ATOMMÜLLLAGER: Wellenberg soll von Liste gestrichen werden

Bei der Suche des Bundes nach einem Atommülllager-Standort ist erneut der Wellenberg im Gespräch. Doch der Widerstand ist gross – mit der Nidwaldner Regierung an vorderster Stelle.

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Der Wellenberg. (Archivbild Bruno A. Arnold/Neue LZ)

Der Wellenberg. (Archivbild Bruno A. Arnold/Neue LZ)

Im provisorischen Planungsperimeter werden neben den eigentlichen Standortgemeinden für ein geologisches Tiefenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle auch jene Gemeinden aufgezählt, in denen Oberflächenanlagen wie Betriebsgebäude, Lüftungs- und Bauschächte oder Zufahrten eines Tiefenlagers gebaut werden könnten, wie das Bundesamt für Energie mitteilt.

Insgesamt 115 Orte betroffen
Es handelt sich um insgesamt 115 Gemeinden, das Gros davon liegt in den Kantonen Aargau und Zürich. In der laufenden Etappe 1 der Standortsuche wurden von der Nagra im vergangenen November folgende geeignete Standorte vorgeschlagen: Südranden (ZH), Zürcher Weinland (ZH und TG), Nördlich Lägeren (ZH und AG), Bözberg (AG), Jura-Südfuss (SO und AG) und Wellenberg (NW und OW). Im Planungsperimeter Wellenberg liegen die Gemeinden Wolfenschiessen, Dallenwil und Oberdorf.

Der Regierungsrat hat klar zum Ausdruck gebracht, dass nach dem zweimaligen Volksnein in Nidwalden der Wellenberg definitiv nicht mehr als möglicher Standort für ein geologisches Tiefenlager in Betracht fallen darf, wie er in einem Communiqué mitteilt. Er werde «alle politischen und rechtlichen Mittel» ausschöpfen, damit der Standort Wellenberg von der Liste der möglichen Standorte gestrichen wird.

Betroffene Gemeinde gefordert
Der Regierungsrat ist aber auch davon überzeugt, dass die bestehenden Mitwirkungsmöglichkeiten genutzt werden müssen, um die Vorbehalte zum Standort Wellenberg einzubringen und damit die Interessen von Kanton und Bevölkerung überzeugt zu vertreten. Er hat aus diesem Grund Vertretungen in die verschiedenen Koordinationsgremien des Bundes delegiert. Sie nehmen einerseits eine Kontrollfunktion wahr und sorgen andererseits dafür, dass die Nidwaldner Bevölkerung stets über das laufende Verfahren informiert ist. Der Regierungsrat ersucht die Gemeinden Wolfenschiessen, Dallenwil und Oberdorf, die Strategie der Mitwirkung mitzutragen und sichert ihnen dabei die volle Unterstützung zu, wie es weiter heisst.

ap/scd