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BECKENRIED: Die Volksmusik ist sein Leben

Chaschbi Gander, ein Grosser in der traditionellen Volksmusikszene, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Sogar aus Kalifornien kommen Gratulanten.
Monika Van De Giessen
Chaschbi Gander, ein bekanntes Gesicht in der traditionellen Volksmusikszene, kann am 4. Januar 2018 seinen 90. Geburtstag feiern. (Bild: Monika van de Giessen (Beckenried, 2. Januar 2018))

Chaschbi Gander, ein bekanntes Gesicht in der traditionellen Volksmusikszene, kann am 4. Januar 2018 seinen 90. Geburtstag feiern. (Bild: Monika van de Giessen (Beckenried, 2. Januar 2018))

Monika van de Giessen

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Wer von Chaschbi Gander aus Beckenried spricht, sieht in ihm den «Muilorgiler der Nation». Er hat die Mundharmonika in der Volksmusik salonfähig gemacht. Auf diesem Instrument entwickelte er eine Fähigkeit, die seinesgleichen sucht. Zu bemerken ist, dass der beliebte und stets bescheiden gebliebene Volksmusikant keine einzige Musikstunde hatte und keine Musiknoten kennt. «Ausser meinem Hausschlüssel habe ich keinen anderen Schlüssel gekannt», sagt Chaschbi Gander in Anspielung auf den Musiknotenschlüssel. Seine Melodien sind lieblich, lüpfig, gehörfällig und hallen nach. Sie kommen von Herzen und gehen zu Herzen.

Chaschbi Gander hat rund 30 Titel komponiert, unter ­anderem den Hit «Gluck-Gluck-Schottisch» oder den Ländler «Beggrieder Älplerchilbi». Seine Werke werden regelmässig in volkstümlichen Radiosendungen gewünscht. Zudem ist er ein ausgezeichneter Jodler. Nationalen Bekanntheitsgrad erreichte er mit Berta Barmettler als Jod­lerduett Barmettler-Gander. Was wäre ein Wunschkonzert ohne die Lieder «Bättglöggli», «Mis Müeti» oder das Polkalied «s Guggerzytli» (Komponist Paul Weber). Chaschbi Gander hat letztgenanntes Lied mit seiner Duettpartnerin 1960 auf eine Schallplatte aufgenommen. Diese wurde innert kürzester Zeit 35000 Mal verkauft, was für die damalige Zeit einmalig war.

Trotz seines Erfolgs blieb Chaschbi Gander stets bescheiden und heimatverbunden. Und genau das ist es, was ihn so sympathisch macht: seine Liebe zu Traditionen, zu unverfälschter, guter Ländlermusik, zum Jodelgesang und zu seiner Familie. Der Vater von vier erwachsenen Kindern (Chaschbi junior, Herbert, Margrit, Sonja) mit neun Enkelkindern ist ein Familienmensch. Leider blieb der Jubilar nicht von Schicksalsschlägen verschont. Sohn Peter, geboren 1958, verstarb 1961, seine Frau Elisabeth im Jahr 2013.

Bei unserem Besuch in Beckenried dieser Tage flatterte an seinem Wohnhaus eine Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika. Eine US-Flagge am Fenster eines Traditionalisten? Das hat einen Grund: Sohn Herbert (56), er nennt sich heute ganz American-like Herbie, ist mit seiner Frau Cindy und den beiden Söhnen Mitchell und Bobby in Nidwalden zu Besuch. Die Familie Gander-Scheiber lebt in Sacramento ­(Kalifornien). Herbies Söhne sind hochmusikalisch und pflegen in den USA Ländlermusik im typischen Innerschweizer Stil, sehr zum Gefallen ihres Grossdädis.

Ein Tag voller Überraschungen

Der Jubilar weiss noch nicht, was am heutigen Jubiläumstag alles an Überraschungen auf ihn zukommen wird. Er nimmt es jedoch gelassen und sagt in unverfälschtem Nidwaldner Dialekt: «Vermuetli äs usinnigs Programm». Sicher ist, dass er zusammen mit seinen Kindern und Enkelkindern auf dem Muilorgili das eine oder andere Tänzli spielen wird. Es sei ein schönes Gefühl, den 90. Geburtstag mit der Familie und mit Freunden feiern zu dürfen.

«Man darf auf das Erreichte stolz sein, muss es aber nicht an die grosse Glocke hängen», betont Gander. Und genau in diesen Worten kommt die Bescheidenheit des sympathischen Nidwaldners zum Ausdruck. «Gesund bleiben – das ist das Schönste im Leben – und mehr Aufmerksamkeit für unsere traditionelle Musik» wünscht sich der rüstige ­Jubilar für die Zukunft.

Hinweis

Chaschbi Gander wird am Samstag, 27. Januar, in der Fernseh­sendung «Viva Volksmusik» (20 Uhr) mit seinen Kindern und seinem Schwager Dolfi Rogenmoser auftreten.

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