100 Nidwaldner Jugendliche im Kantonslager in Tenero: «Die sportlichen Möglichkeiten sind grenzenlos»

Das beliebte Tenerolager für Nidwaldner Schüler findet auch dieses Jahr statt. Die Coronapandemie kam dem Lager sogar zugute.

Matthias Piazza
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Philipp Hartmann, Leiter der Abteilung Sport Nidwalden.

Philipp Hartmann, Leiter der Abteilung Sport Nidwalden.

Bild: Corinne Glanzmann (Tenero, 13. August 2019)

Noch bis am Samstag versuchen sich gut 100 Nidwaldner Siebt- bis Neuntklässler im Kantonslager in Tenero an einem Dutzend verschiedener Sportarten. Philipp Hartmann, Leiter Abteilung Sport beim Kanton Nidwalden, zieht eine gute Zwischenbilanz nach einer halben Woche.

Wie läuft das Lager?

Philipp Hartmann: Sehr gut. Da das Centro Sportivo di Tenero wegen Corona nur zur Hälfte belegt ist, ist es ruhiger und weniger hektisch als in anderen Jahren. Um die Distanzregeln einhalten zu können, haben wir dieses Jahr viel mehr Platz zur Verfügung und werden von den Verantwortlichen des Sportzentrums sehr gut unterstützt. Anfänglich mussten wir uns an gewisse Abläufe und Schutzmassnahmen betreffend Covid-19 gewöhnen. Mittlerweile ist das alles aber gut eingespielt und wir geniessen die tollen Möglichkeiten hier in Tenero.

Das Tenero-Lager ist ein Klassiker, das der Kanton Nidwalden schon zum 35. Mal für seine Siebt- bis Neuntklässler durchführt. Und auch dieses Jahr ist das Lager mit 100 Anmeldungen ausgebucht. Wie erklären Sie sich die ungebrochene Beliebtheit?

Die sportlichen Möglichkeiten sind grenzenlos. Die Jugendlichen können jeweils am Vormittag eine ganze Woche lang eine neue Hauptsportart kennen lernen. Zur Auswahl stehen Beachvolleyball, Hip-Hop/Streetdance, Kampfsport, Kanu, Mountainbiking, Klettern, Segeln und Tennis. Am Nachmittag dürfen sie andere Sportarten ausprobieren. Hinzu kommt das Lagererlebnis. Jugendliche aus allen Kantonsteilen erleben gemeinsam eine unvergessliche Woche, knüpfen Freundschaften, die oft ein Leben lang halten. Eine Konkurrenz zu Pfadi- oder Blauringlagern sind wir nicht, da diese ihren Fokus nicht so klar beim Sport haben und zeitlich jeweils am Anfang der Sommerferien durchgeführt werden.

Teilnehmer bezahlen 250 Franken, der Kanton steuert 350 Franken bei. Warum subventioniert er das Sportlager?

Einerseits fördern wir bei den Jugendlichen so ihre Begeisterung für den Sport. Sie lernen eine neue Sportart kennen und üben diese vielleicht später gar in einem Verein aus. Andererseits wird die Sozialkompetenz gefördert. Das ist dem Kanton viel wert.

Welche Hauptsportarten sind besonders beliebt?

Es ist relativ ausgeglichen. Ich stelle aber fest, dass Mountainbiking in den vergangenen Jahren beliebter geworden ist. Das ist sicherlich auch damit zu erklären, dass das Velo im Alltag und vor allem als Freizeitsport stark an Bedeutung gewonnen hat.

Wie ist der Anteil der Geschlechter?

Die Mädchen stellen etwa zwei Drittel der Teilnehmer. Was uns sehr freut, da wir uns unter anderem zum Ziel gesetzt haben, den Mädchensport verstärkt zu fördern.

Gibt es geschlechterspezifische Unterschiede?

Für Hip Hop/Streetdance lassen sich jeweils nur wenige Knaben begeistern – hier haben die Mädchen die klare Überhand. Im Gegenzug überwiegt der Anteil der Knaben im Mountainbiking.