BECKENRIED: Fähre ist ab sofort wieder in Betrieb

Die Autofähre darf wieder verkehren, hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen.

Drucken
Teilen
Die Autofähre bei ihrer Überfahrt nach Gersau. (Bild: Archiv / Neue NZ)

Die Autofähre bei ihrer Überfahrt nach Gersau. (Bild: Archiv / Neue NZ)

Die Autofähre zwischen Beckenried und Gersau fährt seit gestern Mittag wieder. Das Bundesverwaltungsgericht hat dies mittels einer superproviso­rischen Verfügung entschieden. Besitzer Zarko Vujovic hatte den Betrieb einstellen müssen, nachdem die Bauunternehmung Porr Suisse, auf deren Grundstück der Landungssteg in Gersau liegt, beim Bundesamt für Verkehr (BAV) vorstellig geworden war. Die Firma macht geltend, die Fähre besitze keine Landerechte in Gersau. Daraufhin hatte das BAV die Konzession suspendiert. Bereits zuvor hatte die Porr Suisse die Landerechte verwehrt. Gegen eine entsprechende superprovisorische Verfügung des Einzelrichters Gersau hatte sich Zarko Vujovic mit seinem Anwalt Felix Barmettler erfolgreich beim Bezirksgericht Gersau gewehrt. Vujovic konnte erst später in die Saison starten.

Einen Monat nicht gefahren

«Gesamthaft habe ich rund einen Monat nicht fahren können», sagt Zarko Vujovic auf Anfrage. Das habe erhebliche finanzielle Ausfälle zur Folge gehabt. «Auch war es nicht gerade eine gute Reklame, wenn ich den Kunden erklären musste, dass ich nicht fahren darf.» Die Leute hätten aber verständnisvoll reagiert, fügt er an. «Jetzt bin ich sehr froh, dass ich die Fähre wieder betreiben kann, und hoffe, dass dies auch so bleibt.» Ausgestanden ist die Sache jedoch noch nicht. Nun beginnt der Schriftenwechsel der Parteien vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Gemäss Anwalt Felix Barmettler hat das Bundesverwaltungsgericht seinen Entscheid dahingehend begründet, dass die Einstellung des Fährbetriebs unverhältnismässig sei und keine überwiegenden Interessen für diesen Schritt bestünden. Insbesondere seien keine Sicherheitsinteressen tangiert. Durch die Betriebseinstellung erleide der Fährbetrieb «hohe finanzielle Einbussen, was zu einem nicht wieder gutzumachenden Nachteil führt». Von Seiten der Porr Suisse war mit Verweis auf das Verfahren seitens des BAV keine Stellungnahme zu erhalten.

Geri Wyss