Aufstand gegen Abbau: «Das ist völliger Unsinn»

Die Stilllegung unrentabler Bahnstrecken beträfe auch die Zentralschweiz. Hier werden die Pläne des Bundes als unakzeptabel zurückgewiesen.

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Vom Aus betroffen wäre auch die Zentralbahn, hier in der Stadt Luzern. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)

Vom Aus betroffen wäre auch die Zentralbahn, hier in der Stadt Luzern. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)

Die Meldung sorgt für Wirbel: Laut einer Meldung der «NZZ am Sonntag» sollen unrentable Bahnlinien durch Busse ersetzt werden (siehe Kasten). Konkret werden etwa die S-Bahn-Linien der Zentralbahn von Luzern nach Dallenwil und nach Giswil genannt, die von einer Umstellung auf Busbetrieb betroffen sein könnten. Karin Blättler, Präsidentin der Sektion Zentralschweiz der Pro Bahn, kann darüber nur den Kopf schütteln. Das sei «völliger Unsinn», sagt sie. Ein Busbetrieb auf den genannten Strecken wäre ganz klar unattraktiv: «Die Konsequenz wäre, dass die Leute auf die Strasse ausweichen.»

«Für Luzern keine Alternative»

Auch der Nidwaldner Regierungsrat Hans Wicki hat grosse Vorbehalte. Er begrüsse es zwar grundsätzlich, dass im Regionalverkehr der Kostendeckungsgrad möglichst hoch sein müsse. Man müsse jedoch der Realität ins Auge sehen: In Nid- und Obwalden werde es nie möglich sein, im öffentlichen Verkehr einen Deckungsgrad wie in Ballungszentren zu erreichen. Daher müssten hier andere Massstäbe gelten. Auch für den Nidwaldner Regierungsrat steht bereits heute fest: «In der Region um Luzern ist ein Busbetrieb keine echte Alternative.»

red

175 Bahnlinien in Frage gestellt

Bahnreform red. Mehr als jeder zweiten Schweizer Regionalbahnlinie droht die Umstellung auf Busbetrieb. Geht es nach den Plänen des Bundesamtes für Verkehr, muss der Regionalverkehr auf der Schiene künftig einen Kostendeckungsgrad von 50 Prozent erreichen. Von 300 regionalen Eisenbahnlinien erfüllen derzeit rund 175 diese Vorgabe nicht. Die betroffenen Linien sollen nun auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft werden, um allenfalls auf Alternativen auszuweichen.