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Angst vor Schmutzli endet mit Happy End

Wie war es noch, als statt des neusten Handys warme gestrickte Socken unter dem Christbaum lagen? Oder als es noch genug Schnee gab, um ab November im Dorf zu schlitteln? Tauchen sie mit uns ein in die Kindheit dreier Betagter vor 70 und mehr Jahren, als man klitschnasse Schuhe im Ofen trocknen musste.
Gespräch: Markus von Rotz
Drei Bewohner des Betagtenheims Eyhuis in Lungern haben für uns Erinnerungen an Weihnachten usw. in frühere Zeiten aufgewärmt (von links): Marie Vogler-Gasser, Hans Imfeld und Hedi Gasser-Gasser. (Bild: Bilder: Corinne Glanzmann (19. Dezember 2018))Drei Bewohner des Betagtenheims Eyhuis in Lungern haben für uns Erinnerungen an Weihnachten usw. in frühere Zeiten aufgewärmt (von links): Marie Vogler-Gasser, Hans Imfeld und Hedi Gasser-Gasser. (Bild: Bilder: Corinne Glanzmann (19. Dezember 2018))
Witzig und sehr präsent erzählten (von links) Marie Vogler, Hans Imfeld und Hedi Gasser von Mädchen ohne Hosen, von Tannzapfen, die als Spielkühe dienten, oder wie man früher ohne Zentralheizung Kleider trocknete.Witzig und sehr präsent erzählten (von links) Marie Vogler, Hans Imfeld und Hedi Gasser von Mädchen ohne Hosen, von Tannzapfen, die als Spielkühe dienten, oder wie man früher ohne Zentralheizung Kleider trocknete.
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Angst vor Schmutzli endet mit Happy End

Womit wollen wir beginnen, was fällt am einfachsten zu erzählen?

Hans Imfeld unterbricht: Zum Wohl.

Er hebt sein Rivella-Glas. Man prostet sich unter Gelächter zu.

Was lag früher unter dem Christbaum bei Familie Vogler?

Marie Vogler: Ich bekam viel vom Christkind, weil ich lange allein Kind war. Meine Mutter ist sehr jung gestorben, mein Vater hat erst fünf Jahre später wieder geheiratet. Ich bekam mal einen Kanarienvogel mitsamt Käfig. Später, als ich sechs Geschwister hatte, musste ich diese an Weihnachten jeweils betreuen und ablenken, damit in Ruhe der Christbaum hergerichtet werden konnte. Da gingen wir zum Beispiel schlitteln oder bauten einen Schneemann.

War der Kanarienvogel eine Überraschung, oder wollten Sie den?

Marie Vogler: Den hatte ich mir gewünscht. Später mal wünschte ich mir eine Puppe, ein «Titi», wie wir sagten, eines aus Porzellan, wie es damals noch nicht so bekannt war. Es war schön im Biedermeierstil gekleidet. Monate später wollte meine kleine Schwester diese Puppe einer Kollegin zeigen, hielt sie zum Fenster raus und liess sie fallen ... und vorbei war es mit der Herrlichkeit.

Hans Imfeld: Ja, was bekamen wir zu Weihnachten? Ein paar Socken oder gestrickte Strümpfe. Vor allem Praktisches, zum Anziehen oder so.

Gab es grosse unerfüllte Wünsche?

Hans Imfeld: Davon hatte ich doch keine Ahnung, das hat mich auch nicht sehr interessiert. Aber mein Vater holzte immer und ging jeweils einen Christbaum holen. Da nahm er irgendwo einen «Besen». Ich sagte jeweils, damit könnte man nicht mal einen Kamin russen. Das Beste, woran ich mich erinnere: In den 70er-Jahren mal, als ich mal zu Weihnachten zum Stall raufkam, fand ich unter einem Pelzmantel den «Fade-Kari» kauern und schlafen. Kennst du den?

Marie Vogler: Der war ein Begriff im ganzen Kanton. Er kam aus Nidwalden.

