Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

ALPNACH: Er packt schon vor dem Anschwingen an

Die letzten Vorbereitungen für das 111. Innerschweizer Schwing- und Älplerfest vom Wochenende laufen – fleissig angepackt hat Lokalmatador Stefan Gasser. Ob er das am Sonntag auch im Sägemehlring tut, ist aber noch ungewiss.
Der Alpnacher Kranzschwinger Stefan Gasser (rotes T-Shirt) ist sich nicht zu schade, beim Aufbau der Arena tatkräftig mitzuhelfen. (Bild: Christoph Riebli (Alpnach, 23. Juni 2017))

Der Alpnacher Kranzschwinger Stefan Gasser (rotes T-Shirt) ist sich nicht zu schade, beim Aufbau der Arena tatkräftig mitzuhelfen. (Bild: Christoph Riebli (Alpnach, 23. Juni 2017))

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch

Eines vorweg: Für das bevorstehende Schwingspektakel vom Sonntag mit Christian Stucki und Co. gibt es noch einige hundert Stehplatz-Tickets an der Tageskasse. Die Tribünenplätze dagegen sind ausverkauft (bei unserer Leseraktion gibt es noch welche zu gewinnen). Ein Ausflug aufs Festgelände lohnt sich aber auch ohne Tickets: Im Schwingerdorf beim Flugplatz Alpnach wird am Sonntag das Platzgeschehen live auf einer Grossleinwand übertragen. Und damit alles klappt, legt sich auch der 36-fache Kranzer und Lokalmatador Stefan Gasser mächtig ins Zeug: «In Schwingerkreisen hilft man sich gegenseitig, das ist gang und gäbe», erklärt der 31-Jährige schweissgebadet, während er bei den Aufbauarbeiten mit anpackt. Und zum Flüssigkeitsverlust bei fast 35 Grad: «Wir haben ein super Helferbeizli, dort versorgen zwei pensionierte Wirte die Helfer mit kalten Getränken.» Allgemein seien besonders viele ehemalige Schwinger und Pensionierte voller Elan mit dabei, lobt er.

Total über 1300 Helfer sind es, die das dreitägige Fest vom Freitagabend bis Sonntag (siehe Kasten) überhaupt ermöglichen. Darunter sind viele Vereine, aber auch etwa 30 Zivilschützer, die seit rund zwei Wochen beim Aufbau helfen. «Der Zeitplan stimmt, wir sind sogar voraus», erklärt OK-Präsident Andreas Albert beim Augenschein am vergangenen Freitagnachmittag zufrieden, «die Helfer und die anderen OK-Mitglieder machen einen tollen Job.»

Ausgerechnet die beiden Alpnacher mit Verletzungspech

Und wie sieht es sportlich aus? Prognosen sind das eine, ein Obwaldner Festsieger das andere: So einen hat es auf heimischem Boden nämlich noch nie an einem Innerschweizer Schwing- und Älplerfest gegeben. In Alpnach waren es 1934, 1941 und zuletzt 1982 alles Luzerner (Theodor Dietschy, Josef Hofstetter) sowie der Urner Walter Wyrsch, die siegten. Gerade für Stefan Gasser wäre ein Heimsieg somit doppelt legendär. In Sachseln vor zwei Jahren hat es für ihn am Ob- und Nidwaldner Kantonalen geklappt. Notabene war es ebenfalls das 111., wie nun das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest, das vor der Tür steht. Das muss doch einfach Glück bringen, zumal Gasser im vergangenen Monat am Kantonalen in Beckenried den 2. Platz geholt hat und somit in Form wäre. Oder? Leider nein: «Ich habe mir danach am Luzernischen zwei Sehnen an der linken Schulter angerissen», erzählt der gelernte Zimmermann etwas gequält. Arbeiten und helfen sei kein Problem, schwingen schon eher. Noch sei ungewiss, ob er überhaupt antreten könne – Mitte Woche will er entscheiden. Und wenn er antritt? «Nach fünfwöchiger Trainingspause gehöre ich erst recht nicht zum Favoritenkreis, aus Obwaldner Sicht wohl aber Benji von Ah», lautet sein Tipp. «Ein Kranz nach dieser Vorgeschichte, das wäre mein persönlicher Traum.» Lädiert ist ebenfalls Stefan Langensand, der zweite Lokalmatador. Dieser hat mit Knieproblemen zu kämpfen. «Wir beide hoffen, dass es uns für eine Teilnahme reicht. Schliesslich ist es der absolute Höhepunkt, so ein Fest in der eigenen Gemeinde», sagt Gasser.

Besondere Freude am Heimfest in Alpnach hat auch der OK-Präsident: «Praktisch gleich dort neben der Arena bin ich aufgewachsen», zeigt Andreas Albert auf den elterlichen Hof Neumatt, der fast an die Arena für total 10 000 Zuschauer grenzt. Familiär ist denn auch seine Beziehung zur Schwingszene, da er selbst Kranzschwinger war und sich jahrelang im Verband engagierte. «Der Boom, der aktuell im Schwingen drin steckt», stört ihn überhaupt nicht. Aus Organisatorensicht steige zwar der Aufwand, da nicht länger nur ländliche und bäuerliche Kreise sich dafür interessieren, es mehr von allem brauche (Platz, Verpflegung, WC, Parkplätze). Dafür sei man bei der Helfer- und Sponsorensuche auf sehr viel Goodwill gestossen, erzählt der OK-Präsident.

Übrigens: Für Daheimbleibende überträgt das Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 die Geschehnisse vor Ort während 12 Stunden live. Sendestart ist am Sonntagmorgen ab 7 Uhr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.