Als die Wiesenberger die Hitparade stürmten und Obwalden die Sonderzonen verwarf

Den November 2009 prägten umstrittene Vorlagen und Tourismuskonzepte – und etwas Musik, wie unsere Rubrik «Weisch nu» zeigt.

Sandra Peter
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Die Pilatusbahn gibt am 3. November 2009 ihre Umbau- und Investitionspläne bis Frühling 2011 bekannt. Das denkmalgeschützte Hotel Kulm und das Hotel Bellevue auf dem Pilatus werden saniert und mit einer Galerie mit verglasten Fronten verbunden. Das Dach der Galerie bildet eine Terrasse, informiert die Bahn. Im Hotel Kulm entstehen aus dem Panoramarestaurant vier Bankett- und Seminarräume. Im runden Hotel Bellevue werden die Gastronomieräume zu einem Selbstbedienungsrestaurant umgebaut. An der Talstation in Alpnachstad entsteht ein neuer Vorplatz mit Ticketpavillon. Insgesamt tätigt die Bahn Investitionen von 30 Millionen Franken.

Wiesenberger sind Hitparadenstürmer

«Das Feyr vo de Sehnsucht» von den Wiesenberger Jodlern und Francine Jordi wird zum Hit des Jahres erkoren. Der Jodlerklub und die Sängerin gewinnen am 21. November 2009 in Kreuzlingen das Finale der vierten Hit-Staffel des Schweizer Fernsehens. Bis dahin war das Lied 47 Wochen in den Charts und wurde rund 50000-mal verkauft.

Die Gondelbahn Stöckalp–Melchsee-Frutt wird ersetzt. Dies geben die Sportbahnen am 24. November bekannt und stellen das neue Projekt von 30 Millionen Franken vor. Neu sollen 15er-Gondeln auf die Frutt fahren und dazu die Tal- und die Bergstation neu gebaut werden. Das vorgestellte Projekt umfasst auch einen Busparkplatz sowie ein Parkhaus. Die Bahn geht im Dezember 2012 in Betrieb.

Abfuhr für «Sonderzonen für Wohlhabende»

In Obwalden lehnen die Stimmberechtigten am 29. November einen Nachtrag zum Baugesetz ab. Dieser hätte dem Kanton die Festlegung von Zonen mit hoher Wohnqualität von kantonalem Interesse sowie Arbeitsgebiete von kantonalem Interesse ermöglicht. Die Regierung und das Parlament wollten damit besonders attraktive Rahmenbedingungen für den Zuzug von einkommens- und vermögensstarken Personen schaffen. Rund 62 Prozent sind dagegen.

Gemeindeversammlungen bleiben bestehen

Das Nidwaldner Volk stimmt gegen die Abschaffung der Gemeindeversammlung. Das Ergebnis gegen die SP-Initiative fällt mit rund 65 Prozent Nein-Stimmen deutlich aus. Der Regierungsrat verspricht in der Abstimmungsbotschaft, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die die Stellung der Gemeindeversammlung überprüfen soll. Die daraufhin eingesetzte Arbeitsgruppe «Gemeinde 20X» kommt zum Schluss, dass die Vorteile der Institution Gemeindeversammlung die Nachteile klar überwiegen. Daraus folgert der Regierungsrat, dass kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht und verzichtet auf weitere Schritte. Die vorberatende landrätliche Kommission kritisiert den Bericht im Dezember 2009 zwar als «oberflächlich» und die Arbeitsgruppe als «einseitig zusammengesetzt». Die Kommission stellt sich die Frage, ob der Regierungsrat das Versprechen damit tatsächlich eingelöst hat. Dennoch lehnt sie ein Postulat ab, das fordert, dass Vertreter von Gemeinden und Kantonen die Vor- und Nachteile der Urnendemokratie oder eines Gemeindeparlaments aufzeigen sollen. Die Arbeitsgruppe war zu diesem Zeitpunkt bereits wieder aufgelöst worden.

Neun von einer Jury ausgewählte Architektenteams können beim Wettbewerb für ein «Dorf mit Zentrum» ihre Ideen für das zukünftige Alpnach präsentieren. Der Wettbewerb verlangt dabei auch Vorschläge für den Bau einer Dorfhalle. Auf den ersten Platz schafft es beim Wettbewerb ein Projekt, das die Mehrzweckhalle östlich des Schulhauswaldes von der Pfisternstrasse bis in den Bereich des alten Kindergartens vorsieht. Für das Feuerwehrgebäude müsste deswegen ein neuer Standort gesucht werden, zwei private Gebäude und der alte Kindergartenpavillon müssten weichen. Bis heute hat die Gemeinde Alpnach keine Mehrzweckhalle.