Ausgefallener Schulstoff soll in den Ferien nachgeholt werden

Die Urschweizer SVP-Kantonalparteien wenden sich mit einem Brief an ihre Regierungen – mit konkreten Fragen zum Schulausfall.

Matthias Piazza
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Seit fast drei Wochen gehen die Kinder nicht mehr zu Schule wegen des Coronavirus. Das hat der Bundesrat per Notrecht beschlossen. Insbesondere diese Schulzwangsferien treibt die SVP von Obwalden, Nidwalden, Uri und Schwyz um. Sie wandten sich mit einem Brief an ihre Regierungen. Heute wisse man, dass die Kinder nicht Hauptträger des Virus seien. Ihre Symptome seien, wie Studien zeigten, offenbar weniger ausgeprägt als bei einer normalen Grippe. Obschon sämtliche Einschränkungen befristet bis zum 19. April gelten, werde teilweise der Schulbeginn den Frühlingsferien angepasst. So beginne der Schulunterricht in Obwalden und Nidwalden am 26. April, in Uri und Schwyz wären nach 2 Wochen (20. April bis 1. Mai) Schulunterricht bereits wieder Frühlingsferien vom 3. bis 14. Mai, heisst es im Brief, der von der Obwaldner SVP-Nationalrätin, Kantonalpräsidentin und Kantonsrätin Monika Rüegger und dem Obwaldner Fraktionspräsidenten Ivo Herzog unterzeichnet wurde.

Mindestens vier Wochen Schulausfall

Bei einer Lockerung der Einschränkungen ab dem 19. April könnte die verbleibende Ferienwoche als Reisewoche verstanden und genutzt werden, befürchten sie. «Hingegen sind grössere Menschenansammlungen durch Reisetätigkeiten und Freizeittätigkeiten von Familien weit gefährlicher für neue Ansteckungen von gefährdeten Personengruppen als der ordentliche Schulunterricht», heisst es weiter. «Ebenfalls beginnen die Sommerferien schweizweit an unterschiedlichen Zeiten, diese variieren um drei Wochen, von Ende Juni bis nach Mitte Juli.» Somit ergebe sich seit dem 16. März ein ordentlicher Schulausfall von mindestens 4 Wochen. «Der Schulstoff kann nur bedingt mit Homeschooling aufgefangen werden.» Das verbleibende Schuljahr bis zu den Sommerferien betrage in Nidwalden, Obwalden, Luzern und Zug 10 Wochen (Engelberg 9), in Uri und in Schwyz 9 Wochen. Im Kanton Zürich würden 11 Wochen verbleiben, und im Kanton Aargau gar 13 Wochen, heisst es im Brief weiter.

Ausdehnung der Schulzeit angeregt

«Es ist zu überprüfen, ob in den Urschweizer Kantonen, insbesondere im Kanton Obwalden, das laufende Schuljahr um ein bis zwei Wochen Ferienzeit verkürzt wird, um den fehlenden Schulstoff nachzuholen.» Eine Ausdehnung der Schulzeit würde vor allem jenen Kindern helfen, die mit Homeschooling die Schul-, Ausbildungsziele nicht erreicht haben. Auf allen Stufen könnte das pädagogische Defizit mit ein bis zwei zusätzlichen Schulwochen etwas kompensiert werden und durch faire Beurteilungen, durch Tests und Prüfungen beendet werden. Die Regierungen sollen auch einen ordnungsmässigen Schulstart ab dem 19. April prüfen, sofern der Bundesrat dieses Datum als Wiederaufnahme des Schulunterrichts vorsehe. Zudem sollen sich die Regierungen dafür einsetzen, dass sämtliche Schul- und Berufsabschlussprüfungen und sonstige Übertrittsprüfungen gewährleisten seien, heisst es weiter.