Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Bäcker streben an der Iheimisch nach Zopf-Weltrekord

Die Ob- und Nidwaldner Bäcker-Confiseure nutzen die Iheimisch als Bühne für einen Weltrekordversuch. Dafür muss der Zopf über 200 Meter lang werden. Gebackt wird die ganze Nacht hindurch.
Matthias Piazza
Die Ob- und Nidwaldner Bäckermeister bei der «Generalprobe» für den Weltrekordversuch. (Bild: PD, Horw, 11. März 2019)

Die Ob- und Nidwaldner Bäckermeister bei der «Generalprobe» für den Weltrekordversuch. (Bild: PD, Horw, 11. März 2019)

Man nehme: 170 Kilo Mehl, 400 Eier, 85 Liter Milch, 3,5 Kilo Salz, zudem nicht zu knapp Hefe und Zucker. Dass es hier nicht um einen normalen Sonntagszopf für die Familie geht, wird bei diesen gigantischen Mengen von Zutaten schnell klar. Der Ob- und Nidwaldner Bäcker-Confiseur-Meister-Verband (ONBC) hat damit auch einiges vor: Den längsten Zopf der Welt zu backen. Die Latte ist hoch gesetzt. Gilt es doch den 200 Meter langen Zopf, den die Luzerner Bäcker-Zunft vor einigen Jahren backte, zu übertrumpfen, wenngleich die Luzerner Kollegen ihren Megazopf nicht am Stück herstellten, sondern zusammensetzten. Mit der Iheimisch haben die Nid- und Obwaldner Bäcker die wohl idealste Plattform gefunden, werden doch an der grössten, nur alle sieben Jahre stattfindenden Nidwaldner Gewerbeausstellung, die übermorgen startet, rund 20000 Besucher erwartet.

«Alle zwei Jahre lanciert unser Verband eine Aktion, um die Öffentlichkeit auf unseren Berufsstand aufmerksam zu machen. Für unseren Auftritt an der Iheimisch tauchte die Idee des Weltrekord-Zopfs auf», erklärt Stefan Filliger, Leiter der Volg-Bäckerei in Ennetbürgen und Vorstandsmitglied des ONBC.

Spezieller Backofen musste gebaut werden

Einen Zopf von über 200 Metern Länge zu backen, braucht nicht nur Unmengen an Zutaten, sondern ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. So musste ein speziell langer Backofen angefertigt werden. «Wir backen dreispurig», erklärt Stefan Filliger das Vorgehen. Will heissen, dass der Zopf zweimal geknickt wird und damit eigentlich eine Schlaufe macht. Nahtlos wird so Etappe für Etappe gezöpfelt. Rund ein Dutzend Bäcker sind an diesem Weltrekord-Versuch involviert. Am Samstagabend um 22 Uhr bis am Sonntagmorgen um 11 Uhr wird durchgehend gebacken. Rund 40 Helfer sollen sicherstellen, dass der Weltrekordversuch gelingt. «Wir wollen einen Flop vermeiden, haben darum vor zwei Monaten schon mal ein paar Meter geübt», erzählt Stefan Filliger. Die «Generalprobe» sei gelungen.

Dass Zopf gleich Zopf sei, egal wie lang und darum für Profis keine besondere Herausforderung darstelle, will der gelernte Bäckermeister Stefan Filliger so nicht gelten lassen. «Wir haben noch nie einen solchen Zopf in dieser Dimension gebacken», hält er fest.

Weltrekord-Versuch ist das Tüpfelchen auf dem i

Trotzdem stemme der Verband gerne diesen aufwendigen, rund 15000 Franken teuren Iheimisch-Auftritt, auch wenn der Werbeeffekt nicht genau messbar sei. «Wir wollen bei den Leuten präsent sein, ihnen zeigen, dass die Bäcker/Confiseure auch ausgefallene Wünsche erfüllen können, sei es etwa für eine Geburtstagsparty», erzählt er und verhehlt dabei nicht, dass man so den industriellen Grossbäckereien die Stirn bieten wolle.

Der Weltrekord-Versuch ist dabei nur das Tüpfelchen auf dem i des ONBC-Auftrittes an den vier Iheimisch-Tagen. So werden am Showbackstand täglich verschiedene Produkte «am Meter» hergestellt, so etwa Iheimisch-Brot mit Kartoffeln, Butterzopf, Apfelstrudel, Fleischweggen oder verschiedene Snacks. Die Gäste können den Bäckern über die Schultern schauen. Kinder und Erwachsene können mit Lehrlingen Marzipanfiguren kreieren. Mit dabei wird auch Sonja Durrer sein. Die Kernser Bäckerin/Konditorin/Confiseurin gewann an der letztjährigen Berufs-Schweizermeisterschaften Swiss Skills Gold.

Mit solchen Auftritten soll auch Werbung für den Beruf gemacht werden, was gemäss Filliger auch dringend nötig ist. «Wir wollen Gas geben in der Nachwuchsförderung, in meinem Betrieb konnte ich die zwei Lehrstellen für diesen Sommer noch nicht besetzen.»

Dabei sei Bäcker ein Beruf mit Zukunft. «Wer heute Bäcker lernt, hat sensationelle Berufsperspektiven», schwärmt er. Auch wenn man im Berufsalltag kleinere Brötchen backe als an der Iheimisch.

Iheimisch: 30. Mai bis 2. Juni auf dem Flugplatz Buochs. Weitere Informationen: www.iheimisch.ch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.