Hans Imfeld: Aber die Mutter soll eine Lungererin gewesen sein, wie man später erfuhr. Er ging oft oberhalb der Bahnlinie in einem Stall schlafen. Mir erzählte er, man habe ihm empfohlen, in diesem Stall zu schlafen, weil es dort dank der Kühe warm sei. Als ich abends zur Kirche ging, sagte ich den anderen, sie müssten für ihn auch kochen, weil er mit uns esse. Als ich zurückkam, rasierte er sich vor einem Spiegel. Ich hatte ein gutes Werk getan, und er war zufrieden damit. Dann zog er wieder ins Dorf.

Hedi Gasser: Bei uns hatte es unter dem Christbaum für jedes ein Geschenk, vielleicht etwas Schokolade. Und für die Kinder, die im Frühling («Uistage») zur Schule mussten – damals begann das Schuljahr im Frühjahr – vielleicht eine Schultasche, vielleicht noch Farben, in erster Linie praktische Sachen, oder was zum Anziehen.

Also nicht unbedingt Geschenke, sondern Dinge, die man ohnehin gekauft hätte?

Hedi Gasser: Doch Geschenke gab es schon auch. Wir haben jeweils Zettel geschrieben fürs Christkind und hinter das Vorfenster gelegt, mit Wünschen drauf. Die waren anderntags meist weg. Zuweilen hat das genützt. Ich erinnere mich an ein Holzpuzzle oder Farbstifte oder ein Malbuch oder ein «Titi» oder einen Bäbiwagen («Scheeseli»). Was die Buben bekamen, weiss ich nicht mehr. Kühe aus Holz hat der Vater selber hergestellt.

Marie Vogler: Meine vier Brüder bekamen zum Beispiel mal ein grosses Kegelspiel mit Holzkegeln. Ich kann mich nicht an vieles erinnern – aber es gab oft Spielsachen. Als ich verheiratet war, hatte ich selber weniger Geld für grosse Geschenke. Einmal sagte mir ein Nachbarskind, ich bekäme immer Spielsachen vom Christkind, obwohl ich schon alles hätte, und sie bekämen nur Kleider. Ja, meine Kinder mussten dann etwas schmaler durch als ich selber.

Hans Imfeld: «Chräpfli» (Guetzli) und Mandarinen hatte es bei uns immer auch unter dem Christbaum. Und spanische Nüssli. «Immer e Huifä.»

Marie Vogler: Ja, bei uns auch, und Schokolade. Einer meiner Brüder kletterte mal den Christbaum hoch, weil er Schoggi holen wollte. Der Baum fiel um und einige Kugeln waren kaputt.

Hedi Gasser: Was ich mich auch erinnere: Die Christbäume waren früher viel bunter, es hatte Kugeln in allen Farben daran, dafür hängte man jedes Jahr die gleichen auf.

Welche Erinnerungen gibt es an den Samichlaus?

Hedi Gasser: Eigentlich nicht so gute. Bei uns kam ein einziges Mal der richtige Samichlaus mit Schmutzli. Der Schmutzli rannte uns überall hinterher. Wir hatten zu sehr Angst. Von da an kam der Samichlaus jeweils nachts und legte was bei der Haustüre nieder, das dann am anderen Tag einfach da lag. Ich hatte noch Angst vor dem Schmutzli, als ich die Schulzeit hinter mir hatte. So ein halbwilder, wie der damals war, so dürfte man heute nicht mehr sein.

Aber in den Sack genommen wurde nie jemand von euch?

Hedi Gasser: Nein, nein. (Die anderen stimmen zu). Aber davon erzählt hat man uns jeweils.

Hans Imfeld: Als der Samichlaus kürzlich hier ins Heim kam, musste der Schmutzli draussen warten. Nur die Diener durften rein.

Marie Vogler: Ja, das stimmt, warum wohl nicht? Ich finde, der Schmutzli hätte ruhig auch reinkommen dürfen.

Die Angst vor ihm dürfte heute überwunden sein.

Marie Vogler: Ja, sicher, sie sind ja nicht mehr so wild. Am liebsten rennen sie den jungen Mädchen nach, um sie ein wenig zu «brämen».

