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BECKENRIED: 8,5-Millionen-Projekt kommt an Urne

Beim Hoch­wasserschutz am Lielibach wird ein Teil vorgezogen. Die Stimmbürger entscheiden über den Bau einer Sperre im Rutschgebiet Bodenberg.
Martin Uebelhart
Der Lielibach: Unterhalb dieser Sperren soll eine sogenannte Konsolidierungssperre gegen das weitere Eintiefen der Bachsohle entstehen. (Bild: PD)

Der Lielibach: Unterhalb dieser Sperren soll eine sogenannte Konsolidierungssperre gegen das weitere Eintiefen der Bachsohle entstehen. (Bild: PD)

Martin Uebelhart

Der Beckenrieder Gemeinderat will einen Teil des Hochwasserschutzprojekts für den Lielibach vorziehen. Unterhalb der Rutschung Bodenberg soll im Bereich Hinteregg-Grabi eine Konsolidierungssperre gebaut werden. Am 5. Juni legt der Gemeinderat den entsprechenden Kredit von 8,5 Millionen den Stimmbürgern an der Urne vor. Die Sperre ist Teil des 37-Millionen-Projekts für den Hochwasserschutz an dem Wildbach, der beim Strandbad in den See mündet. «Wir wollen keine Zeit verlieren», sagt Gemeinderat Urs Christen. Er leitet das Departement Sicherheit, Umwelt und Tiefbau. «Bei einem fünfjährigen Unwetterereignis kann es zu Auflandungen im Delta kommen», hält Christen fest. Ein Blick auf die Gefahrenkarten sei «Besorgnis erregend». Christen blickt zurück ins Jahr 2013. Damals, Anfang Juni, sei man an den Anschlag gekommen. «Es fehlte noch eine halbe oder eine ganze Stunde Niederschlag. Dann hätte der Bach bis weit über die Seemündung hinauf grosse Schäden angerichtet», so Christen.

Projektanpassung kostet Zeit

Das Gesamtprojekt für den Lielibach verzögert sich noch bis im kommenden Jahr. «Wir mussten das Konzept für das Delta noch einmal anpassen», sagt Christen. Ursprünglich sei geplant gewesen, dort Raum zu schaffen für 20 000 Kubikmeter Geschiebe und ähnliches Material. Bei den Abklärungen mit Geologen seien jedoch Unsicherheiten aufgetreten. «Man sagte uns, es bestehe die Möglichkeit, dass Teile des Deltas in den See wegrutschen könnten, wenn wir im Mündungsbereich des Lielibachs im grösseren Stil Bauarbeiten und Bohrungen machen.» Ein Risiko, das die Gemeinde nicht eingehen könne und wolle. Die 20 000 Kubikmeter Material müssten nun anderswo aufgefangen werden können. «Darum mussten wir das Projekt im oberen Teil verbessern. Das braucht noch ein wenig Zeit.»

Dass der Bau der Sperre als Erstes in Angriff genommen würde, sei immer klar gewesen. Weil dieser Teil des Projekts nicht überarbeitet werden müsse, ziehe man ihn jetzt vor. «Wir wollten nicht ein weiteres Jahr verlieren», betont Urs Christen. Für die Sperre werden 3500 Kubikmeter Beton verbaut, das Projekt wird 50 Meter lang, 60 Meter breit und 30 Meter hoch und kommt im Schluchtbereich unterhalb der Sperre 28 zu liegen.

Gesamtprojekt dauert bis 2029

2013 hatte die Gemeinde entschieden, die Planung und die Umsetzung des Hochwasserprojekts Lielibach sofort anzugehen. Damals hatte sich die Rutschung am Bodenberg beschleunigt und die rund 100 Jahre alten Sperren am Lielibach auf einer Länge von zirka 500 Metern verschoben. Im November 2013 hatte die Gemeindeversammlung einen Planungskredit von fast einer Million Franken genehmigt. Seither wird mit Hochdruck geplant. Nicht von der Hand zu weisen sei, dass Hochwasserschutzprojekte für Planer und Behörden eine grosse Herausforderung darstellten, schreibt der Gemeinderat in der Abstimmungsbotschaft. Unzählige gesetzliche Grundlagen und Anliegen der verschiedensten Amtsstellen müssten bei der Planung berücksichtigt werden.

Wenn die Beckenrieder Stimmbürger am 5. Juni Ja sagen, soll die Konsolidierungssperre von 2017 bis 2019 gebaut werden. Das gesamte Projekt für den Lielibach soll voraussichtlich im Jahr 2029 abgeschlossen sein. Die Arbeiten laufen teilweise parallel zum bereits in Angriff genommenen Projekt beim Träschlibach, das bis 2022 abgeschlossen werden soll.

Finanziell sei das Projekt für die Gemeinde verkraftbar, so Christen. Das Vorhaben sei stark subventioniert und auch der innerkantonale Finanzausgleich helfe mit. «Zudem sind die Zinsen für die Gemeinden derzeit sehr tief. Das spielt uns in die Hände.»

«Teile des Deltas könnten in den See wegrutschen, wenn wir im Mündungsbereich Bauarbeiten machen.» Urs Christen, Gemeinderat (Bild: Matthias Piazza / Neue NZ)

«Teile des Deltas könnten in den See wegrutschen, wenn wir im Mündungsbereich Bauarbeiten machen.» Urs Christen, Gemeinderat (Bild: Matthias Piazza / Neue NZ)

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