Bahn frei auf der neuen Wilstrasse

Die viel frequentierte Verbindung zwischen Stans und Wil ist ab heute wieder uneingeschränkt befahrbar. Die Strasse ist einen halben Meter breiter geworden, damit das Kreuzen mit grossen Fahrzeugen einfacher wird.

Oliver Mattmann
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Die Belagsarbeiten auf der Wilstrasse wurden gestern abgeschlossen. (Bild: Corinne Glanzmann (Oberdorf, 16. Oktober 2018))

Die Belagsarbeiten auf der Wilstrasse wurden gestern abgeschlossen. (Bild: Corinne Glanzmann (Oberdorf, 16. Oktober 2018))

Immer wieder kam es seit März zu temporären Sperrungen und Einbahnverkehr auf der Wilstrasse zwischen dem Bahnübergang Wilrank und dem Kreisel beim Zeughaus. Damit ist nun Schluss. Nach siebenmonatiger Bauzeit sind auf dem rund 800 Meter langen Abschnitt gestern ein letztes Mal die Maschinen aufgefahren. Als finaler Akt wurde der drei Zentimeter dicke Deckbelag aufgetragen. Zwar erhält auch das Trottoir noch eine abschliessende Deckschicht und fehlen noch die Markierungen am Boden, doch ab sofort kann die Strasse wieder uneingeschränkt befahren werden. Das dürfte die Autofahrer freuen, die das Teilstück als Querverbindung zwischen Stans und Oberdorf regelmässig benutzen. Es sind 1600 Fahrzeuge pro Tag, wie Zählungen im Vorfeld des Sanierungsprojektes ergaben.

Der Baustellenbetrieb ist im Grossen und Ganzen reibungslos verlaufen, wie Martin Kayser, Leiter Bauamt Oberdorf, auf Anfrage sagt. Der zuständige Gemeinderat Adrian Scheuber findet derweil lobende Worte für die Zusammenarbeit mit den Anwohnern und das Verständnis seitens der Bürger während der Bauphase. «Anfänglich hat es auf der Kantonsstrasse zwischen Stans und Dallenwil lange Rückstaus gegeben, dies lag aber in erster Linie am Einbahnverkehrsregime bei der gleichzeitigen Baustelle auf der Engelbergstrasse.» Seitdem dort auf Ampelbetrieb umgestellt worden sei, hätten sich die Probleme entschärft. Die Absprachen zwischen den beiden Baustellen hätten gut funktioniert. Dass sich die Projekte terminlich derart gekreuzt haben, sei Zufall gewesen, so Martin Kayser.

Letzte Sanierung liegt schon eine Weile zurück

«Wir sind mit dem Resultat rundum zufrieden», hält der Bauamt-Chef fest. Auch die Oberdörfler würden sich erfreut zeigen, dass die Strasse endlich geflickt wurde, hat er aus Gesprächen mit den Leuten festgestellt. Tatsächlich befand sich die Fahrbahn zuvor in einem ziemlich schlechten Zustand. Die letzte Teilsanierung lag 14 Jahre zurück, seither hatte man Belagsschäden behelfsmässig örtlich repariert.

Ein Aspekt der Sanierung war auch die Erhöhung der Sicherheit auf der relativ schmalen Wilstrasse. So ist diese von 5 auf 5,5 Meter verbreitert worden, um beim Kreuzen vor allem mit grossen Fahrzeugen wie Postautos oder Traktoren mehr Platz zu erhalten. «Autolenker wichen teils aufs Trottoir aus, was zu gefährlichen Situationen führen kann. Wir gehen davon aus, dass dies nun weniger vorkommen wird, dennoch haben wir den abgekippten Randstein beim Trottoir belassen», erklärt Martin Kayser. Er rechnet auch damit, dass das Überholen von Velofahrern einfacher wird. «Früher hatte es Abwasserschächte am Fahrbahnrand, was Velolenker dazu verleitete, in Richtung Strassenmitte zu schwenken. Dies sollte nun nicht mehr der Fall sein.» Die Entwässerung geschieht neu über einen Geländestreifen entlang der leicht abfallenden Strasse. Die bisherigen Sickerschächte wurden aus dem Erdreich genommen oder zugeschüttet. Bei dieser Gelegenheit wurden auch Wasser- und Werkleitungen erneuert.

Kredit dürfte unterschritten werden

Der Gemeinderat hatte einen Moment lang überlegt, die Wil­strasse als sogenannte Kernfahrbahn mit zwei Velostreifen am Rand, aber ohne Mittelstreifen zu gestalten. Anderswo sind solche Kernfahrbahnen bereits Realität. «Für uns überwogen punkto Sicherheit, aber die Vorteile einer ‹normalen› Verkehrsführung, wie wir sie bisher kannten», erklärt Martin Kayser. Positives gibt es aus finanzieller Sicht zu vermelden: Zwar wird die Schlussabrechnung erst in einigen Monaten vorliegen, doch die Gemeinde geht davon aus, dass der Projektkredit von 1,85 Millionen Franken nicht voll ausgeschöpft werden muss –nicht zuletzt, weil die Baumeisterarbeiten zu guten Konditionen vergeben werden konnten.