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ABFALL: Sperrgut: Was ist das richtige Rezept?

In Nidwalden läuft die Debatte über das geeignete Entsorgungssystem für Sperrgut. Obwalden schlug vor Jahren einen eigenen Weg ein. Und das sehr erfolgreich.
Die Sperrgutanlage im Entsorgungshof im Obwaldner Hauptort. (Bild: Robert Hess (Sarnen, 26. Juni 2015))

Die Sperrgutanlage im Entsorgungshof im Obwaldner Hauptort. (Bild: Robert Hess (Sarnen, 26. Juni 2015))

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Nicht alles hat im Kehrichtsack Platz. Doch auch Matratzen und Möbel müssen entsorgt werden. Beim Wie gehen die Meinungen in Nidwalden auseinander (siehe Ausgabe vom Donnerstag). Stans, Ennetmoos, Wolfenschiessen und Dallenwil setzen ausschliesslich auf Sperrgutmarken. Damit versehen, darf man Sperrgut der Kehrichtabfuhr mitgeben. Ob die übrigen Gemeinden an separaten Sammlungen festhalten dürfen, scheint unklar. Möglicherweise braucht es zur Klärung dieser Frage gar einen Entscheid des Bundesgerichts, denn laut Regierung ist die Finanzierung von Sperrgut­sammlungen über Gemeindegebühren bundesrechtswidrig.

Der richtige Zeitpunkt, um über die Kantonsgrenze zu blicken. Obwalden wählte einen anderen Weg. Sperrgutmarken kannte man hier nie. Wer übergrossen Abfall loswerden wollte, musste bis vor wenigen Jahren auf einen der Sperrguttermine pro Jahr warten – allerdings immer in seiner Wohngemeinde. Dort konnte man seine sperrigen Abfälle loswerden. Sepp Amgarten, Geschäftsführer des Entsorgungszweckverbandes Obwalden, erläutert das teilweise aufwendige und mittlerweile abgeschaffte Prozedere so. «In Giswil beispielsweise waren bis im vergangenen Jahr jeden Monat drei Mitarbeiter von Werkdienst/Gemeindeverwaltung ein paar Stunden damit beschäftigt, das Sperrgut entgegenzunehmen, zu wägen und die Gebühr nach Gewicht einzuziehen.» Wer in einer Gemeinde ohne Sperrgutsammlung wohnte oder sie verpasste, musste zu einer privaten Entsorgungsfirma fahren. Auch Kostengründe und das nicht verursachergerechte System hätten zur Änderung geführt.

Anlage schluckt Sperrgut 24 Stunden am Tag

Vor zwei Jahren begann in Obwalden eine neue Ära. Seit Juni 2015 können alle Obwaldner ihr Sperrgut im neuen Entsorgungshof an der Militärstrasse in Sarnen entsorgen – und zwar verursachergerecht und kundenfreundlich während der ganzen Woche ausser sonntags. Möglich macht dies modernste Technik. Unbrauchbare Möbel, Teppiche, Matratzen, Hobby- und Freizeitgeräte (zum Beispiel Ski, Snowboards, Surfbretter), grössere Gegenstände oder Spielgeräte schluckt die Anlage. Die 40 Rappen pro Kilo werden automatisch über die Entsorgungskarte abgezogen.

Seit Anfang Jahr hat auch Giswil auf dieses System umgestellt. Dort kann rund um die Uhr sogar an 7 Tagen Sperrgut entsorgt werden. Die Karten können bei allen Gemeindekanzleien und beim Entsorgungszweckverband für 10 Franken bezogen und selber aufgeladen werden. In Engelberg und Lungern stehen Sperrgut-Mulden für die eigenen Einwohner zur Verfügung, da in diesen beiden Gemeinden die Sperrgutentsorgung noch mit der Grundgebühr verrechnet wird. Amgarten macht jedoch keinen Hehl daraus, dass Sperrgut letztlich auch in der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Root zusammen mit dem normalen Kehricht landet. Allerdings werde das Metall vor dem definitiven Deponieren der Schlacke heraussortiert.

«Die Leute sind begeistert»

Amgarten zieht eine positive Bilanz zum Bringsystem und insbesondere den neuen Entsorgungshöfen mit Selbstbedienung. «Die Leute sind begeistert und schätzen die Flexibilität. Jeder zahlt die Entsorgung selber, und Missbrauch ist dank der Entsorgungskarte ausgeschlossen.» Schon seit 2007 entsorgt Obwalden nach dem Verursacherprinzip, entweder über den Gebührensack oder mit der Entsorgungskarte nach Gewicht in Presscontainern bei den Sammelstellen. Gewerbe und Industrie entsorgen grössere Mengen mit einer gewichtsabhängigen Gebühr im eigenen Container. Mit Ausnahme des Kehrichts müssen die Obwaldner alles bringen, nebst Sperrgut auch Grüngut, Altpapier, Altkarton, Glas, Batterien und anderes. Damit hätten die meisten kein Problem, versichert Amgarten. «Die Leute gewöhnten sich schnell daran.» Es sei zumutbar, dass man die Wertstoffe in den Entsorgungshof bringt. «Einkäufe muss man ja auch transportieren, nur in die umgekehrte Richtung.»

Nidwaldner Präsident will sich nicht äussern

Paul Matter, Präsident des Kehrichtverwertungsverbandes Nidwalden, wollte sich auf Anfrage zur laufenden Diskussion in Nidwalden und zum Obwaldner System nicht äussern. «Die Sperrgutentsorgung über die Kehrichtabfuhr mit Marken funktioniert in Nidwalden meines Wissens gut. Was mit den Gemeinden passiert, welche an der separaten Sperrgutsammlung festhalten wollen, werden wir sehen.»

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