Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Beckenried: Die Alphütte Ober Morschfeld wird saniert

Ein Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine denkmalgeschützte Alphütte oberhalb von Beckenried zu renovieren. Das ist nicht nur logistisch eine Herausforderung.
Martin Uebelhart
Das Dach der Hütte Ober Morschfeld ist einem schlechten Zustand und wird neu geschindelt. (Bild: PD)

Das Dach der Hütte Ober Morschfeld ist einem schlechten Zustand und wird neu geschindelt. (Bild: PD)

Sie haben einen arbeitsreichen Sommer hinter sich, die Mitglieder des Vereins Acta Morschfeld. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Alphütte Ober Morschfeld in der Nähe des Brisenhauses (Beckenried) oberhalb der Klewenalp fachgerecht zu renovieren. Die Hütte, die seit 1998 als Objekt von regionaler Bedeutung unter Denkmalschutz steht, ist in einem schlechten Zustand. «Insbesondere das Schindeldach ist am Ende seiner Lebensdauer angekommen», sagt alt Regierungsrat Ueli Amstad, der Präsident des Vereins ist.

Das Dach ist 1996 zum letzten Mal teilsaniert worden. Das Wasser habe sich an einigen Stellen einen Weg ins Innere gebahnt, erzählt er. «Das hat bei Dachsparren, Wänden und Böden Schäden verursacht. Als Sofortmassnahme sei das Dach mit Blachen abgedeckt worden, um das Wasser draussen zu behalten.

Alle Schindeln aus einheimischem Fichtenholz

«Diesen Sommer haben wir einen Teil des Daches neu geschindelt», erzählt Ueli Amstad. «Eine aufwendige Arbeit, weil wir alle Schindeln aus einheimischem Fichtenholz selber herstellen. Einen grossen Teil der Schindeln haben die über 80-jährigen Martin Waser und Sepp Murer für uns gespalten», sagt Amstad. «Sie haben noch dieses alte Handwerkswissen.»

Die Schindeln haben eine Länge von rund einem halben Meter und eine Breite von 10 bis 25 Zentimetern. «Wir wollen das Dach möglichst ursprünglich gestalten», hält Amstad fest. Die Schindeln kommen in vier Lagen übereinander und werden genagelt. Früher wurden sie nur mit Steinen beschwert, erklärt Amstad. Nägel seien kaum verwendet worden. «Denn bevor Nägel industriell hergestellt werden konnten, wurden sie geschmiedet und waren dementsprechend teuer.»

Aufwendige Materialtransporte

Bevor die Vereinsmitglieder mit den Renovationsarbeiten beginnen konnten, hätten sie erst einmal die Hütte räumen müssen. «Bis 2011 ist die Hütte noch genutzt worden», sagt Amstad. Da habe sich so einiges angesammelt. Vieles sei aufbewahrt worden mit dem Gedanken, man könne es später noch einmal brauchen.

Aufwendig für den Verein ist auch der Transport des Materials. «Zu Fuss ist man rund Fünfviertelstunden unterwegs von der Klewenalp oder Niederrickenbach aus», sagt Amstad. «Wir dürfen für gewisse Transporte auch Alpstrassen befahren, doch auch dann sind noch 40 Minuten Fussmarsch angesagt.» Für gewisse Transporte seien darum auch Helikopterflüge nötig gewesen.

Es brauche schon eine gehörige Portion Idealismus so ein Projekt anzupacken, betont Ueli Amstad. «Viele von uns waren als Kinder schon auf der Alp und haben die Gebrüder Berlinger noch erlebt, die dort ohne viel zu modernisieren nach alter Sitte gealpt haben», sagt er zur Motivation des Vereins, der aus zehn Mitgliedern besteht. «Wir gehen gerne in die Berge und die meisten sind aktive Bergsteiger», so Amstad. «Wir haben eine tiefe Verbundenheit mit den Bergen und der Kultur. Deshalb möchten wir gerne etwas beisteuern und zurückgeben.» Faszinierend sei es auch, das alte Handwerk zu verinnerlichen und selber Hand anzulegen.

Der Vereinsname Acta Morschfeld bezieht sich auf die Acta Murensia. Darin wird die Alp Morschfeld zum ersten Mal erwähnt, als sie 1262 an Einheimische vom damaligen Kloster Murbach im Elsass verpachtet worden war. Seit 1441 gehört die Alp der Korporation Beckenried. «An der Hütte dürfte da und dort etwas verändert worden sein», sagt Amstad. «So wie sie heute dasteht, dürfte sie aus dem 16. oder 17. Jahrhundert stammen.»

Unterstützung von Gönnern und Denkmalschutz

Mit über 200'000 Franken sind die Kosten für die Renovation der Alphütte veranschlagt. Etwa die Hälfte davon entfällt alleine auf das Dach. Fast die Hälfte des Geldes sei beisammen, hält Ueli Amstad fest. Zuwendungen erhalten sie neben den Mitgliedern von spontanen Gönnern, vom Denkmalschutz und dem Fonds Landschaft Schweiz, der Massnahmen zur Erhaltung naturnaher Kulturlandschaften unterstützt. «Und die Schindler Kulturstiftung möchte einen Holzbrunnen beisteuern. Die Genossenkorporation Beckenried liefert das notwendige Holz für die Schindeln und steht wohlwollend hinter dem Projekt.»

Fachlich werde man vom Denkmalpfleger Nidwalden begleitet. Die Hütte soll dereinst zugänglich gemacht werden. Amstad: «Es hat bereits Führungen gegeben und solche soll es auch in Zukunft, durch den Tourismus Niederrickenbach, geben.»

«Vorgesehen ist, dass das Schindeldach 2019 fertig wird. Ich habe das Gefühl, dass wir etwas angestossen haben, das uns auch künftig fordern wird», meint er auf die Frage, wann die Renovationsarbeiten abgeschlossen sein werden. Auf 1600 Metern über Meer gebe es an einem Gebäude immer etwas zu tun und das spezielle Dach brauche jährlich Unterhalt. Aufgrund der damaligen Möglichkeiten beim Bauen sei das Dach relativ flach, führt Amstad aus.

Je flacher ein Schindeldach sei, umso kürzer sei die Lebensdauer. Als Faustregel gelte, ein Jahr pro Grad Neigung. «Das Dach unserer Hütte hat eine Neigung von 22 Grad.» Das bedeute, dass sie in 20 bis 25 Jahren das Dach wieder sanieren müssten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.