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Stanser Märli-Biini macht Reise in ein magisches Land

Über 280 Premierenbesucher kamen am Samstagabend in den Genuss der 30. Produktion, dem «Dornröschen».
Lea Suter
Auftritt am Tauffest: Die Fee Malefizia (Bildmitte) wünscht der kleinen Prinzessin den Tod. Bild: André A. Niederberger (Stans, 18. September 2019)

Auftritt am Tauffest: Die Fee Malefizia (Bildmitte) wünscht der kleinen Prinzessin den Tod. Bild: André A. Niederberger (Stans, 18. September 2019)

Eine Fee schwebt durch die Luft, eine weitere tänzelt mit ihrem glitzernden Kostüm umher, rings herum ein ganzer Hofstaat voller einzigartiger und witziger Charaktere. Für die 30. Aufführung sollte es ein Klassiker wie «Frau Holle» oder «Dornröschen» sein. Entschieden hat sich Regisseur Stefan Wieland fürs «Dornröschen», oder Rosalie, wie sich die Prinzessin in der aktuellen Bühnenfassung nennt. «Ich habe mich mit den verschiedenen Fassungen der Brüder Grimm sowie auch der Urfassung von Charles Perrault auseinandergesetzt. Als ich mit Schreiben begonnen habe, ist es einfach geflossen.» Es sei schon immer sein Traum gewesen, bei einem Märchen mitzuwirken. Aufgeführt wird nun eine spritzige Fassung in Nidwaldner Dialekt, angereichert mit einer grossen Prise Humor und umgesetzt von 26 Laienschauspielern und über 200 Helfern.

Schreckliches Feengeschenk

Unglücklich schildert die Königin (Eva Dickenmann) anfangs ihren unerfüllten Wunsch, endlich Mutter zu werden. Der Teich der Weisheit (Marianne Friedrich) prophezeit ihr, dass sie in einem Jahr dieses Glück erfahren werde. Und so kommt es. Zur Taufe der kleinen Rosalie werden die zwölf Feen des mittleren Reiches eingeladen, nur Malefizia (Maria Minutella), die verbitterte der dreizehn Feen, kriegt keine Einladung. Sie rächt sich, indem sie Rosalie ein schreckliches Taufgeschenk überbringt: Die Prinzessin soll sich an ihrem 18. Geburtstag an einer Spindel stechen und tot zusammenbrechen. Die Feen und der Hofstaat sind entsetzt. Glücklicherweise hat Sofia, die Fee der Weisheit (Bea Omlin), ihren Wunsch für die kleine Prinzessin noch nicht geäussert und kann – nach Konsultation der Feengesetzte – den Bann noch abschwächen. Sofort herrscht Ausnahmezustand im Schloss: Alle Spinnräder werden verbrannt.

Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)
Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)
Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)
Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)
Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)
Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)
Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)
Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)
Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)
Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)Szene aus dem neuen Stück der Märli-Biini. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 18. September 2019)
10 Bilder

«Dornröschen» auf der Märli-Biini

18 Jahre später, die Prinzessin Rosalie (Michèle Odermatt)feiert Geburtstag. Wie es ihr traditionsbewusster Vater (Lukas Walpen) will, soll sie sich heute verloben. Dazu hat er fünf Bewerber aus umliegenden Königreichen eingeladen, welche sich der Prinzessin vorstellen. Doch keiner kann die junge Frau überzeugen. Im Gegenteil: «Ich bleibe ledig!» Ihr Herz schlägt für jemanden ganz Besonderes ohne Adelsblut.

Schliesslich passiert, was passieren muss. Malefizia schafft es, ihren bösartigen Wunsch in Tat umzusetzen: Rosalie sticht sich und fällt in einen tiefen Schlaf, wunderbar in Zeitlupe inszeniert. Sie wird erst wieder erlöst, wenn sie von ihrem wahren Prinzen wachgeküsst wird.

Welche Rolle dabei eine violette Rose spielt und inwiefern der König sich vom Patriarchat abwendet, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Das Märchen geht gut aus, wie könnte es anders sein.

Pointen mit Aktualitätsbezug

«Vielseitig, mal gruselig, mal spannend und lustig ist die diesjährige Aufführung», meint Premierenbesucherin Maegie Zimmermann aus Buochs. Sie hat schon über 25 Aufführungen der Märli-Biini besucht und findet auch die aktuelle Produktion «grossartig». Man spüre das Herzblut dahinter. «Unterhaltsam», meinen Mia, Damaris und Joleen (15) aus Kerns. Ihnen gefallen die Details besonders, so zum Beispiel der durchsichtige Vorhang. Marco und Nicole Masetti sowie Adriano Di Verde finden das Bühnenbild fantastisch. «Die Umsetzung ist originell und mit Liebe gemacht. Es gibt Pointen, lustige Gags und Effekte. Und auch der Schluss ist nicht einfach nullachtfünfzehn.» Und wie kommt das Stück bei der jüngsten Generation an? Céline (11) aus Sarnen haben die Prinzessin und die Kussszene am besten gefallen. Lustig fand sie auch die Versprecher des Kammerdieners, die Schattenszene mit Malefizia hingegen empfand sie etwas Furcht einflössend.

Und so zeigt sich das Stück «Dornröschen» abwechslungs- und spannungsreich, nicht zuletzt dank den grossartigen schauspielerischen Leistungen, dem wirkungsvollen Bühnenbild (Dave Leuthold), den mal barockig-tanzenden, mal verträumten Blockflötenmelodien (Musik Roman Glaser) und den über 40 märchenhaften Kostümen (Raphaela Leuthold).

Aufführungen bis 23. November. Vorverkauf unter www.maerli-biini.ch
oder 041 610 29 11

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