Antwort auf Interpellation
Nidwaldner Studenten brechen Studium weniger häufig ab als solche aus anderen Kantonen

In seiner Antwort auf einen Vorstoss zu Studienabbrüchen schreibt der Regierungsrat, dass angehende Maturanden durch ein umfassendes Informations- und Beratungsangebot «wirksam unterstützt» würden.

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(lur)

«Landrätin Karin Costanzo-Grob (Die Mitte) stellt in einer Interpellation fest, dass Jugendliche ihr Studium oft schon nach einem Semester abbrechen und sich anderweitig orientieren.» Das schreibt die Nidwaldner Staatskanzlei in einer Mitteilung. Angesichts des verlorenen Jahres und der damit verbundenen Kosten verlangt Costanzo-Grob vom Regierungsrat Auskunft darüber, wie viele Studierende dies betrifft, welches die Gründe dafür sind und wie dieser Entwicklung entgegengetreten werden kann.

In seiner Antwort auf die Interpellation halte der Regierungsrat nun fest, dass die Datenlage zu Studienabbrüchen in der Schweiz bisher eher dürftig sei. Daher seien ihm die Anzahl Studierender, die ihr Studium im ersten Jahr aufgeben, nicht bekannt. «Allerdings ist anhand von Längsschnittanalysen des Bundesamts für Statistik eine Annäherung an die Fragestellung möglich», heisst es in der Mitteilung weiter. In der Summe weisen demnach die effektiven Studienabbrüche von Nidwaldnerinnen und Nidwaldnern im interkantonalen Vergleich unterdurchschnittliche Werte aus. Auch die Zahl der Studienfachwechsel verhalte sich durchschnittlich. Der Regierungsrat sieht deshalb keinen Anlass zur Beunruhigung.

Kaum Untersuchungen zu Gründen für Abbrüche

Auch zu den Gründen für Studienabbrüche gebe es kaum systematische, aufschlussreiche Untersuchungen. Die Erfahrungen der Fachpersonen der Berufs- und Studienberatung zeigten, dass ein Zusammenhang zwischen Abbruch und «voruniversitären Faktoren wie sozioökonomischem Hintergrund oder schulischen Leistungen» bestehe. «Studierende mit guten Maturitätsnoten verbleiben mit einer höheren Wahrscheinlichkeit im (erstgewählten) Studienfach.» Um die künftigen Studierenden aus dem Kanton Nidwalden auf einen erfolgreichen Studienweg vorzubereiten, gelte es aus Sicht des Regierungsrates deshalb vor allem, schulisch starke und leistungsbereite Schülerinnen und Schüler zur gymnasialen Maturität zu führen.

Die Unterstützung der Jugendlichen im Studienwahlprozess erachtet der Regierungsrat als umfassend und wirksam. Die Studienwahl sei eine gemeinsame Aufgabe von Gymnasiasten, Eltern, Schule, Lehrpersonen, Bildungsanbietern der Tertiärstufe und der Berufs- und Studienberatung. Im Vordergrund sieht die Regierung dabei die Eigenverantwortung der angehenden Maturandinnen und Maturanden, denen ein umfassendes, frei zugängliches Informations- und Beratungsangebot zur Verfügung stehe.