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BECKENRIED: «Das Rütlischiessen ist das Highlight»

Die Nidwaldner organisieren das nächste Rütlischiessen. Der Anlass gilt unter den Schützen als Höhepunkt des Jahres. Für Lukas Waser bleibt die letztjährige Austragung ganz speziell in Erinnerung.
Matthias Piazza
Lukas Waser mit Sturmgewehr und dem Rütli-Becher von 2015.

Lukas Waser mit Sturmgewehr und dem Rütli-Becher von 2015.

Am 9. November ist es so weit. Dann versammeln sich wieder über 1100 Schützen auf der Rütli­wiese. Getreu dem Fünfjahresrhythmus organisieren aktuell die Nidwaldner Rütlischützen das 154. historische Rütlischiessen. Erfolge haben hier einen besonderen Stellenwert, das weiss auch Lukas Waser. «Dieser Becher hat einen Ehrenplatz auf meinem Nachttischen», sagt er, das glänzende Gefäss mit der Inschrift «Rütli 2015» in der Hand haltend. Der «Pokal» steht für den 20-jährigen Beckenrieder für eine ganz besondere Leistung, die es gar in die Annalen der Beckenrieder Schützengeschichte geschafft hat. Gleich an seinem ersten Rütlischiessen im vergangenen Jahr schoss sich Lukas Waser mit 78 von 90 Punkten auf die vordersten acht Plätze der Rütlisektion Nidwalden – und holte sich damit als «Rütli»-Neuling den Becher. Dies sei in der jüngeren Schützengeschichte Beckenrieds vor ihm erst drei Schützen gelungen, dem letzten 1991. «Dass man gleich im ersten Jahr einen Becher mit nach Hause nimmt, ist etwas Besonderes.»

Dabei war die Teilnahme am Rütlischiessen 2015 alles andere als sicher. Zwar hatte er unter dem Jahr pflichtbewusst das Schiessprogramm absolviert und damit die Voraussetzungen für eine Teilnahme erreicht. Doch der Termin fiel mitten in die Rekrutenschule. «Nach langem Hin und Her wurde schliesslich das Urlaubsgesuch bewilligt.» Und so marschierte Lukas Waser am 4. November auf dem Rütli auf – unvorbelastet ohne grosse Erwartungen. Umso grösser dann die Überraschung, als es auf Anhieb für die begehrte Auszeichnung reichte. «Ich hatte einfach Wetterglück und die passende Scheibe», sagt er zu seiner Leistung. Denn gute Resultate an anderen Wettkämpfen seien noch kein Garant für Erfolg auf dem Rütli. «Das Rütlischiessen hat seine eigenen Regeln. Nur schon die Atmosphäre ist speziell. Man schiesst auf Naturboden und ­kniend, was das Zielen wesentlich erschwert. Das Gewehr ist nie ganz ruhig», so Lukas Waser. «Schliesslich ist es eine Sache des Gefühls und der Übung, im richtigen Moment abzudrücken.»

Er wurde als Held auf der Rütliwiese gefeiert

Auch die Rangverkündigung und die Siegerehrung bleiben ihm unvergessen: «Schützenkameraden trugen mich auf ihren Schultern, luden mich zum Weintrinken ein, stiessen mit mir auf meinen Sieg an. Ich habe das sehr genossen. Am Rütlischiessen sind die Schützen wie eine grosse Familie.» Doch nicht nur in solchen Ruhmesmomenten sei das Rütlischiessen für einen Schützen das wichtigste Ereignis des Jahres. «Das Rütlischiessen ist das Highlight. Hier treffen sich alle Generationen. Erfahrene Schützen ­stehen dem Nachwuchs beratend zur Seite», erzählt Lukas Waser, der mit seinem Vater und Grossvater am Anlass war.

Schiessen liegt bei Wasers in der Familie

Die familiäre Vorbelastung sieht er denn auch als Hauptgrund, dass er selber zum begeisterten Schützen wurde. «Schiessen ist bei uns in der Familie, mein Vater und Grossvater schiessen auch.» Schon als kleiner Bub sei er mit seinem Vater an Schützenfeste gegangen, habe schon bald selber geschossen, zuerst mit Kleinkalibern, mit 15 das erste Mal mit einem Sturmgewehr. Bald trat er der Schützengesellschaft Beckenried bei. «Das Gesellige, das Kameradschaftliche ist bei den Schützen einfach etwas Einmaliges», begründet er seine Faszination für dieses Hobby. «Erst recht in Beckenried, wo das Schützenwesen sehr populär und ein fester Bestandteil des Dorflebens ist.» Nachwuchssorgen kenne man hier eigentlich nicht. «Und genau diese spezielle generationenübergreifende Kameradschaft würde mir fehlen. Das ist einmalig», meint er. Er muss es wissen. Schliesslich kann er dank seiner zahlreichen weiteren Hobbys gut vergleichen. So turnt er bei der Männerriege und ist bei der Beckenrieder Pfadi Isenringen dabei. Besonders viel Zeit investiert er momentan in den Jagdlehrgang, um nächstes Jahr den Jagdschein erwerben zu können.

Das Schiessen musste er darum etwas zurückstellen. Möglicherweise kommt dieses Jahr darum ein anderer Beckenrieder Schütze in den Genuss, ans Rütlischiessen gehen zu dürfen. Dies sei halb so schlimm. «Man kann ja nur einmal einen Sektionsbecher auf dem Rütli gewinnen. Das habe ich erreicht. Erfolgsdruck habe ich so keinen mehr. Und für den Meisterbecher noch lange Zeit.»

Matthias Piazza

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