Marie Vogler: Vom Samichlaus weiss ich noch, als es keine Chlausgesellschaft gab. Ein Schuhmacher namens Willy kam aus dem Luzernischen nach Lungern zurück, eröffnete hier eine Werkstatt und rief den Samichlaus ins Leben. Er ging selber als Samichlaus und hatte einen Schmutzli dabei, aber keine Trinklerbuben. Dafür nahm er seine zwei musizierenden Brüder mit, die ein oder zwei Tänzchen spielten. Später übernahm die Jungmannschaft den Brauch. Ich hatte immer Angst vor dem Schmutzli, wie überhaupt vor allem, das verkleidet war, auch vor Maskeraden. Als dann der Samichlaus mal wieder herumzog, meinte meine Mutter, ich müsste mich schon endlich mal wie ein grosses Mädchen aufführen und ihm Red und Antwort geben, schliesslich müsse ich im Frühling zur Schule. Ich versprach es, aber als er immer näherkam – ich hörte es trinkeln – versteckte ich mich in der «Chamere» (Schlafzimmer) unter dem Bett, bis der Schmutzli kam und mich hervorholte. Und der Clou ist: Diesen Schmutzli habe ich später geheiratet – oder er mich.

Und wie hatte es Hans Imfeld so mit dem Schmutzli?

Ich war vier Jahre alt, als mir der «Samichlaus» oben auf unserem Berggut auf 1200 Metern das erste Mal begegnete. Ich war mit dem Onkel im Stall. Als wir in die Stube zurückkamen, hatte es dort zwei feuerrote Äpfel und dazwischen «Samichlaus­-Chräpfli». Die sehe ich heute noch vor mir, ein benachbarter Landwirt («Lehmä Bat») hatte sie mir gebracht. Ich war von 70-mal wohl nicht mehr als 3-mal an Weihnachten zu Hause, sondern immer mit den Kühen dort oben. Auch im Winter.

Dann lenkt Hans Imfeld das Gespräch auf die heutige Zeit: Es hat sich viel zu stark geändert, was Geschenke «uf all Wiis und Arte» anbelangt. Da bekommen sie Spielsachen, die sie nach drei Tagen schon wieder wegwerfen. Das ist verrückt. Jedes Jahr gibt es Neues.

Hedi Gasser: Ja, da machen halt auch Götti und Gotte noch mit. Spielsachen hatten wir viele, «Zämesetzi», Schwarzer Peter, ein Rössli zum Nachziehen «oder so seli Sache».

Wie geht Ihr denn heute mit Geschenken an die Grosskinder oder innerhalb der Familie um?

Marie Vogler: Meine Familie wird immer grösser. Ich habe inzwischen 14 Gross- und 8 Urgrosskinder. Da kann ich nicht mehr so grosszügig sein wie früher. Ich brauche das Geld nun hier im Heim. Die Grosskinder machen mir auch nicht Geschenke, aber kommen mich mal besuchen oder laden mich ein.

Hedi Gasser: Irgendwann muss man aufhören mit den vielen Geschenken.

Fortsetzung auf Seite 20

Fortsetzung von Seite 19

Hans Imfeld: Das gäbe ja eine riesige Beige. Was «willti» denn hier damit? Zu essen haben wir ja hier. Es ist so.

Hedi Gasser: Ich bekam letztes Jahr noch den Obwaldner Kalender von den Grosskindern. Daran hatte ich Riesenfreude. Der interessiert mich, weil ich ihn immer hatte.

Hans Imfeld: Ja, den bekomme ich jetzt dann auch. Die Schwester hat mich gefragt, ob ich ihn habe. Der ist ganz interessant zu lesen.

Hedi Gasser: Den Grosskindern gebe ich eher was zum Geburtstag oder wenn sie mir einen besonderen guten Dienst geleistet haben.

Hans Imfeld: Immer wieder liest man, wie die Geschäfte über Weihnachten am meisten Arbeit damit haben, Geschenke umzutauschen, weil Leute sie nicht wollen. Das ist doch verrückt. Etwas zurückbringen, das wir bekommen hatten, hätten wir nie dürfen. Uui. Wir waren froh um die warmen Socken. Bei uns im Berghaus oben, datiert 1771, hatten wir keine Zentralheizung. Es war schon «gewandet», aber der «Blegrboden» half nicht, im Winter ist sogar die Milch gefroren.

