2,55 Millionen-Geschenk für Hergiswiler Gewerbe

Hergiswiler helfen Hergiswilern: Die Finanzlage ist so gut, dass jeder Bürger 500 Franken erhalten soll.

Kurt Liembd
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Da auf Grund der Coronakrise die Gemeindeversammlung in Hergiswil abgesagt werden musste, entscheiden die Bürger am 28. Juni an der Urne über sechs Geschäfte. Einzig die Einbürgerungen werden auf die Herbstgemeindeversammlung 2020 verschoben. Im Zentrum steht der Antrag des Gemeinderates um Unterstützung des Gewerbes. «Viele Personen und Unternehmen erleiden auf Grund der Coronapandemie erhebliche finanzielle Einbussen», schreibt der Gemeinderat in seiner Botschaft. Deshalb ist vorgesehen, der Hergiswiler Bevölkerung Gutscheine unterschiedlicher Höhe im Wert von 500 Franken abzugeben, welche bis Ende 2020 beim Hergiswiler Gewerbe eingelöst werden können.

Alle erwachsenen Bürgerinnen und Bürger sollen profitieren. Dies kostet die Gemeinde 2,55 Millionen Franken. Dazu schreibt der Gemeinderat: «Ziel ist es, Personen und Haushalte finanziell zu entlasten und den Umsatz des örtlichen Gewerbes baldmöglichst zu steigern.» Weiter heisst es in der Botschaft: «Der Gemeinderat ist überzeugt, mit dieser Massnahme die Nachfrage der Konsumenten anzukurbeln und damit kurzfristig den Wirtschaftskreislauf lokal zu unterstützen.»

Keine kritischen Stimmen zu hören

Ein Blick in die Jahresrechnung zeigt, dass die Loppergemeinde sich das leisten kann. Die Erfolgsrechnung 2019 schliesst bei einem Aufwand von rund 36 Millionen und einem Ertrag von über 42 Millionen mit einem Gewinn von rund sechs Millionen Franken ab. Darin inbegriffen ist auch der Finanzausgleich von rund 10 Millionen, den die Hergiswiler jährlich dem Kanton abliefern. Auch über die Jahresrechnung haben die Hergiswiler an der Urne zu entscheiden. Bei der Bevölkerung scheint die vorgeschlagene Unterstützung der Bürger und des Gewerbes gut anzukommen. Seitens der offiziellen Parteilinien sind bis heute keine kritischen Stimmen zu hören. Einzig ein ehemaliger CVP-Landrat hat sich in einem Leserbrief kritisch geäussert.

Jugendarbeit und Wärmeverbund

Weiter haben die Stimmbürger über die Weiterführung der «Offenen Jugendanimation» abzustimmen. Diese kostet pro Jahr 187 000 Franken und wird von einer ausserkantonalen Privatfirma betrieben. Das Projekt läuft seit drei Jahren und soll von einem 100 auf ein 120-Prozent-Pensum ausgebaut werden. Ein weiteres Geschäft ist der Verkauf des «Wärmeverbundes Grossmatt/Zwyden». Der Gemeinderat beantragt, diesen zu einem Mindestpreis von 1,29 Millionen zu verkaufen. Als Hauptbegründung heisst es, dass der Betrieb weder für die Gemeinde noch für das Seniorenzentrum ein Kerngeschäft sei. Vor dem Verkauf will der Gemeinderat aber den Wärmeverbund ausbauen und auf die Quartiere «Allmendli» und «Untersteinhof» ausdehnen, was 855 000 Franken kosten würde. Bei einer Realisierung würde sich der Verkaufspreis auf rund 2,15 Millionen Franken erhöhen.

Mit Herzblut für den Tennisclub

Weiter entscheiden die Stimmbürger über eine Kostenbeteiligung über 187 000 Franken an der Sanierung der Tennisplätze. Die Kosten für die Erneuerung der Plätze, welche aus dem Jahr 1973/74 stammen, sind mit 220 000 Franken budgetiert, was die finanziellen Möglichkeiten des Tennisclubs massiv übersteigt. Deshalb soll sich die Gemeinde daran mit maximal 85 Prozent beziehungsweise 187 000 Franken beteiligen. In der Botschaft schreibt der Gemeinderat: «Der Tennisclub bereichert das Vereinsleben und trägt viel zur Jugendarbeit bei.» Die Sanierung sei ausserdem dringend notwendig.

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