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Ab nächstem Jahr soll Parkieren in Emmetten kostenpflichtig werden

Bis anhin waren die Parkplätze in Emmetten gratis. Damit soll nächstes Jahr Schluss sein. Bei der Ausarbeitung des Reglements darf auch die Bevölkerung mitreden.
Matthias Piazza
Voller Gemeindeparkplatz an einem schönen Winterwochenende. (Bild: PD, Emmetten, 2. Februar 2019)

Voller Gemeindeparkplatz an einem schönen Winterwochenende. (Bild: PD, Emmetten, 2. Februar 2019)

An einem schönen Winterwochenende lockt es die Schneesportler in Scharen zum Schlitteln oder Skifahren in die Region Rinderbühl-Stockhütte. Der Ansturm ist auch im Dorf Emmetten nicht zu übersehen. Viele reisen mit dem Auto an – und das muss irgendwo abgestellt werden.

So ist nicht nur der grosse Gemeindeparkplatz mit rund 100 Parkplätzen zugepflastert, auch viele Parkplätze benachbarter Restaurants werden von Ausflüglern belegt, die mit der Seilbahn auf die Stockhütte oder auf den Niederbauen wollen.

Gratis-Parkplätze werden missbraucht

Rund 700 solcher Parkplätze gibt es auf dem Emmetter Gemeindegebiet – bis anhin gratis. Gemeinderat Daniel Krucker sprach an der Informationsveranstaltung zum neuen Parkplatzreglement am Donnerstag von einem Missstand: «Die Gemeinde stellt Parkplätze unentgeltlich zur Verfügung, die dann von Tagestouristen der Bergbahnen oder von Dauerparkierern genutzt werden. Die ungeregelte Situation führt auch dazu, dass viele Parkplätze von Anwohnern missbraucht werden.»

Auslöser für die Erarbeitung eines Parkplatzregelementes ist das Bauprojekt Bergrausch, wie Daniel Krucker den rund 50 anwesenden Emmettern erläuterte. Auf dem Kiesplatz, der früher 155 Parkplätze für die Gäste der Gondelbahn Emmetten–Stockhütte umfasste, entsteht die Überbauung Bergrausch der Firma Strüby. Die Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG (BBE) bieten ab Ende diesen Jahres 155 Parkplätze für ihre Gäste in der Tiefgarage der Überbauung an – allerdings kostenpflichtig. «Es würde die Gefahr bestehen, dass die Autofahrer auf die Parkplätze der Gemeinde und der Restaurants ausweichen würden, wenn diese weiterhin gratis blieben», begründete Daniel Krucker das baldige Ende der Gratis-Parkier-Ära. Ziel sei es, möglichst viele Grundeigentümer mit grösseren Parkplatzflächen zur Bewirtschaftung zu bewegen.

Dabei soll ein voll digitales Parksystem zum Einsatz kommen mit Parkuhren, die mit dem Internet verbunden sind. «Die Autofahrer können sich über die Webapplikationen Parkingpay, Easypark, Twint oder direkt an der Parkuhr registrieren und bezahlen.» Dank der Registration über die Autonummer müsse das Ticket nicht mehr hinterlegt werden, auch entfalle die Zuweisung von Parkplatznummern. Daniel Krucker sprach von einer zeitgemässen Lösung mit effizienter Bewirtschaftung und einfacher Kontrolle.

Für 2 Stunden bezahlt man 1 Franken

Die Gebühren sollen an Werktagen sowie an allen Sonn- und Feiertagen während 24 Stunden erhoben werden. Wer höchstens eine Stunde lang parkiert, bezahlt nichts, dies soll vor allem den Kunden von Läden und Dienstleistungsbetrieben entgegenkommen. Parkieren bis zu 2 Stunden kostet 1 Franken, jede weitere Stunde kostet einen Franken mehr. 5 Franken zahlt man, wenn man sein Auto zwischen 6 und 9 Stunden abstellt. Wer den Parkplatz 24 Stunden belegt, zahlt 10 Franken. Etwas höher sind die Tarife für Lastwagen oder Cars. Auch Dauerparkkarten für Anwohner und auswärtige Anwohner sind vorgesehen, sie kosten etwa für 3 Monate 120 Franken und 12 Monate 440 Franken. Daneben soll es auch noch ein paar blaue Zonen geben, wo man für wenige Stunden gratis parkieren kann.

Die Gemeinde rechnet mit Investitionskosten von 78000 Franken für die Ausrüstung ihrer rund 140 Parkplätze und die Installation der Online-Applikation. Die jährlichen Einnahmen von 54500 Franken sollen die Kosten für Winterdienst, Kontrolle und Inkasso und die übrigen Aufwendungen für die Bewirtschaftung der Parkplätze decken. Nach der allfälligen Anpassung aufgrund der Rückmeldungen aus der Vernehmlassung soll das Parkplatzreglement an der kommenden Herbstgemeindeversammlung verabschiedet und im Sommer kommenden Jahres in Kraft gesetzt werden.

Die Vernehmlassung läuft noch bis am 1. Juli. Die Unterlagen sind auf www.emmetten.ch aufgeschaltet.

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