Apropos Wetter. Alle reden heute vom Klimawandel. In Eurer Jugendzeit gab es wohl noch mehr Schnee?

Hans Imfeld (wie aus der Kanone geschossen): Am 10. Dezember 1962 hatte ich oben auf der Alp zwei Meter. Zwei Tage nach dem Feiertag. Da war ich allein oben. «Heilige Cheib ine.» Vor der Stalltüre gab es damals in einer Nacht 90 Zentimeter.

Und wie kam bei solchen Verhältnissen die Milch ins Tal?

Hans Imfeld: Mein Onkel hatte drei Kühe zu Hause, ich habe oben direkt «Anken» verarbeitet, vielleicht ein «Blegrchäsli» gemacht. Im Frühling haben wir dann alles runtergetragen. Eine Strasse gab es dort erst anno 1990.

Hedi Gasser: Wir fuhren Ski oder schlittelten – in Bürglen, wo ich aufgewachsen bin. Skis hatten allerdings nur die Buben, Vorunterrichtsskis oder wie die hiessen. Ich fuhr aber selber nicht. Ich hab’s zwar mal probiert, als die Buben nicht da waren, aber es gelang nicht so gut. Wir hatten eine halbe Stunde Fussweg zur Schule in Bürglen und mussten durch «Gwächti» (Schneeverwehungen) laufen. Wir hatten damals Überstrümpfe, nicht so gute Hosen wie heute, und wenn die Schuhe auftauten, hatte man «drecknass, dir und dir» (durch und durch). Die mochten über Nacht kaum trocknen.

Marie Vogler: Ich erinnere mich, dass es an verschiedenen Orten Winterwege gab, wo man übers Land laufen konnte. Einmal hatte ich Eiszapfen unten am Mantel. Man hatte noch keine Skihosen, und wenn, dann hätten die Mädchen sie gar nicht anziehen dürfen.

Hedi Gasser: Nach und nach mussten sie drüber eine Schürze anziehen.

Hans Imfeld: «S’Loch Doris Meitli», die Briefträgerin war, hatte Skihosen, aber der Kaplan hat sie ihr verboten. Der Briefträgerin!

Marie Vogler: Ich hatte sechs Kinder, und die hatten natürlich nur eine Winterausrüstung. Abends kamen sie drecknass rein und ich sollte die Kleider trocknen. Zentralheizung gab es keine. Man stopfte die Schuhe mit Zeitungen – die waren rar – oder legte sie unter den Ofen oder hängte sie an den Ofen.

Hedi Gasser: Und das Amtsblatt zerschnitt man, weil man es als WC-Papier brauchte. Das konnten wir nicht in die Schuhe stopfen.

Hans Imfeld: Und man musste auch aufpassen, dass die Kleider im Ofenrohr nicht zu schmelzen begannen. Schnee gab es wirklich viel damals. Ab 10. November konnten wir problemlos ins Dorf schlitteln. Es schneit heute nicht mehr so stark, oder sie salzen oder sanden. Ich sagte jeweils, ich hätte auf 1200 Metern oben in einem Winter mehr Schnee geschaufelt als alle Bürgler zusammen.

Zurück zu Weihnachten. Was es gab da eigentlich jeweils zu essen?

Hedi Gasser: Bei uns gab es glaub immer Voressen und Kartoffelstock. Das war so ein Sonntagsmenü, auch unterm Jahr. Wir haben selber gemetzget und das Fleisch in Gläsern eingelegt. Etwas Besonderes, Anderes gab es nicht.

Hans Imfeld: «Es isch baar e so gsi.» Dieses Fleisch war «meineid gued». Mit einer feinen Sauce dazu. Ooohh.

Und dann ein gutes Dessert?

Marie Vogler: Obwohl wir sonst gut gegessen haben, gab es Dessert in der Regel nicht.

Hedi Gasser. Das kannte man nicht so.

