Ausstellung in Stansstad: Der Rand ist keine Grenze

Das Künstlerpaar Steinemann blickt in der Ausstellung in Stansstad über den Tellerrand.

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Das «Fernrohrbild Brisen» von Tino Steinemann.

Das «Fernrohrbild Brisen» von Tino Steinemann.

Bild: PD
(pd/unp)

Auf den ersten Blick haben Tino und Brigitte Steinemann bei ihrem künstlerischen Schaffen nur wenige Berührungspunkte. Der gebürtige Urner Tino Steinemann studierte in den Siebzigerjahren an der Kunstgewerbeschule in Luzern und machte sich als Grafiker und Maler einen Namen. Die in Weggis geborene Luzernerin Brigitte Steinemann-Ries liess sich zur Dekorateurin ausbilden und lernte anschliessend in Bern die Geheimnisse des Keramik-Kunsthandwerks kennen. In ihrem langen Künstlerleben hat sie ihre fantasievollen Figuren und originellen Gefässe nicht nur in vielen Ländern gezeigt, sondern ihr Wissen auch an interessierte Nachwuchs-Töpferinnen weitergegeben. Bei allen Unterschieden stellt das Künstlerpaar seit über einem halben Jahrhundert alle zwei bis drei Jahre gemeinsam aus. Um ihre vielseitigen Fähigkeiten und unterschiedlichen Werke zu einem grossen Ganzen zu bündeln, einigen sie sich jedes Mal auf ein gemeinsames Thema.

Der Teller hört nicht beim Rand auf

Brigitte Steinemann zeigt in Stansstad eine Auswahl ihrer Töpferproduktion aus verschieden Schaffensphasen, optisch dominiert von zahlreichen Tellern. So darf die «Culinamyde», eine Pyramide aus elf übereinander gelegten Tellern, nicht fehlen. Einmal mehr ist das Dachgeschoss der krönende Abschluss einer Ausstellung: Auf einem langen, schmalen Tisch, der auf beiden Seiten von grossformatigen Landschaftsbildern von Tino Steinemann flankiert wird, liegen um die hundert Keramikteller von verschiedener Grösse, fantasievoll in der Technik der freien Malerei bearbeitet. Für die Betrachtung der feinen Zeichnungen und Details muss man sich genügend Zeit nehmen. Die Mühe lohnt sich, denn wenn man eine Geschichte einmal verstanden hat, kann sie leicht über den Tellerrand hinaus weitergesponnen werden.

Tino Steinemanns Aquarelle und Acrylbilder widmen sich den Innerschweizer Berglandschaften, die in der Serie der «Fernrohrbilder» – inspiriert vom virtuellen Blick durch das Objektiv – kreisrunde Konturen aufweisen.

Hinweis: «TELLER – über den Tellerrand schauen»: Sust Stansstad, vom 5.–27. September, SA 14–17 Uhr, SO 11–17 Uhr.