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Automat schafft bei Pilatus in Stans Arbeitsplätze

Dank eines Roboters können die Pilatus-Flugzeugwerke die Strukturbauarbeiten für den PC-24 auch in der Schweiz ausführen.
Philipp Unterschütz
Die neue Strukturbauhalle S der Pilatus Flugzeugwerke auf dem Flugplatz in Buochs wurde in nur einem Jahr erbaut. (Bild: PD)Die neue Strukturbauhalle S der Pilatus Flugzeugwerke auf dem Flugplatz in Buochs wurde in nur einem Jahr erbaut. (Bild: PD)
Die Halle mit der Grösse von zwei Fussballfeldern hat rund 45 Millionen Franken gekostet. (Bild: PD)Die Halle mit der Grösse von zwei Fussballfeldern hat rund 45 Millionen Franken gekostet. (Bild: PD)
Blick ins Innere der neuen Strukturbauhalle S. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Blick ins Innere der neuen Strukturbauhalle S. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
Fabrikationschef Roman Emmenegger. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Fabrikationschef Roman Emmenegger. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
Aus über 10000 Einzelteilen werden in der Strukturbauhalle komplette Flugzeugstrukturen wie Rumpf, Flügel oder Steuerflächen zusammengebaut. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Aus über 10000 Einzelteilen werden in der Strukturbauhalle komplette Flugzeugstrukturen wie Rumpf, Flügel oder Steuerflächen zusammengebaut. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
Impressionen aus der neu in Betrieb genommenen Strukturbauhalle S. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Impressionen aus der neu in Betrieb genommenen Strukturbauhalle S. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
Pro Jahr werden hier bis 55 komplette PC-24 Strukturen zusammengebaut. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Pro Jahr werden hier bis 55 komplette PC-24 Strukturen zusammengebaut. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
Ein Herzstück in der neuen Halle ist der Nietroboter. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Ein Herzstück in der neuen Halle ist der Nietroboter. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
Die C-Bügel Nietmaschine automatisiert den manuellen Nietprozess und reduziert die Lärmbelastung für die Mitarbeitenden massiv. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Die C-Bügel Nietmaschine automatisiert den manuellen Nietprozess und reduziert die Lärmbelastung für die Mitarbeitenden massiv. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
Fabrikationschef Roman Emmenegger (li) und Mirko Camerino vor dem Roboter. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Fabrikationschef Roman Emmenegger (li) und Mirko Camerino vor dem Roboter. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
Noch laufen am Nietroboter auch Schulungen für die Mitarbeiter. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Noch laufen am Nietroboter auch Schulungen für die Mitarbeiter. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
Nur dank hoher Automatisierung kann Pilatus den Strukturbau im Hochpreisland Schweiz konkurrenzfähig betreiben. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Nur dank hoher Automatisierung kann Pilatus den Strukturbau im Hochpreisland Schweiz konkurrenzfähig betreiben. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
Zur Automation gehören auch drei automatisierte Lagersysteme für Klein-, Mittel- und Grossteile sowie die Einführung eines führerlosen, autonomen Transportsystems. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)Zur Automation gehören auch drei automatisierte Lagersysteme für Klein-, Mittel- und Grossteile sowie die Einführung eines führerlosen, autonomen Transportsystems. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 1. Oktober 2019)
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Der Star in der neuen Pilatus-Halle ist ein Nietroboter

Zwar sind noch gewisse Zügel- und Umstellungsarbeiten im Gang, aber in der neuen Strukturbauhalle S der Pilatus Flugzeugwerke auf dem Flugplatz Buochs läuft der Arbeitsbetrieb bereits auf Hochtouren. Der Rundgang mit Fabrikationschef Roman Emmenegger zeigt, dass in der Halle, die in der Rekordzeit von nur einem Jahr errichtet wurde, schon wenige Wochen nach Bezug die ersten Baugruppen für den PC-24 produziert und dann in die Endmontage geliefert werden. «Wir bauen hier aus 10064 Einzelteilen komplette Flugzeugstrukturen wie Rumpf, Flügel oder Steuerflächen zusammen», erklärt Roman Emmenegger. Um die Einzelteile mit Nieten oder Bolzen zusammenzufügen, verwenden die Mitarbeiter hochpräzise Montagevorrichtungen, die eigens für die Arbeiten am PC-24 konstruiert wurden. Im Strukturbau werden Komponenten hergestellt, bei denen die Primärstruktur vorwiegend aus Aluminium besteht. Nur einige Sekundärteile wie zum Beispiel Abdeckungen sowie Endkanten sind aus Kunststoff.