Marie Vogler: Tradition war aber, dass alle zur Mitternachtsmesse («Metti») gingen. Der Grossvater blieb zu Hause, machte Fleischsuppe. Dazu sott er Rindfleisch. Dann assen wir nach der Messe Fleischsuppe, Spatz, wie man früher sagte, und Brot dazu.

Hedi Gasser: Wir hatten jeweils ein heisses Lindentee, wenn wir heimkamen. Den nannten wir mit der Zeit nur mehr Weihnachtstee. Wir hatten selber Lindenbäume zu Hause. Aber besonders war: Wir mussten am Heiligabend jeweils früh ins Bett, dann kam uns der Vater so um elf Uhr wecken, damit wir die Mitternachtsmesse nicht verpassten. Wir gingen gerne dorthin, da erfuhr man jeweils von «Gspäneli», was sie zu Weihnachten bekommen haben.

Marie Vogler: Wenn wir von der «Metti» heimkamen, gab es bei uns auch ein Znüni. Rosswürste und «Zipfä».

Hans Imfeld: In der «Metti» war ich selten. Wenn ich oben auf dem Berg war, blieb ich oben. Runter hätte ich eine Stunde gebraucht, rauf eineinhalb. Und wenn ich mal ins Dorf kam, blieb ich lieber an der Wärme. Schön war früher, dass sie an den Hängen in jedem Heimetli das Licht brennen liessen an Weihnachten. In jedem Haus, wo jemand «ghirted hed» (Tiere fütterte), sah man Licht. Das war sehr schön von oben anzusehen.

Marie Vogler: Ich erinnere mich auch, dass man in der Heiligen Nacht das Licht in allen Häusern brennen liess.

Hans Imfeld: Sicher, damit das Christkind den Weg findet ...

Hedi Gasser: Aber das war ja dann doch schon da gewesen ...

Nach der «Metti» ging man schnell wieder nach Hause, oder gab es da noch irgendeinen Brauch?

Hedi Gasser: Nein, da ging man nach Hause, denn man wusste wieder zur Kirche «moredes» (am anderen Morgen) und die Mütter schon zur Frühmesse. Die «Metti» galt ja nicht für den anderen Tag.

Hans Imfeld: Das war verrückt. Da sollten sie kochen und mussten um 6 Uhr noch zur Kirche. Und wer in den normalen Gottesdienst um 9 Uhr ging, durfte vorher nichts essen und nichts trinken.

Hedi Gasser: Da ist schon mal der eine oder andere Kirchenbesucher gekippt, vielleicht wegen Unterzuckerung.

Marie Vogler: Mein Schwager war in der Schweizer Garde. Damals galt noch das Freitagsgebot: Kein Fleisch. Er sagte, darauf schaue ich gar nicht. Sie hatten zwei Ingenbohler Schwestern, die bei ihnen kochten, und jeden Freitag gab es im Vatikan Fleisch. Da sagte er, wenn sie da unten nicht drauf schauen müssen, beachte ich dieses Gebot auch nicht.

Alles in allem blicken Sie aber zufrieden auf die Kindheit zurück?

Marie Vogler: Ja. Sicher. Die Kinder hatten damals viel mehr Initiative als die heutigen. Sie mussten mit wenig selber etwas machen, improvisieren, hatten viel mehr Fantasie.

Hedi Gasser: Sie mussten selber was ausdenken. Gerade beim Spielen. Da genügten auch mal Tannzapfen als Kühe oder ein Stein als Geiss.

Hans Imfeld: Ich war schon als Vierjähriger auf 1900 Metern «auf der Wildi» mit dem Onkel, «ob Holz». Ich habe heute noch überall Narben an den Händen, weil ich Kühe «geschnetzt» habe, um mit ihnen zu spielen. Überall habe ich die Finger «verhoue».

Heimleiter Herbert Gasser kommt dazu, um nach uns zu sehen.

Hans Imfeld (sagt zu ihm): Ich habe einen Verweis bekommen, weil ich zu spät zum Gespräch kam.

Herbert Gasser: Ja, dafür bekommst du kein Znacht.

Alle lachen. Gasser geht weg.

Hans Imfeld: «Das isch e giote Ma.»

Marie Vogler: Der geborene Heimleiter.

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