Aus weissen Bauzäunen wurden in Sarnen coole Graffiti

20 Künstler verschönerten die Baustelle der Obwaldner Kantonalbank in Sarnen Nord.

Robert Hess
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Die Obwaldner Kantonalbank stellte 20 Graffiti-Künstler den Baustellenzaun beim Neubau zur Verfügung, damit sie am Samstag darauf ihre Kunst realisieren konnten. (Bild Robert Hess, Sarnen, 17. August 2019)

Die Obwaldner Kantonalbank stellte 20 Graffiti-Künstler den Baustellenzaun beim Neubau zur Verfügung, damit sie am Samstag darauf ihre Kunst realisieren konnten. (Bild Robert Hess, Sarnen, 17. August 2019)

Sprayerinnen und Sprayer sind nicht überall willkommen, wobei viele davon selber dazu beigetragen haben. Zu dieser Kategorie zählen aber bestimmt nicht jene rund 20 jungen Frauen und Männer, die am Samstagnachmittag auf der Baustelle des neuen Hauptsitzes der Obwaldner Kantonalbank in Sarnen Nord am Werk waren. «Genauso haben wird uns das vorgestellt», lobte denn auch Hans-Ruedi Durrer, stellvertretender Kantonalbankdirektor, das Resultat der fünf- bis sechsstündigen künstlerischen Arbeit mit den farbigen Spraydosen.
Die OKB-Führung hatte nach dem Spatenstich für ihr Bauprojekt von Ende Juni «Kunst auf der Baustelle» angesagt und stellte in der Folge interessierten Graffiti-Künstlern rund 130 Laufmeter weisse Baustellenumzäunung zur Verfügung. Auf den zwei Meter hohen Wänden sollte für die Dauer der Bauarbeiten wirkliche Graffiti-Kunst geschaffen werden.

Künstler aus verschiedenen Kantonen

Leiter und Koordinator der Aktion ist der Obwaldner Stefan Möckli, der in Hergiswil als Oberstufenlehrer für Mathematik und bildnerisches Gestalten arbeitet. Er unterrichtet zudem Graffiti als Wahlfach. Sein Team für «diese reizvolle Aufgabe» hat er aus rund 20 Graffiti-Künstlern gebildet. Die Frauen und Männer stammen aus Ob- und Nidwalden, Aargau, Zürich, Luzern, Bern und dem Tessin. Für die Werke gelten gewisse Vorgaben der OKB, wie die Verwendung der Hausfarben rot und weiss. Nicht erscheinen soll der Firmennamen in den einzelnen Werken. Für eine Bank mögliche Themen wie Geld, Zahlen usw. habe die OKB keine vorgegeben, sodass die Künstler frei arbeiten konnten. Sie erhalten für ihre Werke kein Honorar. Stefan Möckli hat sich mit den Künstlern auf ein bestimmtes Farbkonzept geeinigt, sodass alle Frauen und Männer das gleiche Farb-Sortiment an Spraydosen erhielten. Farben, weitere notwendige Materialien sowie die Kosten der Verpflegung übernimmt die Bank.

Hans-Ruedi Durrer (rechts), stellvertretender Direktor der OKB, und Künstler Stefan Möckli,  der die Aktion leitete, «begutachten» den Dagobert Duck im Werk von Möckli. (Bild Robert Hess, Sarnen, 17. August 2019)

Hans-Ruedi Durrer (rechts), stellvertretender Direktor der OKB, und Künstler Stefan Möckli, der die Aktion leitete, «begutachten» den Dagobert Duck im Werk von Möckli. (Bild Robert Hess, Sarnen, 17. August 2019)

Die Nachbarn der Baustelle seien über die Sprayer-Aktivität vom Samstag rechtzeitig informiert worden, erklärte Fabienne Iten, Kommunikationsleiterin der OKB.

Künstler genossen das gemeinsame Erlebnis

Auch wenn die Künstler meist sehr konzentriert an der Arbeit waren, «freuten wir uns über die Besuche von interessierten Zuschauern und die positiven Kommentare», sagte Möckli.

«Vor allem genossen wir hier das gemeinsame Erleben und Schaffen unserer Werke», ergänzte die Zürcher Künstlerin Vera. Das sei leider nicht so oft der Fall. Selbstverständlich fehlten am Samstag die passenden musikalischen Begleittöne nicht. «Zur Zeit des Mittagschlafes haben wir die Lautstärke etwas reduziert», versicherte der Chef am Mischpult augenzwinkernd.

Realisiert wird in Sarnen Nord ein 5-stöckiger Systembau, bei welchem Holz dominiert. Zum weiteren «Fahrplan»: Im Spätsommer 2020 sollen das Fundament und das Treppenhaus stehen. Anschliessend wird das Holz, das zu 100 Prozent aus Obwalden stammt, verbaut. Die OKB plant ihren Einzug in den Neubau des Hauptsitzes auf Herbst 2021.

Der OKB-Neubau ist aus «gutem Holz geschnitzt»

Für den neuen OKB-Hauptsitz im «Feld» wird vorwiegend Holz aus Obwalden genutzt. Dies ist einer der Trümpfe, die an der Informationsveranstaltung für Anwohner ausgespielt wurden.
Romano Cuonz