3D-MODELLE: Nidwalden präsentiert sich dreidimensional

Luzern und Zug haben es vorgemacht, jetzt zieht auch Nidwalden nach mit plastischen Modellen auf Google Earth. Das Ganze kam eher zufällig zustande.

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Modell des Winkelrieddenkmals auf dem Dorfplatz in Stans. (Bild Google Earth)

Modell des Winkelrieddenkmals auf dem Dorfplatz in Stans. (Bild Google Earth)

Ein im Sterben liegender Arnold Winkelried, das legendäre Lanzenbündel im Bauch, in Carrara-Marmor gehauen. Das virtuelle 3D-Modell des 1865 vom in corpore erschienenen Bundesrat eingeweihten Winkelrieddenkmals auf dem Stanser Dorfplatz auf Google Earth kann in seinem Detailreichtum als wirklich sehr gelungen bezeichnet werden. Nur schade, dass die unmittelbar daneben gelegene Kirche Peter und Paul – und auch die ganze übrige Umgebung – total platt daherkommt.

Dasselbe gilt auch für das Modell des Winkelriedhauses, wo das Nidwaldner Museum untergebracht ist (siehe Bild oben). Sind die beiden virtuellen Gebäude erst der Anfang? «Die Firma, die diese Modelle erstellt, ist von sich aus auf uns zugekommen und hat die beiden Gebäude zu einem geringen Preis modelliert», gibt Nathalie Unternährer, Leiterin des Nidwaldner Museums, Auskunft. «Wohl auch im Hinblick auf die Réduit-Fernsehsendung und das Besucherzentrum in Stans.» Sie selber wäre nie auf diese Idee der Vermarktung im Online-Bereich gekommen: «Ich glaube, diese Idee befindet sich erst am Anfang.» Daher werde es vom Nidwaldner Museum vorerst sicherlich keinen Auftrag für weitere 3D-Modelle historisch wichtiger Bauwerke geben. «Bei extrem vielen positiven Rückmeldungen könnte man sich das natürlich aber schon überlegen», schränkt Unternährer ein.

Luzern auf Google Earth wird jedenfalls dank Aufträgen kommerzieller Kunden immer detaillierter: Neu verfügbar ist etwa ein Modell des Viersterne-Hotels Montana oder auch des Hotels Falken. Gemäss Informationen auf der Website der Entwicklerfirma Virtual Graphixx aus dem nidwaldnerischen Hergiswil steigern die Modelle das «Verlangen, die Gegend, das Hotel und die Stadt in Wirklichkeit zu besuchen». Einfache virtuelle Gebäude sind ab 850 Franken zu haben, komplexere kosten mindestens 2800 Franken.

Dave Schläpfer

Das Montana in Google Earth: