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Auch als 100-Jähriger bleibt er der Stanser Fasnacht treu

Niemand ist so lange Mitglied der Frohsinngesellschaft Stans wie Max Meyer. Dafür ist er vor kurzem geehrt worden. Auch die bevorstehende Fasnacht wird sich der 100-Jährige nicht entgehen lassen.
Matthias Piazza
Max Meyer präsentiert eine Frohsinn-Plakette in seinem Wohnzimmer. (Bild: Pius Amrein (Stans, 6. Februar 2019))

Max Meyer präsentiert eine Frohsinn-Plakette in seinem Wohnzimmer. (Bild: Pius Amrein (Stans, 6. Februar 2019))

Diese Ehre kommt wohl nicht vielen Fasnächtlern zuteil. Die Frohsinngesellschaft Stans ehrte im vergangenen Dezember Max Meyer als langjährigstes Mitglied und ernannte ihn zum Frohsinn-Senior. Diesen Titel hat er mehr als verdient. Schliesslich hält der 100-jährige Stanser der Frohsinngesellschaft seit 1943, also seit 76 Jahren, die Treue. Damit ist er wohl einer der ältesten und treuesten Anhänger des Stanser Fasnachtstreibens.

Der Nachname deutet daraufhin, dass er kein Ur-Nidwaldner ist. Er ist im solothurnischen Dornach aufgewachsen und wegen der Nähe zu Basel früh das erste Mal mit der Fasnacht in Kontakt gekommen. Als während des Zweiten Weltkriegs der Militärflugplatz Dübendorf geschlossen wurde, mussten der gelernte Funkspezialist und seine sämtlichen Berufskollegen plötzlich auf dem Flugplatz Buochs arbeiten. So zügelte er 1940 nach Stans, wurde in Nidwalden heimisch, heiratete, gründete eine Familie.

Der begeisterte Berggänger und Mitglied der SAC-Sektion Titlis wurde schliesslich über seine Bergkameraden vom Nidwaldner Fasnachtsfieber angesteckt. Zusammen hauchten sie der Stanser Guugge 1850 neues Leben ein.

«Wir machten einfach Klamauk»

Die Guuggenmusig gibt es zwar immer noch, aber die einheitliche «Uniform» war damals noch unbekannt. «Jeder kam mit einem anderen Kostüm und Instrument an die Tagwache. Wir sprachen uns im Voraus nie ab», erinnert sich Max Meyer zurück. Auch musikalisch sei es alles andere als professionell zu- und hergegangen. «Wir machten einfach Klamauk, Hauptsache war, dass es tönte. Einmal bastelte ich aus ein paar leeren Weinflaschen ein Klanginstrument.» Auch Maskenbälle waren fester Bestandteil seines Fasnachtsprogrammes. Und oft ging’s auch an die Luzerner Fasnacht.

Wenn man die lange Liste der Frohsinnväter studiert, findet man den Namen Max Meyer nicht. «In der Frohsinngesellschaft selber war ich nie gross aktiv, dafür fehlte mir neben dem Beruf und der Kletterei die Zeit», meint er dazu. Mit seiner Mitgliedschaft bezeuge er aber seine Sympathie und Verbundenheit zur Stanser Fasnacht. «Die Leute können einmal im Jahr aus ihrem Schema ausbrechen und jemand anders sein.»

Bewunderer der Fasnachtswagen

Den aktiven Fasnächtlern zollt er für ihr Engagement grossen Respekt. «Hinter den Fasnachtswagen steckt sehr viel Arbeit und Kreativität.» Die zunehmende Perfektionierung in den vergangenen Jahren, auch was das Musikalische der Guuggenmusigen betreffe, störe ihn überhaupt nicht.

Die Teilnahme in einer Guuggenmusig ist schon seit Jahrzehnten Vergangenheit. Aber als Gast an der Stanser Fasnacht treffe man ihn auch dieses Jahr wieder an, bekräftigt er. Da könne ihn auch kaltes Wetter nicht davon abhalten. «Man muss sich nur richtig anziehen, damit habe ich als langjähriger Berggänger schliesslich genug Erfahrung», meint der Rentner bestimmt, der immer noch selbstständig mit dem Zug durch die Schweiz reist.

Und so werde er sich auf jeden Fall auch am kommenden Schmutzigen Donnerstag bereits am Vormittag wieder unter die Fasnächtler mischen und nach dem traditionellen Mittagessen mit dem Sohn den Umzug bestaunen – als wohl einer der «dienstältesten» Stanser Fasnachtsfans.

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