In der neuen Strukturbauhalle werden grundsätzlich Baugruppen für den PC-24 gefertigt, 800 Quadratmeter der Halle sind aber für Trainingsflugzeuge wie PC-7 oder PC-21 reserviert – gebraucht werden sie je nach Auftragslage. Im Moment besteht eine Produktionsleistung, die rund 43 PC-24 Strukturen pro Jahr entspricht. Im Vollbetrieb werden es im nächsten Jahr etwa 55 sein.

Effizienz und Automation sind entscheidend

Momentan arbeiten rund 120 Personen im neuen Gebäude, bis Ende 2019 sollen es rund 160 sein. Nach wie vor wird laut Roman Emmenegger neues Personal rekrutiert. Es sind nicht nur Schlosser, Carosseriespengler, Anlage- und Apparatebauer, welche die Baugruppen montieren. Auch Programmierer für die Montagegeräte und Nietmaschinen, Engineering, Einkauf, Logistik und Fertigungssteuerung sind vor Ort. «Alle nötigen Disziplinen sind hier vertreten, damit wir möglichst effizient produzieren können», betont Roman Emmenegger.

Effizienz ist tatsächlich der entscheidende Faktor für die Pilatus-Flugzeugwerke, damit der neue PC-24 erfolgreich im Markt bestehen kann und den Flugzeugbauern die nötigen Einnahmen bringt. Bei der Entwicklung des PC-24 und beim Design habe man von Anfang an darauf geachtet, dass eine effiziente Bearbeitung der Flugzeugzellen mit einer Nietmaschine möglich sei, erklärt Roman Emmenegger. «Nur mit hoher Automation können wir den Strukturbau auch im Hochpreisland Schweiz konkurrenzfähig betreiben.»

Die Haupttätigkeiten bestehen im Wesentlichen aus Bohr-, Zuschneid-, Anpass- und Nietarbeiten. Heute wird noch vorwiegend von Hand und mit Hilfe von Pressluftwerkzeugen gearbeitet. Kernstück der brandneuen Strukturbauhalle sind deshalb die Komponenten zur Automatisierung. Das betrifft einerseits die Logistik mit drei automatisierten Lagersystemen für Klein-, Mittel- und Grossteile sowie die Einführung eines führerlosen, autonomen Transportsystems, das die benötigten Einzelteile direkt zu den Arbeitsplätzen fährt.

Weltweit einzigartige Nietmaschine

Der eigentliche Star der Halle ist aber ein Roboter – eine «C-Bügel Nietmaschine», wie Roman Emmenegger erklärt. «Damit kann nicht nur der manuelle Nietprozess automatisiert werden, der Fügeprozess wird auch wesentlich effizienter und qualitativ besser. Zudem kann die Lärmbelastung für die Mitarbeitenden massiv reduziert werden», erklärt der Fabrikationschef nicht ohne Stolz. Die beeindruckende Maschine, mit einer Länge von 21,5, einer Breite von 14 und einer Höhe von 7,5 Metern, wurde zusammen mit einem in der Automation führenden deutschen Hersteller spezifisch für die Bedürfnisse von Pilatus und die Bearbeitung der sehr unterschiedlichen PC-24 Baugruppen entwickelt. Die weltweit einzigartige Anlage, die mit Toleranzen im Tausendstel-Millimeterbereich arbeitet, hat rund 5 Millionen Franken gekostet.

Führen Roboter in der Regel zu Stellenverlusten, bringt die Automatisierung bei Pilatus neue Arbeitsstellen in die Zentralschweiz. In der Vergangenheit wurde der manuelle Strukturbau aufgrund der damit verbundenen hohen Herstellkosten nämlich ausgelagert, häufig ins Ausland. Diese zeitaufwendigen Arbeiten werden jetzt nach Buochs geholt, womit Pilatus auch lange Transportwege der Baugruppen sparen kann.

Seit Mai sind die Bestellbücher für den PC-24 übrigens wieder offen. Auch wenn der Basispreis von ursprünglich rund 9 Millionen mittlerweile auf 10,7 Millionen Franken gestiegen ist, ist der Versatile Business Jet gleich begehrt wie bei der Lancierung. In der ersten Bestellphase konnte Pilatus damals 84 Stück verkaufen, davon sind mittlerweile 40 ausgeliefert.

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