BANNALP: Nicht alle Älpler sind für die Strasse

Die Bannalp soll eine Strasse erhalten. Diese Absicht hegt die Flurgenossenschaft Sinsgäu-Bannalp. Doch nicht alle Mitglieder sind dafür.

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Eine Variante, das Vieh hinauf zur Bannalp zu bringen, ist die Luftseilbahn Fellboden-Bannalpsee. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Eine Variante, das Vieh hinauf zur Bannalp zu bringen, ist die Luftseilbahn Fellboden-Bannalpsee. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Sieben Alpen gibt es auf der Bannalp. Mensch, Vieh und Material von Oberrickenbach nach oben zu bringen, ist heute auf zwei Arten möglich: entweder zu Fuss über den Viehtriebweg oder mit der Luftseilbahn Fellboden–Bannalpsee. Eine Strasse soll in Zukunft die Bannalp besser erschliessen.

2001 wurde die Flurgenossenschaft Sinsgäu-Bannalp zu diesem Zweck gegründet. Die Waldstrasse Rütheli–Langweidli ist bereits gebaut. Von dort soll eine Strasse bis Sinsgäu und zur Haghütte führen. Von dort schliesslich schwebt der Flurgenossenschaft ein Maschinenweg bis Bannalp vor, der für Lieferwagen, Traktoren oder Geländefahrzeuge von 6 bis 7 Tonnen konzipiert sein soll.

Die möglichen Kosten machen den Älplern Sorgen
Obwohl die Älpler der Bannalp und die Grundstückseigentümer im Perimeter der zukünftigen Erschliessung beitragspflichtig wären, sind nicht alle dafür. Für Ursula Bissig, die zusammen mit ihrem Mann Jean-Pierre das Berggasthaus Urnerstaffel und daneben einen Alpbetrieb führt, stimmen Kosten und Ertrag nicht. Die Erschliessung könnte nur während der rund viermonatigen Alpzeit benutzt werden. Was an Kosten auf die der Flurgenossenschaft angeschlossenen Landwirte zukomme, sei unklar. «Es wurde nie ausgerechnet, wie viel der Unterhalt der ganzen Verbindung von Oberrickenbach bis zur Bannalp kosten könnte», sagt Ursula Bissig.

Sie schiebt ein weiteres Argument gegen die geplante Erschliessung nach: «Die Bannalp ist mit zwei Bahnen gut erschlossen.» Ihr Vieh transportieren Jean-Pierre und Ursula Bissig hälftig zu Fuss und mit der Bahn.

Ein Maschinenweg und keine Strasse
«Eine Strasse bis Sinsgäu ist wegen der Alpkäserei in der Haghütte sinnvoll», sagt Edith Wicki. Sie bewirtschaftet die Alp Fulenwasser auf fast 1900 Metern über Meer. «Von dort bis zur Bannalp reicht aber ein schöner Weg», ist sie überzeugt, «alles andere wäre Luxus. Ist eine Strasse wirklich nötig?», wirft sie die Frage auf. «Mit einer Strasse ist die Bannalp nicht mehr dieselbe.»

Hans Christen, Präsident der Flurgenossenschaft Sinsgäu-Bannalp, unterstreicht, dass «wir von einem Maschinenweg reden. Die Vorstellung, auf der Bannalp habe es künftig PWs, ist falsch.» Dass am heutigen Viehtriebweg etwas gemacht werden muss, bestätigte Bruno Röllin von der Alp Räckholtern bereits früher gegenüber der Zeitung: «Der Weg ist teilweise in ganz schlechtem Zustand. Der Aufstieg ist ein Murks, auch für die Tiere.»

Geri Wyss

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.