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Autobahngalerie in Stansstad schluckt Lärm und liefert Strom

Vor zehn Jahren war der Autobahn-Abschnitt bei Stansstad eine Grossbaustelle. Unter anspruchsvollen Bedingungen entstand die Lärmschutzgalerie. Bis zum Solarkraftwerk auf dem Dach verstrichen weitere Jahre.
Matthias Piazza
Die Baustelle der Lärmschutzgalerie vor rund zehn Jahren. (Bild: Pius Amrein (12. Dezember 2008))

Die Baustelle der Lärmschutzgalerie vor rund zehn Jahren. (Bild: Pius Amrein (12. Dezember 2008))

Wer auf der Autobahn von Stans Richtung Luzern fährt, sieht von Stansstad nicht viel. Kurz vor der Ausserfeldbrücke verschwinden die Fahrzeuge in der Lärmschutzgalerie und gelangen erst rund einen halben Kilometer später, auf Höhe der Zentralbahn-Werkstatt beim Bahnhof, wieder ins Freie. Auf der Gegenfahrbahn sind 280 Meter Autobahn überdacht. Das war nicht immer so. Seit der Eröffnung des Nationalstrassenabschnittes 1966 fuhren die Autos fast ein halbes Jahrhundert im Freien durch Stansstad.

Rückblende, Januar 2009: Es ist windig, eiskalt und das Getöse der vorbeifahrenden Lastwagen, Autos und Züge beträchtlich. Der Autobahnabschnitt bei Stansstad ist eine Grossbaustelle. Trotz Kälte und Schnee sind gut 30 Personen im Einsatz. Am Boden türmen sich Berge von Armierungseisen und Schalungsbrettern. Pneu- und Raupenbagger manövrieren vorsichtig Material hin und her. Gut 230 der insgesamt 480 Meter langen Lärmschutzwand entlang der Fahrtrichtung Nord sind gebaut.

12 Meter hohes Schutzgerüst entlang der Gleise

Die Arbeiten finden unter anspruchsvollen Bedingungen statt. Der Baugrund ist sehr heikel. Wo jetzt die Autobahn durchführt, war früher ein Kanal. Dieser wurde damals mit grossen Steinen aus dem Ausbruch des Achereggtunnels zugeschüttet. Das bereitet den Bauarbeitern Schwierigkeiten. Denn sowohl beim Pfählen als auch beim Verlegen von Wasserleitungen, die unter der Autobahn durchführen, stossen sie auf grossen Widerstand.

Einen grossen Stellenwert hat auch die Sicherheit. Wenn nur ein paar Zentimeter links von der gesperrten Spur 30'000 Autos und ein paar Zentimeter rechts davon 100 Züge pro Tag durchfahren, wird’s gefährlich. Deshalb muss eine ganze Palette an Sicherheitsvorschriften beachtet werden. Die weitaus aufwendigste Massnahme ist das 12 Meter hohe gepfählte Schutzgerüst entlang der Gleise. Es hat die Funktion, Bauarbeiter und Züge voneinander fernzuhalten.

Von der Autobahn sieht und hört man nichts mehr

2011, rund ein halbes Jahr später als geplant, konnten die dreijährigen Bauarbeiten abgeschlossen werden. Die Lärmschutzgalerie mit Wänden und Betondeckel kostete mit 29 Millionen Franken rund drei Millionen mehr als ursprünglich geplant. Die Gemeinde Stansstad übernahm 16 Prozent (4,6 Millionen). Den Rest bezahlte der Bund. Für den Stansstader Gemeindepräsidenten Beat Plüss haben sich die Investitionen gelohnt. «Mit der Eröffnung des Gotthard- und Seelisbergtunnels 1980 wurde Nidwalden zum Durchgangskanton. Der Verkehr nahm spürbar zu – und damit auch die Lärmbelastung», erinnert sich der 53-jährige Beat Plüss. «Nun hören und sehen die Anwohner im Gebiet Bahnhof, Seerosenweg und Schützenmatt nichts mehr von der Autobahn.»

