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256 Arbeitslose und mehr ganz Reiche

Seitenweise Zahlen und Tabellen: Der Rechenschaftsbericht der Nidwaldner Regierung für das Jahr 2015 kommt Ende Juni im Landrat zur Beratung. Das Sammelwerk ist eine Fundgrube für Informationen aller Art – teilweise zusammenhanglos aufgelistet und gerade darum vielleicht eigenartig wirkend.
Markus von Rotz
Blick in den Nidwaldner Landrat. (Bild: Corinne Glanzmann)

Blick in den Nidwaldner Landrat. (Bild: Corinne Glanzmann)

Wer will, könnte jetzt auch unsinnige Vergleiche anstellen – aber lassen wir einfach ein paar der vielen Zahlen sprechen.

299 Millionen Franken an Steuern von natürlichen und juristischen Personen hat der Kanton 2015 von 27 436 Steuerpflichtigen (Vorjahr 27 923) eingenommen. 727 Personen (50 Prozent Frauen) auf 531 Vollstellen haben für diesen Kanton gearbeitet, 51 von ihnen haben den Arbeitgeber verlassen, 47 sind neu dazugekommen.

Die Baudirektion meldet eine Kundenzufriedenheit beim öffentlichen Verkehr von 76 von 100 möglichen Punkten. Die Mitarbeiter des Strasseninspektorats haben 25 300 Stunden – das wären 2811 Tage à 9 Stunden – für den Kantonsstrassen- und Gewässerunterhalt aufgewendet. Mit den Fahrzeugen des Strasseninspektorats wurden 94 536 Kilometer – mehr als zweimal um die Erde – zurückgelegt. Die Direktion hat 588 Baugesuche abschliessend behandelt.

Laut der Justiz- und Sicherheitsdirektion wurden 49,4 Prozent der Straftaten gemäss Strafgesetzbuch aufgeklärt. Rund 1,8 Prozent aller Diensttage der Schweizer Armee (5,8 Millionen) wurden für die Förderung des Friedens im Ausland (Swissint) aufgewendet, nämlich deren 105 091. Das Grundbuchamt hat 583 öffentliche Beurkundungen vorgenommen.

Die Landwirtschafts- und Umweltdirektion meldet 137 wegen Feuerbrandbefall gerodete Hochstamm-Feldobstbäume. An der Grossviehschau wurde mit 684 aufgeführten Tieren ein Rekord aufgestellt. 32 Tage lang galt im trockenen Sommer ein Feuerverbot wegen Waldbrandgefahr. Die Waldeigentümer haben 2,8 Millionen Franken in die Schutzwaldpflege investiert – der Holzerlös deckte davon knapp 30 Prozent. Kanton und Bund beteiligten sich daran mit 2 Millionen Franken.

3348 Nidwaldner liessen sich im eigenen Kantonsspital in Stans behandeln, schreibt die Gesundheits- und Sozialdirektion. 25 Gesundheitsfachpersonen wurde eine Berufsausübungsbewilligung erteilt. 333 Personen nahmen Leistungen gemäss dem Betreuungsgesetz in Anspruch. 7717 (Vorjahr 8387) Steuerpflichtige wurden über Ansprüche an die Prämienverbilligung informiert. Letztlich erhielten 9316 Versicherte einen Gesamtbetrag von 13,5 Millionen Franken ausbezahlt. 444 Haushalte oder 720 Personen waren zeitweise oder das ganze Jahr auf wirtschaftliche Sozialhilfe angewiesen. Im Rahmen des kantonalen Integrationsprogramms haben 205 fremdsprachige Personen Deutschkurse besucht.

7008 Betreibungen und 3689 Pfändungen wurden durch das Betreibungs- und Konkursamt vorgenommen, wie die Volkswirtschaftsdirektion auflistet. Zudem wurden 53 Konkurse eröffnet. Im Jahresdurchschnitt waren 256 Personen als arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenkasse zahlte 11 Millionen Franken aus, davon 151 000 für Kurzarbeit und 177 000 Franken für die Schlechtwetterentschädigung. Die Zahl der Gesuche um Nachtarbeit ist von 17 auf 27 gestiegen. 37 neue Gastgewerbebewilligungen wurden erteilt und 9 Lottomatches bewilligt.

Der Landrat war gesprächiger als im Vorjahr: Die Protokolle über seine Sitzungen füllten laut Staatskanzlei ganze 615 Seiten (Vorjahr 596). Auf den beiden Grosskopierern in der Druckzentrale wurden 747 329 Kopien erstellt, satte 340 631 wurden gegenüber dem Vorjahr eingespart. 385 Benutzer haben an total 599 Tagen die Dienstleistungen des Staatsarchivs in Anspruch genommen. Das Archiv führte total 99 977 Einheiten in seiner Datenbank.

Im über 110-seitigen anschliessenden Tabellenteil erfährt der interessierte Leser unter anderem, dass 54 (Vorjahr 62) Personen pauschal besteuert wurden. 476 (425) Steuerpflichtige deklarierten ein Einkommen von mehr als 301 000 Franken, 1655 Personen hatten kein steuerbares Einkommen. Von den 503 Personen (Vorjahr 431) mit einem Vermögen von mehr als 5 Millionen Franken lebten 212 in Hergiswil, aber keiner in Dallenwil: Sie ist die einzige Gemeinde ohne einen solchen Steuerzahler (Basis Steuerperiode 2013).

2015 wurden 623 Geburten und 278 Todesfälle registriert. Ebenso wurden 199 Ehen geschlossen und 81 aufgelöst und 5 eingetragene Partnerschaften registriert sowie 32 Namensänderungen bewilligt. 63 Personen wurden erleichtert, 42 ordentlich eingebürgert.

257 Männer und 13 Frauen traten im Jahresverlauf ins Untersuchungs- und Strafgefängnis ein. Alles in allem sassen sie 7339 Tage ab, also 27 Tage pro Person. Der Anteil der Schweizer lag bei 23 Prozent. Die Polizei hat 30 899 (Vorjahr 26 951) Hotelmeldescheine verarbeitet. Auf den Strassen im Kanton machte sie 814 Geschwindigkeitskontrollen (Vorjahr 948). Daraus resultierten 73 059 Ordnungsbussen, knapp 10 000 mehr als im Vorjahr. 50 der Kontrollen erfolgten innerorts.

44 Dachsen, 246 Füchsen oder 305 Rabenkrähen ging es durch die Jäger an den Kragen. Sie schossen auch 69 Gäms- und 100 Rehböcke sowie 54 Gäms- und 42 Rehgeissen. Die Zahl der angemeldeten Hunde stieg von 1601 auf 1634.

Von 23 580 ausserkantonalen Spital-Pflegetagen wurden 324 in Obwalden verrechnet. Mit 7825 führt das Luzerner Kantonsspital die Liste an, auf dem zweiten Platz die Klinik St. Anna (2955).

Markus von Rotz

Geschäftsbericht: Wer noch nicht genug hat, findet den ganzen Bericht hier: www.nidwaldnerzeitung.ch/bonus

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