BECKENRIED: Aus Trinkwasser soll Strom werden

Strom für 15 Haushalte soll ein neues Trinkwasserkraftwerk in Beckenried erzeugen. Auch das EWN hat mit dem Wasser Grosses vor.

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Peter Feldmann, Betriebsleiter des Gemeindewerks Beckenried. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Peter Feldmann, Betriebsleiter des Gemeindewerks Beckenried. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Das Gemeindewerk Beckenried plant den Bau eines zweiten Trinkwasserkraftwerks. Das neue wird in das bestehende Kraftwerk Lätten eingebaut. Die dazu nötigen Anpassungen sind in den vergangenen Jahren im Rahmen von Sanierungsmassnahmen auf das Projekt ausgerichtet worden.

Das Kraftwerk wird Strom für 15 Haushalte erzeugen
«Die notwendigen Leitungen und Gebäude sind bereits vorhanden», erläutert Peter Feldmann, Betriebsleiter Gemeindewerk Beckenried. Neu angeschafft werden müssen einzig Generator, Turbine und Steuerung. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 90'000 Franken.

Mit einer Stromproduktion von 70'000 Kilowattstunden pro Jahr kann das neue Trinkwasserkraftwerk dereinst an die 15 Haushaltungen mit Elektrizität versorgen. Das entsprechende Gesuch liegt derzeit öffentlich auf.

Bei Trinkwasserkraftwerken erzeugt das Gefälle des Wassers in den Leitungen Druck, welcher via Turbine zu Strom verarbeitet werden kann. «Diese Art der Energiegewinnung ist ökologisch absolut unbedenklich», sagt Andreas Kayser, Leiter Nidwaldner Energiefachstelle Amt für Wald und Energie.

In Nidwalden stammt viel Strom aus Wasserkraftwerken
In Beckenried wird bereits die Hälfte des Strombedarfs in den eigenen Wasserkraftwerkanlagen Sustli (8,6 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr) und Lätten (260'000 Kilowattstunden) produziert.

Und auch ausserhalb von Beckenried tut sich einiges in diese Richtung. Das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) betreibt zusammen mit der Kraftwerk Engelbergeraa AG Wasserkraftwerke in Oberrickenbach, Wolfenschiessen, Dallenwil und Engelberg/Trübsee. Ins EWN-Netz fliesst auch Strom aus einem Trinkwasserkraftwerk: In Büren wird dazu die Ursprungquelle genutzt.

Der Bund schafft Anreize für erneuerbare Energien
Ab Anfang nächsten Jahres setzt der Bund eine kostendeckende Einspeisevergütung für erneuerbare Energien in Kraft.

Laut Andreas Kayser von der kantonalen Energiefachstelle ist für Kleinwasserkraftwerke ein kostendeckender Strompreis vorgesehen: «Dadurch sollten solche Kraftwerke wirtschaftlich betrieben werden können.» Kayser kann sich vorstellen, dass diese Massnahme den Bau neuer Kraftwerke begünstigt.

Luca Wolf