«ALPENFESTUNG»: «Festung bot wenig spannende Geschichten»

Der Publikumsrat nimmt Stellung zur Sendung «Alpenfestung». Er beurteilt das Projekt als interessant, nennt aber auch Mängel.

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Die Festung oberhalb von Beckenried. (Bild Markus von Rotz/Neue NZ)

Die Festung oberhalb von Beckenried. (Bild Markus von Rotz/Neue NZ)

«Mit 'Alpenfestung' – Leben im Réduit» hat sich SF an ein interessantes und auch streitbares Zeitthema gewagt», schreibt der Publikumsrat in einer Mitteilung. Das Projekt sei handwerklich gut umgesetzt worden. Weiter lobt der Publikumsrat die Moderation von Oliver Bono und die Gespräche mit den Experten und Zeit­zeug­en. Die Zeit von 20 Minuten für die Berichterstattung habe hingegen kaum ausgereicht, um ausführlich über die Geschehnisse des Tages zu berichten. Deshalb hätte der Publikumsrat eine Sendezeit von 45 Minuten bevorzugt.

«Sehr gute Noten» erhält das Living-History-Projekt für die vorbereitenden Sendungen bei «Schweiz aktuell», das breite Begleitprogramm mit Dokumentationen und Filmen sowie die ergänzenden Informationen im Internet.

Jedoch sei das Projekt insbesondere in der Berichterstattung aus der Festung Fürigen an Grenzen gestossen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. So konnten die Alltagsprobleme der Betroffenen zu wenig überzeugend dargestellt werden. Als zusätzliche Schwierigkeit nennt der Publikumsrat die Tatsache, dass sich die «Soldaten» von heute in der Festung geistig kaum in die damalige Zeit mit all ihren Bedrohungen, Ängsten und Problemen einfühlen konnten. «Der Alltag in der Festung bot nur wenig Stoff für wirklich spannende Geschichten», heisst es weiter.

sab