ABSTIMMUNG: Rauchverbot: Todesstoss für die Beizer?

Ob das Rauchverbot «das Ende der Dorfbeiz» ist oder gar zu mehr Umsatz führt, ist heftig umstritten. Klar ist: In «rauchfreien» Kantonen steht das Volk voll dahinter.

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(Symbolbild Keystone)

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Klar ist: Rauchen schadet der Gesundheit. Doch führt das Rauchverbot für die Wirte auch zu Umsatzeinbussen, wie oft behauptet wird? Was passiert mit den Nidwaldner Beizen und Bars, wenn das Volk dem Rauchverbot zustimmt und damit die Raucher in Fumoirs oder nach draussen drängt? Darüber ist ein Glaubenskrieg entbrannt, wie folgende Aussagen belegen:

Der durchschnittliche Umsatzrückgang in den «rauchfreien» Kantonen Tessin, Genf und Graubünden beläuft sich auf 6 Prozent, hat Gastrosuisse errechnet.

«Der Umsatzrückgang wegen des Rauchverbotes liegt im Tessin bei gut 10 Prozent», sagt Gabriele Beltrami, Geschäftsführer von Gastro Ticino.

Die Sachen mit den Zahlen...
«Diese Zahlen sind nicht belegt», kontert Simon Küffer, Projektleiter Tabakpolitik der Lungenliga Schweiz. Er verweist auf die Webseite von Gastro Ticino. Dort sei das Jahr 2007 als durchaus erfolgreich beschrieben worden was bei einem Umsatzrückgang von 10 Prozent kaum der Fall gewesen wäre. Allerdings hat auch Küffer keine Zahlen zur Hand, die die Aussage des Gastro-Ticino-Präsidenten widerlegen könnten.

Rund 100 Studien beweisen, dass ein Rauchverbot in Gaststätten keine Umsatzeinbussen mit sich bringt, schrieb CVP-Landrätin Doris Marty im «Pro und Kontra» in dieser Zeitung. Restaurants entwickeln sich nach Einführung des Rauchverbots gar besser.

In Graubünden, so ihr «Kontra»-hent und FDP-Landrat Erich Näf, verzeichnen gewisse Wirte Umsatzeinbussen im zweistelligen Bereich. Das Rauchverbot ist dort seit 1. März in Kraft. Erste Betriebe haben bereits aufgegeben. Näf prophezeit «das Ende unserer Dorfbeizen».

«Diese Zahlen sind nicht belegbar und völlig aus der Luft gegriffen», widerspricht Fluren Fravi, Geschäftsführer von Gastro Graubünden.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.