Sbrinz-Route zeigte das Säumerhandwerk. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)

Der Förderverein Sbrinz-Route zeigte das Säumerhandwerk. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)

«Ich freue mich, zu sehen, wie alle Freude haben», sagte der 1. Hauptmann David Bucher zwischen Älperfoto auf der Kirchentreppe und Übergabe des Käses im Pfarrhaus. Beides gehören zu den traditionelle Programmpunkten an der Stanser Älperchilbi, die jedes Jahr von einer neu gewählten Gesellschaft organisiert werden. Man werde bei den Älperwahlen schon in etwas hineingeworfen, fuhr OK-Chef Bucher weiter, aber es sei nach vielen Sitzungen und Telefonaten wunderschön zu erleben, dass alles klappe.

Den Hauptmannen und Statthaltern des OK stand der 1. Pfleger Ueli Amstad zur Seite. In seiner Funktion ist er sozusagen der Vater der aus 46 Paaren bestehenden Älpergesellschaft. Wie die meisten Älperbeamten ist er nicht Landwirt, denn es ist seit jeher Tradition, dass alle sozialen und beruflichen Schichten bei den Älpern vertreten sind. Als Regierungsrat hat er allerdings zehn Jahre lang die Landwirtschafts- und Umweltdirektion geleitet. «Da durfte ich die Land- und Forstwirtschaft eindrücklich kennen lernen», erzählt er. In dieser Zeit habe er mit vielen Leuten zu tun gehabt, die er als besonders geerdet beschreibt.

Einbahnversuch ein Thema für die Älpersprüche

Die Älpergesellschaft des letzten Jahres hat einen Wagen zum Thema Verkehrschaos gebaut.(Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)

Die Älpergesellschaft des letzten Jahres hat einen Wagen zum Thema Verkehrschaos gebaut.(Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)

Am Nachmittag wurde die Älperchilbi wiederum zur Grossveranstaltung, als nach der Dankandacht in der Kirche der Umzug startete. Neben dem «Säntä Vee» der Familie Amstutz, das von der Wiesenberger Alp Frutt nach Stans zog, erfreuten Schafe, Alpakas, Lamas, Pferde und Berner Sennenhunde das Publikum. Aber auch üppige Wagen zu Handwerk wie dem Mosten, der Waldarbeit und dem «Hagä» (also Zäune bauen) konnte man bewundern. Die Stanserhornbahn thematisierte ihre Panne vom Juli, als die Gäste mit Helikoptern vom Berg geflogen wurden, gleich selber.

Auffallend viele Themen aus dem verkehrstechnischen Bereich boten dann auch in den Älpersprüchen Angriffsflächen für Sticheleien. Natürlich kam dabei auch der gescheiterte Einbahnversuch zur Sprache.

Mit den Aufführungen auf dem Dorfplatz ging für die Älpergesellschaft ein ereignisreicher Tag zu Ende. Doch am heutigen Älpertanz und dem internen Katerbummel geht es gleich traditionsbeladen weiter.

Die Älpergesellschaft zieht in die Kirche ein. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Die Älpergesellschaft zieht in die Kirche ein. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Der Festgottesdienst in der Stanser Pfarrkirche. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Der Festgottesdienst in der Stanser Pfarrkirche. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Die Älpergesellschaft am Festgottesdienst. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Die Älpergesellschaft am Festgottesdienst. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Pfarradministrator Melchior Betschart (rechts) nimmt im Keller des Pfarrhauses den von den Sennenmeistern gespendeten Käse entgegen. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Pfarradministrator Melchior Betschart (rechts) nimmt im Keller des Pfarrhauses den von den Sennenmeistern gespendeten Käse entgegen. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Während die Fähndriche auf dem Dorfplatz die Fahnen schwingen, sind ihre Hüte bei den Älpermeitli gut aufgehoben. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Während die Fähndriche auf dem Dorfplatz die Fahnen schwingen, sind ihre Hüte bei den Älpermeitli gut aufgehoben. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Auf der Kirchentreppe formieren sich die Älper fürs Gruppenbild. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Auf der Kirchentreppe formieren sich die Älper fürs Gruppenbild. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Am Wahltag mischt sich der wiedergewählte Nationalrat Peter Keller an der Stanser Älperchilbi unter das Volk. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Am Wahltag mischt sich der wiedergewählte Nationalrat Peter Keller an der Stanser Älperchilbi unter das Volk. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Beobachtet von den zahlreichen Zuschauern, zieht die Älpergesellschaft aus der Kirche aus. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Beobachtet von den zahlreichen Zuschauern, zieht die Älpergesellschaft aus der Kirche aus. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Die Älper verlassen nach dem Festgottesdienst die Kirche. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Die Älper verlassen nach dem Festgottesdienst die Kirche. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Die Begleiterinnen der Älperbeamten geniessen sichtlich ihren Auftritt auf dem Dorfplatz nach dem Festgottesdienst. Bild: (Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Die Begleiterinnen der Älperbeamten geniessen sichtlich ihren Auftritt auf dem Dorfplatz nach dem Festgottesdienst. Bild: (Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Die Butzi versuchen es mit Fahnenschwingen. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Die Butzi versuchen es mit Fahnenschwingen. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Als Butzi hat man es nicht leicht. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Als Butzi hat man es nicht leicht. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Die Freunde vom Stanserwald sind mit Forstarbeiten unterwegs. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Die Freunde vom Stanserwald sind mit Forstarbeiten unterwegs. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Wer ein richtiger Jungschwinger ist, trainiert auch auf dem Umzugswagen. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Wer ein richtiger Jungschwinger ist, trainiert auch auf dem Umzugswagen. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Zäune müssen regelmässig in Stand gehalten werden. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Zäune müssen regelmässig in Stand gehalten werden. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Der Förderverein Sbrinz-Route zeigt das Säumerhandwerk. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Der Förderverein Sbrinz-Route zeigt das Säumerhandwerk. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
Den Spruchwagen zum Thema Verkehrschaos haben die letztjährigen Älper gebaut. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)Den Spruchwagen zum Thema Verkehrschaos haben die letztjährigen Älper gebaut. (Bild: Edi Ettlin, Stans, 20. Oktober 2019)
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Impressionen von der Stanser Älperchilbi

