Autolenker nach tödlichem Unfall in Stans zu Geldstrafe verurteilt

Es passierte beim Einbiegen in Stans: Ein heute 66-jähriger Mann lenkte im März 2017 sein Auto auf die Stansstaderstrasse, wo er mit einem Töfffahrer zusammenstiess, der in der Folge verstarb. Das Nidwaldner Kantonsgericht hat den Lenker nun zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Franziska Herger
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Der Unfall im März 2017 hatte tödliche Folgen. (Archivbild: NZ)

Der Unfall im März 2017 hatte tödliche Folgen. (Archivbild: NZ)

Der Mann, der am 25. März 2017 bei der Tankstelle an der Stansstaderstrasse 92 in die Hauptstrasse einbog und dabei mit dem vortrittsberechtigten Töfffahrer kollidierte, ist der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen worden. Dies geht aus dem Urteilsdispositiv des Nidwaldner Kantonsgerichts hervor. Bei der Kollision war der Töfffahrer ums Leben gekommen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem heute 66-jährigen Beschuldigten vor, er habe sich nicht genügend vergewissert, dass aus Richtung Stans keine Verkehrsteilnehmer herannahten.

Geldstrafe fällt tiefer aus als Staatsanwaltschaft wollte

Der Beschuldigte beteuerte vor Gericht, er habe vor dem Einbiegen gewartet und wiederholt nach links und rechts geschaut. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Karl Tschopp aus Stans, argumentierte zudem, der Töfffahrer sei massiv zu schnell unterwegs gewesen. Er beantragte Freispruch, im Verurteilungsfall jedoch eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 30 Franken. Die Staatsanwaltschaft forderte 90 Tagessätzen sowie eine Busse von 500 Franken. Das Gericht blieb bei 20 Tagessätzen, auf zwei Jahre bedingt, zuzüglich Verfahrenskosten sowie den Anwaltskosten der Witwe des Verstorbenen.

Rechtsanwalt Tschopp hat die schriftliche Begründung des Urteils verlangt, wie er auf Anfrage mitteilt. Anhand dieser werde man entscheiden, ob das Urteil an die nächste Instanz weitergezogen werden soll. Die Staatsanwaltschaft ihrerseits werde auf eine Berufung verzichten, sagt Staatsanwalt Alexandre Vonwil auf Anfrage. «Für uns stand in diesem Fall nicht so sehr die Sanktion im Vordergrund, als die Frage, ob ein Fehler passiert ist. Diese wurde mit der Verurteilung beantwortet.» Ziehe die Verteidigung den Fall weiter, behalte man sich jedoch eine Anschlussberufung vor.