Seit Oktober 2017 ist die Galerie nicht nur ein Lärmschlucker, sondern auch ein Kraftwerk. Auf dem 8'900 Quadratmeter grossen Dach liefern rund 3'200 Solarpanels jährlich 750'000 Kilowattstunden Strom ins Netz des Elektrizitätswerks Nidwalden – genug, um 200 Vierpersonen-Haushalte oder 17 Prozent der Stansstader Bevölkerung mit Strom zu versorgen. Damit stiess die Anlage jene auf dem Dach des Stanser Länderparks vom Thron, welche seit der Inbetriebnahme im Jahre 2010 die grösste Anlage im Kanton war. Seit Ende 2017 führt allerdings die Solaranlage der Pilatus-Flugzeugwerke die Rangliste an.

«Unsere Erwartungen wurden übertroffen, sicher auch dank des hervorragenden Sommers», zieht der Stansstader Gemeinderat René Küchler Zwischenbilanz. «Die Anstrengungen haben sich gelohnt. So ein Dach ist doch für eine Solaranlage ideal, zumal die Statik darauf ausgelegt ist.»

Mit Schweizer Solarpreis ausgezeichnet

Der Weg dahin war allerdings steinig. Das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) stieg als Investor und Partner aus, da eine solche Anlage für die Versorgungssicherheit nichts nützen würde, lautete die Begründung der EWN-Spitze vor rund zwei Jahren.

Dies löste bei der Gemeinde und teilweise auch in der Bevölkerung Unverständnis aus. Die Gemeinde Stansstad, seit 2012 Energiestadt, wollte die Idee nicht einfach so begraben. Auf ihre Initiative hin schrieb das Bundesamt für Strassen (Astra) als Besitzerin der Fläche das Projekt aus, worauf sich mehrere Interessenten meldeten. Den Zuschlag erhielt schliesslich Walter Odermatt mit seiner Alpnach-Sonnenstrom AG, welche die Anlage baute. Die Firma mietet auch an anderen Standorten in den Kantonen Obwalden, Nidwalden und Luzern Flächen für Solarzellen, deren Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Unterstützt wird die Stansstader Anlage vom Bund über die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) mit 13,7 Rappen pro Kilowattstunde. Diese KEV entschädigt Produzenten von Strom aus Wind-, Kleinwasserkraft, Biomasse, Fotovoltaik oder Geothermie mit einem garantierten Vergütungstarif über 20 Jahre für den ins Netz eingespeisten Strom. Für die Anlage erhielt die Betreiberin die Alpnach-Sonnenstrom AG im vergangenen Jahr von der Solaragentur Schweiz den 28. Schweizer Solarpreis.

Das waren weitere Themen im Januar 2009

Nach vielen vergeblichen Versuchen, ein vor Weihnachten 2008 im Gebiet Cheselen auf Melchsee-Frutt ausgerissenes Rentier einzufangen, gelingt dem Wildhüter am 25. Januar der Betäubungsschuss. Das Tier namens Cosmos wird mit einem Narkosegewehr betäubt. Bereits eine Stunde später öffnet es seine Augen wieder leicht.

Die Gemeindeversammlung ist ein alter Zopf und gehöre abgeschafft, findet die SP Nidwalden und lanciert am 12. Januar eine entsprechende Initiative. Dass bloss jeder fünfzigste Stimmbürger an der Versammlung teilnehme, dokumentiere doch eindrücklich die abnehmende fehlende politische Legitimität, wird argumentiert.

Der Heli der deutschen Bundeswehr, der im November 2008 am Graustock im Jochpassgebiet bei einem Trainingsflug abstürzte (dabei verletzte sich ein Besatzungsmitglied), ist eine Touristenattraktion und ein beliebtes Fotosujet. Den Warnschildern der Schweizer Luftwaffe («Unfallstelle nicht betreten») wird wenig Beachtung geschenkt. (map)

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