BECKENRIED: Am 1. August sind sie richtige Schweizer

Die Nationalfeier am See zieht nicht nur Einheimische an. Auch Muralitharan Rasiha aus Sri Lanka feiert mit seinen Kindern den 1. August.

Matthias Piazza
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Muralitharan Rasiha feiert mit seinen Kindern den 1. August. (Bild: André A. Niederberger (Beckenried, 1. August 2017))

Muralitharan Rasiha feiert mit seinen Kindern den 1. August. (Bild: André A. Niederberger (Beckenried, 1. August 2017))

Der Duft von Bratchäs, gebackenen Fischen und Pommes frites durchzieht die heisse Mittagsluft am Festplatz bei der Beckenrieder Schiffsstation. Die Kapelle Remy Näpflin und Kurt Murer unterhält die Festgemeinde mit lüpfiger Volksmusik. Eine Bar für die Grossen und eine Hüpfburg für die Kleinen sorgen dafür, dass an der Beckenrieder 1.-August-Feier alle auf ihre Kosten kommen. Und tatsächlich ist der üppig mit Fähnchen geschmückte Festplatz bereits um die Mittagszeit rege besucht und fast bis auf den letzten Platz belegt. Der eine oder andere Gast stösst von einem ankommenden Schiff noch dazu.

Und mitten in der fröhlichen, mehrheitlich Beckenrieder Festgemeinde isst Muralitharan Rasiha mit seinen Kindern eine Bratwurst. Mit ihrem Teint fallen sie etwas auf. Nein, er sei kein indischer Tourist, antwortet der Familienvater auf Nachfrage lachend. Er komme ursprünglich aus Sri Lanka und lebe seit 1991 in Nidwalden. Nicht nur die Bratwurst, die er von seiner Heimat her nicht kenne, schmecke ihm. «Mir gefällt die 1.-August-Feier, es ist alles sehr schön», meint der Sri-Lanker, der keinen Schweizer Pass hat. Trotzdem: Den Geburtstag der Schweiz zu feiern, ist für die Rasihas, die in Stans wohnen, Tradition. Am Vortag bewunderten sie von Flüelen aus das Feuerwerk. Im vergangenen Jahr feierten sie den 1. August in Luzern. Sohn Pathusan (11) findet die gemeinsame Feier toll.

Auch für Dani Amstad und seine Familie gehört die Feier zum 1. August dazu – nicht nur wegen der Gemütlichkeit. «Als Beckenrieder ist man wegen der Nähe zum Rütli natürlich schon ein bisschen patriotisch eingestellt», erzählt er stolz.

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch