200 JAHRE KANTONSPOLIZEI NIDWALDEN: «Zugang zur Polizei ohne Busszettel»

Das Buch zur 200-jährigen Geschichte der Nidwaldner Polizei ist veröffentlicht. Gelungen und kurzweilig entführt es in den einstigen und heutigen Polizeialltag.

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Fridolin Amstutz, Hans-Kaspar Steiner und Hansjakob Achermann (von links) freuen sich über das neue Buch. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Fridolin Amstutz, Hans-Kaspar Steiner und Hansjakob Achermann (von links) freuen sich über das neue Buch. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

«Das Buch ermöglicht einen reizvollen Zugang zur Polizei ohne Busszettel», kündigte Martita Haller-Dirr, Vizepräsidentin des Historischen Vereins Nidwalden, den Lese- und Bildband «Harschier, Landjäger, Polizist» zum 200-Jahr-Jubiläum der Kantonspolizei Nidwalden an.

Fridolin Amstutz, der bei der Nidwaldner Polizei die Abteilung Kommandodienste leitet, liess hinter die Kulisse blicken, wie das Buch auch von einem Team aus pensionierten und aktiven Polizisten mitgestaltet wurde. Sie sammelten zu mehreren hundert polizeispezifischen Begriffen Episoden, Tatsachenberichte und Bildmaterial und formten daraus ihren Polizeialltag.

Die Diskussion um das erste Polizeiauto 1949
Im vorgestellten Polizeibuch stellt der Nidwaldner Staatsarchivar Hansjakob Achermann zuerst die bewegte Geschichte der Kantonspolizei dar. 1808 beschloss der Landrat, ein kleines Landjägerkorps zusammenzustellen, das, wie in den übrigen Kantonen der Eidgenossenschaft auch, die Aufgabe der Bettelvögte übernahm. Streng mussten die Landjäger fremde Bettler aus dem Kanton vertreiben, da in einer Zeit der Hungersnöte die kantonseigenen Armen bereits stark als Problem empfunden wurden. Selbst in der Dienstordnung von 1920 ist die Jagd von «Bettlern» und «berufslosem Gesindel» noch eine von mittlerweile fünf Aufgaben.

Aus heutiger Sicht zuweilen schon fast grotesk wirkt der «mit viel Weile» ausgeführte Schritt in die Moderne des 20. Jahrhunderts. So kaufte 1949, begleitet von einer aufgeregten Diskussion, die Nidwaldner Polizei ihr erstes Auto. In das Buch integriert ist eine Auswahl von Bildern des Polizeifotografen Arnold Odermatt. Nach seinem Stellenantritt 1948 dokumentierte er während seiner 42-jährigen Dienstzeit unverfälscht und facettenreich den Polizeialltag. In einem weiteren Kapitel zeigt der Stanser Fotograf Urs Flüeler Einblick in die aktuelle Polizeiarbeit.

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.