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50-köpfige Familie feiert in Ennetmoos gemeinsam Weihnachten

Wenn Maria Minutella ihre Vorbereitungen für Weihnachten trifft, räumt sie mit ihren Kindern die Stube aus. Denn wenn die Grossfamilie bei ihr daheim zusammenkommt, sind sie insgesamt 50 Personen.
Marion Wannemacher
Maria Minutella aus Ennetmoos macht Platz für die Weihnachtsfeier mit der 50-köpfigen Sippe. (Bild: Corinne Glanzmann, Ennetmoos, 11. Dezember 2018)

Maria Minutella aus Ennetmoos macht Platz für die Weihnachtsfeier mit der 50-köpfigen Sippe. (Bild: Corinne Glanzmann, Ennetmoos, 11. Dezember 2018)

Der Termin steht zwar immer noch nicht fest, aber dass es die Familienweihnachten auch dieses Jahr wieder geben wird, daran besteht für Maria Minutella gar kein Zweifel. «Soweit ich weiss, feiert die Familie Leuthold seit 60 oder 70 Jahren zusammen Weihnachten, vielleicht sogar noch länger». Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn wenn alle vom Urgrosi bis zum jüngsten Spross zusammenkommen, sind das 50 Personen.

Ganz früher feierte man in der Melachere. «Meine Tante Gritli Leuthold wirtete dort damals. Ihr Bruder Bruno, der später Gemeindepräsident von Stans war und Regierungsrat von Nidwalden, wohnte dort mit ihr, er heiratete erst mit 60 und hatte keine eigene Familie. Mein Vater Otto Leuthold ist da aufgewachsen.» Später traf sich die Grossfamilie zu Weihnachten bei den Eltern Otto und Trudi in St. Josef. «Als der Vater starb, übernahm ich die Treffen», erzählt sie. «Ich bin halt gern Gastgeberin», sagt sie. Manchmal habe sie schon gedacht, sie mache es nicht mehr, räumt die 61-Jährige ein, aber dann finde sie selbst immer «Nein, das kannst du nicht machen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass eines meiner Kinder irgendwann die Weihnachtstreffen übernimmt». Maria Minutellas Mutter Trudi Leuthold hat 8 Kinder, 23 Enkel und 9 Urgrosskinder.

Biertische statt Sofa in der Stube

Bevor alle Familienangehörigen kommen, muss bei den Minutellas in Ennetmoos jeweils die Stube ausgeräumt werden. «Das Sofa kommt auf die Terrasse und wird abgedeckt. Statt dessen werden Bierzeltgarnituren in die Stube gestellt, damit alle Platz haben.»

Dabei helfen jeweils die Kinder. Maria Minutella hat drei mittlerweile erwachsene Söhne und drei Töchter. Mit den drei Töchtern stehe sie dieses Jahr gar zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne der Märli-Biini. Zwar seien sie immer in irgendeiner Form beteiligt, aber in dieser Konstellation noch nie. «Die Leutholds spielen entweder Theater oder machen Musik», sagt sie. Hinter dem Theaterwärch beispielsweise stecke auch zum grossen Teil die Familie. Und die Familienmusik Leuthold tritt in drei Generationen gemeinsam auf (wir berichteten). Das merke man auch an den Familienweihnachten. «Eigentlich sind diese eine Weihnachtsstubete. Mein Onkel Bruno hat mal ein Liederbüchli mit sehr alten und traditionellen Liedern zusammengestellt, die spielen wir jedes Mal. Und wehe, es wird eins ausgelassen, dann gibt es garantiert Protest», erzählt sie schmunzelnd.

Was gibt es bei einer Feier mit 50 Gästen eigentlich zu essen? «Älplermagronen», antwortet Maria Minutella. «Die sind unproblematisch vorzubereiten und schmecken jedem.» Sie verarbeite jeweils mit den Kindern rund 4 Kilo Kartoffeln, 5 Kilo Magronen und 3 Kilo Zwiebeln. Dazu gebe es 3 Kilo karamellisierte Apfelschnitze von eigenen Apfelbäumen. Dessert bringe jeder selbst mit.

Ihre Kinder habe sie allein gross gezogen, erzählt sie. Dabei habe sie immer viel Unterstützung von der Familie erhalten. «Auf diese Art kann ich etwas zurückgeben», findet sie. Und wie es bei beliebten Traditionen so üblich ist, der Ablauf ist immer der gleiche: «Etwa um drei kommen alle, dann gibt es erst Essen, irgendwann das Dessert, wir feiern kräftig. Vor zwölf Uhr geht aber sicher niemand heim.»

Und auch die «Jungen» hätten ihren Spass, weiss Maria Minutella. «Sie machen auch unterm Jahr ab per Whatsapp für Stubeten, Spielenachmittage oder um zu wandern.»

Krach gibt es bei Feiern praktisch nie

Insgesamt sei die Stimmung immer gut. Gibt es nicht auch mal Krach, wenn so viele Generationen zusammen kommen? «Nein, das klingt jetzt wie ein Klischee, aber tatsächlich nicht. Wir lassen uns einfach gegenseitig leben.»

Wenn das Treffen dann rum ist, die Möbel wieder an ihren ursprünglichen Platz in der Stube gerückt werden, freut sich Maria Minutella im Nachhinein. «Herrlich, dass wir alle wieder einmal zusammen sassen», denke sie dann jedes Mal.

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