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Alois Bissig möchte in den Nationalrat

Der ehemalige Nidwaldner Regierungsrat will den SVP-Nationalratssitz von Peter Keller angreifen. Am Mittwoch entscheidet die Ennetbürger CVP, ob sie ihn zuhanden der Kantonalpartei nominiert. Die Ausgangslage ist offen.
Martin Uebelhart
Alois Bissig spricht am Nominationsparteitag der CVP für die Regierungsratswahlen 2014. (Bild: Roger Zbinden (Wolfenschiessen, 10. Januar 2014))

Alois Bissig spricht am Nominationsparteitag der CVP für die Regierungsratswahlen 2014. (Bild: Roger Zbinden (Wolfenschiessen, 10. Januar 2014))

«Wieder mal ein Nationalrat aus Ennetbürgen? – Ja das wär’s doch!» Das schreibt der frühere Justiz- und Sicherheitsdirektor Alois Bissig am Schluss eines Briefes, den er den Ennetbürger CVP-Mitgliedern geschickt hat. Mit dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, wirbt er um Unterstützung an der Nominationsversammlung der Ortspartei vom Mittwochabend.

Bissig bestätigt auf Anfrage seine Ambitionen auf den Nationalratssitz. «Das Amt reizt mich ausserordentlich. Ich bin ein sehr politischer Mensch und habe mich neben einem ausgefüllten Berufsleben auch immer politisch engagiert», hält er fest. Es wäre fatal, wenn die CVP in ihren Stammlanden diese Chance nicht nutzen würde, gegen den Vertreter der SVP anzutreten, findet er. Angesichts dieser grundsätzlichen Haltung sei die Frage der Chancen sekundär, wie er betont. Selbst wenn es für ihn nicht zur Wahl reiche, würden doch die Stimmen der CVP auf schweizerischer Ebene zugutekommen.

Er sei ein valabler Kandidat, hält der 62-Jährige fest. Er habe langjährige Erfahrung und eine gute Ausbildung. «Ich bin im Engelbergertal aufgewachsen und lebe heute mit meiner Familie in Ennetbürgen. Ich kenne die Anliegen des Kantons.»

Die vergangenen vier Jahre gälten allgemein als «verlorene Legislatur», da sich die Polparteien gegenseitig neutralisiert und die Lösung von dringenden Problemen verhindert hätten, schreibt er in seinem Brief. «Es braucht die CVP als konstruktive, kompromissfähige Kraft im Bundesparlament.» Überdies seien «viele Wählerinnen und Wähler mit der Politik der SVP, wie sie vom unbestrittenermassen sehr umgänglichen Peter Keller mit Konsequenz vertreten wird, nicht einverstanden».

Er erhält Reaktionen auf beide Seiten

Jetzt im Vorfeld der Versammlung höre er Stimmen, die sagten, die CVP müsse unbedingt kandidieren. Doch höre er auch das Gegenteil, etwa, dass sich der Aufwand und das Geld für einen Wahlkampf ohne grosse Chancen nicht lohnen würden.

Ein konkretes Komitee, das ihn unterstütze, gebe es noch nicht, sagt er weiter. «Ich will jetzt erst einmal die Nominationsversammlung abwarten.» Im Falle einer Nomination strebe er ein überparteiliches Komitee an. «Dafür habe ich auch schon Zusagen.»

Der Jurist Alois Bissig führt heute seine eigene Firma Bissig & Partner AG. Von 2010 bis 2014 war er Nidwaldner Justiz- und Sicherheitsdirektor. Bei den Regierungsratswahlen 2014 holte er die wenigsten Stimmen der drei CVP-Kandidaten. Daraufhin beschloss die Parteileitung, ihn nicht mehr für den zweiten Wahlgang ins Rennen zu schicken. Vor seiner Zeit im Regierungsrat war er unter anderem leitender Nidwaldner Verhörrichter – heute Staatsanwaltschaft.

Parteiversammlung entscheidet

Ob Bissig zuhanden des CVP-Kantonalvorstands als Nationalrat nominiert wird, entscheiden die Ennetbürger Parteimitglieder am Mittwoch an einer Versammlung. «Alois Bissig hat sich eingebracht und wir haben die Frage einer Nominierung als zusätzliches Traktandum der Versammlung aufgenommen, die wir ohnehin jeweils vor der Gemeindeversammlung abhalten», so Ortsparteipräsident Toni Odermatt. Wie er auf Nachfrage erklärt, gebe der Ortspartei-Vorstand keine Empfehlung ab, da es kontroverse Meinungen gebe.

Der CVP-Kantonalvorstand möchte im Moment zum Thema keine Stellung nehmen. «Wir warten die Entscheidung der Ennetbürger Nominationsversammlung ab», sagte Parteipräsidentin Therese Rotzer gestern auf Anfrage.

Der bisher einzige Nationalrat aus Ennetbürgen war übrigens laut einer Liste auf der Website des Kantons Gottfried Odermatt (1880–1947), der Nidwalden von 1935 bis 1943 in der grossen Kammer vertrat.

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