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Alois Bissig erleidet seine bitterste Niederlage

Der ehemalige Nidwaldner Regierungsrat Alois Bissig wird nicht für den Nationalrat kandidieren. Die CVP-Ortspartei in Ennetbürgen hat ihm eine Abfuhr erteilt. Tritt der dennoch an?
Kurt Liembd
Alois Bissig, ehemaliger Nidwaldner CVP-Regierungsrat. (Archivbild: Corinne Glanzmann)

Alois Bissig, ehemaliger Nidwaldner CVP-Regierungsrat. (Archivbild: Corinne Glanzmann)

Ein so klares Resultat hatte der ehemalige Regierungsrat und Justizdirektor Alois Bissig (62) wohl nicht erwartet. Er gehe von einem sehr knappen Ausgang aus, meinte er gegenüber unserer Zeitung. Dies sagte er zum Zeitpunkt, als die rund 40-minütige Diskussion um seine Kandidatur lief. Er selber war aber nicht dabei, sondern sass draussen im Restaurant, während im Saal die Diskussion um seine Kandidatur lief. Denn Alois Bissig musste in den Ausstand, ebenso wie seine Frau Rosy, die ebenfalls Parteimitglied ist.

Zudem wurde beschlossen, dass die Diskussion unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, sodass auch der Pressevertreter in den Ausstand musste. Nach rund 40 Minuten wurden das Ehepaar Bissig und der Pressevertreter wieder in den Saal geholt und die Wahlzettel verteilt. Nach wenigen Minuten folgte das Verdikt: 17 Personen der CVP Ennetbürgen sprachen sich gegen Bissigs Kandidatur aus, 11 dafür. Wobei es nur neun «richtige» Stimmen sind, denn unter den 11 Ja-Stimmen sind auch jene von Bissig und seiner Frau.

Nach der Verkündung des Resultats sagte Toni Odermatt, Präsident der CVP Ennetbürgen: «Es war eine sehr sachliche Diskussion und kein persönlicher Angriff auf Alois Bissig». Es seien Argumente gefallen wie etwa, dass die Wahlchancen zu gering seien oder dass einige lieber eine Frau hätten. Toni Odermatt hielt Bissig zugute, dass er mit seiner Diskussion viel bewegt habe, was die Partei sogar mit einem Applaus quittierte.

Alois Bissig selbst zeigte sich versöhnlich und akzeptierte den Entscheid im Sinne der Demokratie, auch wenn seine grosse Enttäuschung spürbar war. Die Frage, ob er nun als «Wilder» oder Parteiloser kandidiere, liess Bissig offen. «Nur wenn die CVP Kantonalpartei nicht antritt, werde ich es mir überlegen», sagte er unverbindlich gegenüber dieser Zeitung.

Originellen Wahlkampf angekündigt

Bevor die geheime Diskussion stattfand, wurde Bissig von Kevin Indelicato, dem Präsidenten der jungen CVP Nidwalden, vorgestellt. «Ich bin überzeugt, dass Alois Bissig die richtige Person ist», so Indelicato. Danach stellte sich der Kandidat gleich selbst vor und unterstrich in einem ausführlichen Referat, weshalb es für die CVP sehr wichtig sei, an den Nationalratswahlen teilzunehmen, und weshalb er dafür bestens geeignet sei. «Wenn wir nicht antreten, sind wir eine Standby-Partei», so Bissig. Zudem sagte er, dass er noch kein Wahlkomitee habe und sehr motiviert sei, einen intensiven und originellen Wahlkampf zu führen.

Mario Röthlisberger ist neuer Präsident

Die Situation ist nun so, dass die CVP-Ortsparteien die Möglichkeit haben, der Kantonalpartei bis zum 30. Juni Kandidaten für den Nationalrat zu melden. Am 30. August wird der CVP-Parteitag darüber befinden, ob und mit wem die CVP Nidwalden gegen den bisherigen Peter Keller (SVP) bei den Nationalratswahlen antreten wird.

Ferner wählte die Ortspartei CVP Ennetbürgen einen neuen Präsidenten in der Person des 26-jährigen Mario Röthlisberger. Dieser löst den bisherigen Präsidenten Toni Odermatt ab. Röthlisberger amtete bis vor kurzem während sieben Jahren als Präsident der Jungen CVP Nidwalden. Als zusätzliches Vorstandsmitglied der CVP Ennetbürgen wurde Natascha Hurschler (39) gewählt.

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