122 Unterschriften kommen für Petition «für mehr Lebensqualität in Stans» zusammen

Der VCS hat die Petition am Freitag dem Nidwaldner Regierungsrat und dem Stanser Gemeinderat überreicht. Die Hauptforderung: mehr Platz für Fussgänger und Velofahrer im Stanser Dorfzentrum.

Matthias Piazza
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Daniel Daucourt, Präsident der VCS-Sektion Ob- und Nidwalden (rechts), überreicht Landschreiber Armin Eberli (links) und der Stanser Gemeinderätin Sarah Odermatt die Petition «für mehr Lebensqualität in Stans».

Daniel Daucourt, Präsident der VCS-Sektion Ob- und Nidwalden (rechts), überreicht Landschreiber Armin Eberli (links) und der Stanser Gemeinderätin Sarah Odermatt die Petition «für mehr Lebensqualität in Stans».

Bild: Matthias Piazza (Stans, 3. Juli 2020)

Stans leidet unter dem motorisierten Verkehr und ist von Staus geplagt. Dieser Ansicht ist der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS). Am Freitag hat die Sektion Ob- und Nidwalden die Petition «für mehr Lebensqualität in Stans» der Nidwaldner Regierung und dem Stanser Gemeinderat übergeben.

«Der motorisierte Durchgangsverkehr zwängt sich im Stanser Dorfzentrum durch die schmale Stansstaderstrasse. Für die Fussgänger und Velofahrer bleibt fast kein Platz. Das ist gefährlich und nicht mehr zeitgemäss», beschreibt Daniel Daucourt, Präsident der VCS-Sektion Ob- und Nidwalden, die Situation anlässlich der Petitionsübergabe vor dem Regierungsgebäude, mit Blick auf das Verkehrsnadelöhr: «Die Strassengestaltung im Dorfzentrum widerspricht den Grundsätzen moderner Verkehrsplanung.»

Mit der Petition erwarte man vom Gemeinderat und Regierung (die Stansstaderstrasse ist eine Kantonsstrasse), dass diese Fachleute damit beauftragen, die Ist-Situation zu analysieren, verkehrsplanerische Ziele zu setzen und darauf basierend konkrete Massnahmen umzusetzen. Die Art der Massnahmen lässt die Petition dabei offen. «Das ist Aufgabe der Verkehrsplaner», hält Daniel Daucourt fest. Klar sei: «Erst wenn weniger Autos Stans durchfahren, wird die Lage für Fussgänger sicherer. Dies ist auch Voraussetzung, damit mehr Leute das Velo benutzen.» Und weiter: «Bei einer siedlungsverträglichen Strassengestaltung ist es dann allen Verkehrsteilnehmern klar, dass es um ein Miteinander auf der Strasse geht. Dann fahren zum Beispiel Autofahrer intuitiv nicht schneller als die erlaubten 30 Kilometer pro Stunde, was heute leider zu oft der Fall ist.»

Für den Ennetmooser Grüne-Landrat Thomas Wallimann, ebenfalls Mitglied des Petitionskomitees, verleiht die Petition den Bemühungen, die Verkehrsprobleme anzugehen, zusätzlich Schub. Dies ergänzend zur Motion zum Gesamtverkehrskonzept, welche der Landrat am vergangenen Mittwoch überwiesen hat. «Wir müssen gemeinsam eine Antwort auf die Frage finden, wie wir auf diesem engen Raum die Mobilitätsströme aneinander vorbeibringen.»

«Sanfte Mobilität braucht mehr Platz und Sicherheit»

Wegen Corona wurden die Unterschriften nur online gesammelt. «Auf der Strasse wäre die Unterschriftensammlung leichter gewesen. Dass innerhalb von gut drei Monaten trotzdem 122 Unterschriften zusammenkamen, beweist, dass unsere Forderungen auf breite Zustimmung stossen», erklärt Daniel Daucourt stolz. Dass man offene Türen eingerannt habe, zeigten auch die Online-Kommentare auf der Website der Petition. «Es hat eindeutig seit langem zu viel Verkehr in Stans. Ich möchte dringend eine Verkehrsverminderung und Beruhigung auf den Strassen im Dorf», schrieb jemand. «Der Langsamverkehr ist ökologischer und macht Sinn im Dorf Stans, das meiner Meinung nach heute schon relativ gut umfahren werden kann», lautet ein anderer Kommentar. Auch von einer täglichen Bedrohung durch motorisierten Verkehr ist die Rede. «Die sanfte Mobilität braucht mehr Platz und Sicherheit.»

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