Das mit dem Jubiläum ist etwas komplizierter

(EE) Offiziell feiert die Älperbruderschaft Stans heuer ihr 240-jähriges Bestehen. Ein Blick in die Festschrift, die vor vierzig Jahren herausgekommen ist, zeigt aber, dass die Sache etwas komplizierter ist. Demnach ist die Bruderschaft bereits 1778 gegründet worden. Allerdings hat Papst Pius VI. die Fürbittkraft der Bruderschaftsmessen erst im folgenden Jahr bestätigt. Diese Beglaubigung aus Rom macht deutlich, dass die Älperbruderschaft in erster Linie kirchliche Funktionen hatte und Ausdruck der Volksfrömmigkeit war.

Die Älperchilbi als Fest zum Abschluss des Bauernjahres ist einiges älter und lässt sich bis ins Jahr 1602 zurückverfolgen. Doch sie fand nicht immer statt. In den Jahren der Weltkriege reduzierte man die Älperchilbi mehrmals auf die kirchlichen Feiern. Übrigens tragen die Beamten erst seit 1950 einheitlich das Hirthemd. Vorher war das bürgerliche Sonntagsgewand üblich. So haben kirchliche und weltliche Gepflogenheiten nach und nach zusammengefunden und jene gelebte Tradition geformt, die wir heute als Älperchilbi kennen.

Auszüge aus dem Älperspruch

Jetz aber wemmer churz und bindig, äs paar Sachä uisbringä,
wo nid ä so, hättid sellä passiärä, äbä besser hät sellä glingä!

Zur Verkehrssituation:
Wirtschafts-Wunder hin oder här,
d‘Situation uf dä Strassä wird prekär.
Ai eyses schenä Dorf, isch immer meh am leydä,
und das Problem, wird zum Problem, für diä Gscheydä.

Dr Einbahntest cha startä, äs isch dr 8. Aigstä, nid 1. April,
und pletzlich stahd im ganzä Dorf, dr Aitoverchehr still.
Jedes Fahrzeyg, hätt chennä dr Motor abstellä, wahnsinn,
stell diär diä Ruäh vor im Dorf, dr einzig grossi Gwinn!

Zur Klimadebatte:
Ai d‘Forscher lahnds, heftig la krachä,
und wend, d‘Genmanipulation salonfähig machä.
A dä Chiähnä, Magä und Darm manipuliärä,
das d‘Verdaig, ohni Gerbsä und Furzä, wurd funktioniärä.

Zur Sanierung der Kehrsitenstrasse:
Liäbi Kehrseyter, iähr chenid ufä Kanton vertruiwä,
vielleicht wird‘si ja s‘nechst Jahr, sicher buiwä!

Zum Vorgeschlagenen Verwaltungsbau
Diä Kantonal Verwaltig bruicht meh Platz,
fir das wird g’hirnäd, vielleicht fir Katz.
Eysä Kanton findet das nu cheibä schnell,
bim Bahnhof, wär das Projekt nu, originell.
Zwe Archidektä sind am Tuisigfiässler pojektiärä,
und tiänd das, grad sälber, als sehr guät taxiärä.
Ä Pflanzä-Fassadä, wär i ihr’nä Sinnä,
gäb äs guäds Klima, dussä wiä dinnä.

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