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Buochser Wirtepaar sagt nach 26 Jahren Tschüss

Was im Strandbadbeizli Buochs 1994 begann, endet kommenden Herbst nach 26 Jahren.
Ruedi Wechsler
Beatrice und Markus Widmer verabschieden sich Ende Saison. (Bild: Ruedi Wechsler; Buochs, 22. Juli 2019)

Beatrice und Markus Widmer verabschieden sich Ende Saison. (Bild: Ruedi Wechsler; Buochs, 22. Juli 2019)

Die Beiden glaubten bei der Bewerbung um die Bewirtung der Strandbadbeiz Buochs niemals an eine Anstellung und schon gar nicht daran, dass es so lange dauern könnte. Nun schauen Beatrice und Markus Widmer auf 26 Jahre als Wirtepaar zurück. «Befreundete Mitbewerber spürten schon bald, dass sie dem grossen Aufwand nicht gewachsen waren, und fragten uns an, ob wir sie unterstützen würden. Da wir für unsere kleine Tochter Patrizia zunächst eine Lösung finden mussten, sagten wir zu», erzählt Beatrice Widmer. Zudem sei es damals der ideale Job gewesen, um gleichzeitig die kleine Tochter zu betreuen.

Beatrice machte schon bald die Wirteprüfung und nach Ablauf des fünfjährigen Pachtvertrages bewarben sich beide Parteien nochmals. Die Pacht wurde sodann den Widmers alleine zugesprochen. Waren es anfänglich 38 Sitzplätze, sind es heute 180 Plätze. Widmers bezeichnen sich als einfache Leute, die von Morgen früh bis spätabends für ihr Geld arbeiten. Die Saison dauerte früher nur viereinhalb Monate, heute seien es acht. Im Herbst und Winter arbeitete Beatrice jeweils auswärts im Service. Und Markus arbeitete bis vor zwei Jahren noch bei der Firma Licorado in Vollzeit. Unterstützt werden die leidenschaftlichen Wirtsleute von zwei Vollzeitangestellten, zwei Aushilfen und während der Sommerferien von zwei Gymnasiastinnen. Beatrice ist für die Küche und das Büro und Markus als Allrounder für das Office zuständig.

«Badi-Kusi» der 
Lokalprominente

In den letzten 15 Jahren hätten sich die Stammkundschaft und das kulinarische Angebot stark verändert und erweitert, sagt die gelernte Uhren- und Bijouterieverkäuferin. «Da kommen Badegäste aus Schwyz, Uri und Luzern sowie aus dem nahen Camping», sagt Beatrice. Markus ergänzt, dass er im Frühling für die Kinder jeweils 400 «Schleckstengel» einkaufe. «Die Begegnungen mit den Kleinsten schätze ich enorm. Da ist schon mal ein ‹schau dort der Badi Kusi› zu hören», sagt er mit einem Lachen.

Von den Altersheimen in Buochs und Ennetbürgen besuchen vermehrt ältere Personen das Badi-Beizli. «Zu den kulinarischen Köstlichkeiten zähle ich das selbstgeräucherte Forellen-Filet und der Hamburger Spezial. In diesem Jahr habe ich bereits 45 Kilogramm Forellen-Filets verkauft», sagt der Hobbyfischer. Markus fischt sehr gerne im See und am liebsten zieht er eine Seeforelle an Land. Momentan sei aber an Angeln nicht zu denken. Nebst dem stressigen Alltagsbetrieb verwöhnen Markus und Beatrice viele Hochzeitsgäste, Firmen- und Familienanlässe mit dem beliebten Grillbuffet. Das Angebot und die Preise seien familienfreundlich und die Ambiance im Strandbad sehr familiär. «Herausfordernd sind der jeweilige Aufbau für die verschiedenen Festivitäten, die eingeschränkten Platzverhältnisse und die fehlende Kühlkapazität», erzählt Markus.

Der schönste 
Arbeitsplatz

Nach Feierabend können beide auch mal die wunderschöne Kulisse geniessen. Sie hätten hier öfters übernachtet oder vorne am See noch etwas getrunken und die Abendstimmung genossen. Brenzlige Situationen entstanden höchstens bei Einbruchfehlalarm. Oder während dem Anlass mit den Rettungsdiensten – es standen zehn Rettungswagen vor dem Strandbad. Da telefonierten besorgte Nachbarn aus Ennetbürgen. In der Zeit vor dem geschlossenen Wintergarten gab es ab und zu Reklamationen vom Bürgenberg wegen Lärmbelästigung.

Auf die Frage nach dem Grund der Demission sagen Beatrice und Markus unisono, dass sie einmal den Sommer so richtig geniessen möchten. «Wir mussten auf so viel verzichten. Das realisieren die Leute erst, wenn wir im Herbst ans Meer verreisen. Das Ganze wurde uns langsam zu viel und es war schwierig, die ideale Stellvertretung zu finden.» Vermissen werden Beatrice und Markus künftig die treue Stammkundschaft. Derweil hoffen sie auf einen Nachfolger, der mit viel Herzblut diesen Betrieb weiterführen wird. Beide nehmen viele schöne Erinnerungen mit und danken den Stammgästen für die grosse Treue. Vorhandene Gutscheine sollten bis Ende Saison eingelöst werden.

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