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60 Koffer in Ennetbürgen – so bunt wie ihr Inhalt

Ganz aus der Nähe oder von weit her sind sie am vergangenen Sonntag zum 4. Nidwaldner Koffermarkt angereist – all die kreativen Leute mit ihren Koffern voller Handgemachtem.
Romano Cuonz
Für die drolligen Betonzwerge der Zürcherin Edith Pfister ist Regina Rast (mitte) eigens aus Sursee nach Ennetbürgen gereist. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 4. November 2018))

Für die drolligen Betonzwerge der Zürcherin Edith Pfister ist Regina Rast (mitte) eigens aus Sursee nach Ennetbürgen gereist. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 4. November 2018))

Wir sind begeistert», schwärmt Evelyne Barmettler. Zusammen mit Monika Kessler und Conny Hess lancierte die Emmetterin die Idee eines Nidwaldner Koffermarkts vor vier Jahren. Gleich 60 Stände können die Frauen am vergangenen Sonntag bei der vierten Ausgabe im Ennetbürger Herdern-Areal anbieten. Und dabei gibt es gar noch eine Warteliste. Dies zeigt eindrücklich, welch grossem Bedürfnis ein solcher Koffermarkt entspricht.

Und so funktioniert die Idee: Frauen und Männer, die zumeist in ihrer Freizeit Ideen verwirklichen, mannigfaltige Sachen basteln, häkeln, töpfern und backen, packen diese in wunderschön verzierte, vielfarbige Koffer und reisen damit an. Im Schiessstand, im Zunfthaus oder dem Kaffeegädeli öffnen sie dann ihre Koffer und präsentieren den Inhalt – lauter farbige Kostbarkeiten – Hunderten erstaunten Besuchern. «Bei der Auswahl der Aussteller achten wir besonders auf eine hohe Qualität und auf ein vielfältiges Angebot», versichert Evelyne Barmettler.

Lavendel und gebrannte Mandeln

Als Besucher hat man seine liebe Mühe, all die Eindrücke, die man da vermittelt bekommt, zu sammeln. Da steht etwa die Stanser Detailhandels-Fachfrau Patricia Widmer vor ihrem Koffer. Seit ihrer Ausbildung zur Bäuerin fertigt sie geschmackvoll verzierte Säcklein mit heilbringendem Inhalt wie Farn, Lavendel oder «Chriesistei» an. Edith Aschwanden aus Seelisberg schaut sich die Säcklein an, greift dann kurz entschlossen zu. «So ein Kirschkernkissen kann man für Verstauchungen, Prellungen und Rückenschmerzen brauchen», findet sie.

Die Nidwaldnerin Patricia Widmer bietet schönen Säcklein mit heilsamem und duftendem Inhalt an. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 4. November 2018))
Die jüngsten Verkäuferinnen: Chiara aus Oberdorf und Anja aus Beckenried mit ihren selber gebastelten Lavendelsäcklein. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 4. November 2018))
Ein kleiner Hit ist das Buch vom Steinzwerg Goldi von den Autorinnen Daniela Gröbli (links) und Renata Stäheli. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 4. November 2018))
Für die drolligen Betonzwerge der Zürcherin Edith Pfister ist Regina Rast (mitte) eigens aus Sursee nach Ennetbürgen gereist. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 4. November 2018))
Eveline Gysi aus Emmetten verziert Schüsseln aus Grossmutters Küche neu. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 4. November 2018))
Die Geschwister Pascal und Jasmin Odermatt haben einen schön gestalteten Spruch entdeckt, der ihnen gefällt. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 4. November 2018))
Organisatorin Evelyne Barmettler mit einem ihrer Werke. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 4. November 2018))
Die Vielfalt an Geschenkideen ist unglaublich gross: Käufer haben die Qual der Wahl. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 4. November 2018))
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So vielfältig war das Angebot am Koffermarkt

Aus dem Staunen kaum heraus kommt man am Stand von Eveline Gysi aus Emmetten. Die Frau frischt alte Glas- und Kristallschüsseln oder auch Silberplatten aus Grossmutters Zeiten auf, macht sie mit kleinen Veränderungen wie neu. «Für meine Arbeit brauche ich sogar einen Diamantbohrer», erklärt sie voller Stolz.

Gleich neben ihr bieten die kleinsten «Koffermärktlerinnen» ihre Basteleien feil: die Erstklässlerin Chiara aus Oberdorf und die Kindergärtlerin Anja aus Beckenried. «Zuerst haben wir Säcklein genäht, und dann Lavendel oder gebrannte Mandeln drein getan, das schmeckt so gut», sagt Anja. Und Chiara ergänzt: «Wir verkaufen auch Kerzengläslein, die wir mit Leimfarben bemalt und mit Blättern verziert haben.» Über den Absatz können sich die beiden nicht beklagen. Ihre Preise sind aber auch moderat: Selbergebastelte Karten gibt es gar schon ab einem Franken. Edith Pfister ist aus Lufingen im Kanton Zürich angereist. Vor ihr Dutzende Gartenzwerge aus Beton mit lustigen, farbigen Mützen. Was dann wirklich erstaunt: Vor ihrem Koffer steht Regina Rast aus Sursee. Und die erzählt: «Wegen dieser Zwerge bin ich heute nach Nidwalden gefahren, weil sich mein Gottenkind präzis so einen zu Weihnachten wünscht.»

Kinder sorgen für Grossandrang

Apropos märchenhafte Fabelwesen: Grossandrang gibt es auch vor dem Koffer der beiden Emmetter Autorinnen Daniela Gröbli und Renate Stäheli-Gröbli. Vor allem Kinder stehen da, zusammen mit dem Steinzwerg Goldi, der sich mutig vom Fluch der Kohltalhexen befreit. Inzwischen haben Pascal Odermatt und seine Schwester Jasmin am Stand nebenan einen höchst witzigen Spruch entdeckt. Auf einem Holzschild steht, mit dem Hinweis auf eine daran befestigte Mausefalle, schön eingraviert: «Bei Stromausfall hier klingeln, wir hören Sie dann schon.»

Die Organisatorinnen zeigten sich mehr als zufrieden mit dem Anlass. Evelyne Barmettler bilanziert: «Wir haben weit über 1000 Besucher gezählt und auch die Verkäufer waren meines Wissens mit den Einkünften sehr zufrieden.» Eines steht für Evelyne Barmettler und ihre Helferinnen bereits jetzt fest: Einem fünften Nidwalder Koffermarkt 2019 – wenn möglich wieder im November – steht nichts im Wege. Finanzielle Gewinne werden übrigens mit diesem Anlass kaum gemacht.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Artikelversion wurde Daniela Gröbli statt Monika Kessler als Mitinitiantin des Koffermarkts genannt.

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