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Am Hofair in Dallenwil ist alles etwas anders

Beim schönsten, kleinsten Open Air der Zentralschweiz spielen die Bands auf dem Güllenkasten und die Veranstalter machen schon um zehn Uhr Feierabend. Das vierte Hofair zog rund 350 Fans an.
Christian Hug
Das deutsche Trio Lässing gibt am Hofair in Dallenwil Gas. (Bilder: André A. Niederberger (Dallenwil, 8. September 2018))

Das deutsche Trio Lässing gibt am Hofair in Dallenwil Gas. (Bilder: André A. Niederberger (Dallenwil, 8. September 2018))

Das Hofair in Dallenwil ist so ziemlich das eigenwilligste Open Air weit herum: Die Gäste-Platzzahl ist beschränkt, Vorverkauf gibt es keinen, die Musik der Bands ist wild durchmischt und vor allem: Die Musiker spielen auf dem Güllenkasten des Landwirtschaftsbetriebs Hof von Moni und Joe Odermatt. Das Hofair ist ihre grossartige Idee und ihr finanzielles Risiko. Wobei: Um Geld geht es überhaupt nicht. «Wir wollen einfach einen tollen Anlass für Livemusik-Freunde organisieren», sagt Joe Odermatt. «Allein schon, weil der Anlass so klein ist, können wir daran gar kein Geld verdienen, wir sind auf Sponsoren angewiesen.»

Katharina Busch bei ihrem Auftritt.

Katharina Busch bei ihrem Auftritt.

Auch das macht das Hofair ungewöhnlich: Um zehn Uhr abends ist fertig. Zumindest mit der Musik. «Man muss ja nicht immer bis in alle Nacht Party machen», sagt Joe Odermatt. Dafür beginnt das erste Konzert bereits am Nachmittag um halb zwei.

Zur Musik gab es Graffiti-Kunst und Fleischvögel

Am Samstag war es die Obwaldner Folk-Rock-Heiterkeitskombo Proud Lizzy, die das vierte Hofair eröffnete, gefolgt von der Urner Band Slaves for the Queen, die durchgehend Songs der Stonerrock-Formation Queens of the Stone Age covern. Um vier Uhr betraten The Free Electric Band den Güllenkasten beziehungsweise die Bühne: vier Musiker aus der Zentralschweiz, die Pop- und Rocksongs aus den letzten Jahrzehnten covern. Das klang kompakt und solide, weil alle vier schon seit Jahrzehnten in Bands spielen. Mehr fürs Gemüt war der anschliessende Auftritt der bayrischen Singer/Songwriterin Katharina Busch mit feinfühligen Songs über Befindlichkeiten und Weltbetrachtungen.

The Free Electric Band aus der Zentralschweiz zeigen ihr Können.

The Free Electric Band aus der Zentralschweiz zeigen ihr Können.

Das deutsche Trio Lässing holte dann das Publikum mit schnörkellosem Deutschrock wieder zurück auf den Kiesboden zwischen Wohnhaus und Stall und spielte Lieder mit so lustigen Titeln wie «I was a teenage Aushilfskraft». Frontmann Ibrahim Lässing nennt diese Musik ironisch «Loser-Rock».

Lässing, die Band aus Deutschland, legt sich ins Zeug. Den kleinen Zuhörern gefällt's.

Lässing, die Band aus Deutschland, legt sich ins Zeug. Den kleinen Zuhörern gefällt's.

Inzwischen schlich sich schon die Nacht an, höchste Zeit also, sich bei Störkoch Tony von Matt mit einem seiner riesigen Fleischvögel zu verpflegen, sich beim Team von High5 ein frisch gebrautes Bier zu gönnen und nachzusehen, wie weit das Graffiti des Ennetbürger Spraydosen-Magiers Anoy an der Stallwand gediehen ist. Dieser hat vor einiger Zeit sein Hobby zum Beruf gemacht und ist jetzt 100 Prozent Graffiti-Künstler.

Zum Glück sind die Kühe auf der Alp

Als letzte Band forderte das deutsche Trio Transmitter starke Nerven: Gesang, Elektronik, Schlagzeug, überaus heftig nach Manier der Bigbeat- und Elektro-Vorbilder Prodigy und Underworld mit Bässen und hämmernden Beats. Und zwar so laut, dass man wohl noch unten im Dallenwiler Dörfli mittanzen konnte. Das war absehbar nicht jedermanns Sache, aber für Kenner ein Fest. Zum Glück sind die Kühe auf der Alp oder waren bei Nachbarn untergebracht. Was danach folgte, war ein friedvoller Ausklang mit Discokugellicht und ganz leise klimperndem Alternative Country aus der Konserve. Herrlich.

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