Auf Bilderbuchtage folgen Wolken

Fünf Wasserflugzeuge aus der Schweiz und Deutschland besuchten die Hergiswiler Seebucht am «Hans-Fuchs-Memorial».

Robert Hess
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Obwohl gestern Sonntag für einmal alle guten Dinge nicht drei waren und sich das Lopperdorf nach zwei schönen Spätsommertagen wolkenverhangen präsentierte, war Organisator Christoph Hornstein mit dem Ablauf des Seaplane-Meetings 2020 «sehr zufrieden», wie er sagte. Zwei Flugzeuge mit dem «längsten Heimweg» nach Deutschland und Bex hätten Hergiswil wegen der Wetterentwicklung zwar bereits am Vormittag verlassen, doch erlaube die herrschende Sicht weitere Starts auch mit Passagieren mit den noch anwesenden Flugzeugen, erklärte Hornstein kurz vor Mittag. Gegen 16 Uhr war dann aber ein sicherer Heimflug für alle Maschinen programmiert.

Blick vom Pilatus-Gartenrestaurant auf die schmucken Wasserflugzeuge.
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Ein Aviat Aircraft A-1B Husky präsentiert sich vor dem Hotel Pilatus Gartenrestaurant.
Blick vom Pilatus-Gartenrestaurant auf die schmucken Wasserflugzeuge.
Das «Gummi-Boot-Taxi» zwischen dem Piper PA 18 Super Cub (D-ERNC) und dem Seeufer beim Hotel Pilatus.
Konkurrenten im Hergiswiler Seebecken.
Konkurrenten im Hergiswiler Seebecken.
Die HB-KRT ist soeben gewassert und wird an einer speziellen Boje befestigt.
Traditonelles Seaplane-Meeting 2020 (Hans-Fuchs-Memorial) vom 4. bis 6. September beim Seehotel Pilatus in Hergiswil. Die insgesamt teilnehmenden fünf Wasserflugzeuge wasserten und starteten im Hergiswiler Seebecken.Bild: Piper PA-18 Super Cub (HB-ORK) Einblick, mit Pilatus im Hintergrund, und beim Start im Hergiswiler Seebecken.Bild Robert Hess (Hergiswil 4./5. September 2020)
Piper PA-18 Super Cub (HB-ORK) beim Start im Hergiswiler Seebecken.
Interessierte Zuschauer, Fotografen, sowie diskutierende Facheleute und Piloten am Seeufer im Garten des Seehotels Pilatus.
Fotografen am Seeufer im Garten des Seehotels Pilatus.

Blick vom Pilatus-Gartenrestaurant auf die schmucken Wasserflugzeuge.

Bild: Robert Hess (Hergiswil 4./5. September 2020)

Hotelier Hans Fuchs wird mit Veranstaltung gedacht

Das Seaplane-Meeting der Vereinigung Seaplane Pilots Association Switzerland (SPAS) wurde dieses Jahr bereits zum 15. Mal in Hergiswil durchgeführt. Es hätte aber bereits vom 5. bis 7. Juni stattfinden sollen. Die Coronamassnahmen zwangen die Veranstalter, auf das vergangene Wochenende auszuweichen. Das Treffen 2020 war das 5. «Hans-Fuchs-Memorial» im Gedenken an den 2015 verstorbenen Hergiswiler Hotelier und Gletscherpiloten, der das jährliche Wasserflugzeug-Treffen beim Seehotel Pilatus initiiert hatte. Das Haus ist seit 15 Jahren Gastgeber für die OK-Mitglieder, die Piloten und Zuschauer, die freien Zugang zum Ufer vor dem Hotel haben.

Die insgesamt fünf angereisten Wasserflugzeuge präsentierten sich den Zuschauern wenige Meter vom Ufer entfernt von ihrer besten Seite. Doch war vor allem Fliegen mit ausgezeichneten Piloten angesagt, seien es Trainings- oder Passagierflüge. «Allein am Freitag und Samstag verzeichneten wir je 44 Flugbewegungen», berichtete Organisator Christoph Hornstein gestern Sonntag.

Und das Zuschauerinteresse sei vor allem am Samstag sehr gross gewesen. Er dankte auch den Kantons- und Gemeindebehörden für das Wohlwollen gegenüber der SPAS und die entsprechenden Bewilligungen. «Wir sind ganz einfach rundum zufrieden und freuen uns jetzt schon auf das Wiedersehen in Hergiswil am ersten Juni-Wochenende 2021», sagte Hornstein zuversichtlich.

Zum Ursprung der Schweizer Aviatik

Mit dem Ziel, die Wasserfliegerei in der Schweiz und im nahen Ausland zu fördern, ist 1999 die SPAS gegründet worden. Sie zählt heute rund 130 Mitglieder. Die jährlichen rund fünf Treffs in der Schweiz sind jeweils auch eine Art Tage der offenen Türe der Wasserfliegerei und bieten einer breiteren Bevölkerungsschicht Gelegenheit zu Passagierflügen. «Die Treffen sind immer auch ein Blick zurück zum Ursprung der Aviatik in der Schweiz», sagte SPAS-Präsident Heinz Sägesser im Gespräch mit unserer Zeitung. Die legendäre Dornier Do-X mit zwölf Motoren sei 1918 in einer Halle in Altenrhein gebaut worden. Und 1926 habe die «Ad Astra», Vorgängerin der Swissair, die Strecke von Zürich nach Luzern und weiter nach Interlaken und Thun mit Wasserflugzeugen bedient, verriet er.