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Beckenrieder gedenken ihrer unsterblichen Künstler

Walter Käslin und Urs Zumbühl schrieben im 20. Jahrhundert Beckenrieder Kulturgeschichte. Pia Murer hatte dank Walter Käslin gar einen prominenten Auftritt. Nun widmet sich die Gemeinde den beiden vor Jahren verstorbenen Künstlern.
Matthias Piazza
Pia Murer auf dem ehemaligen Landsgemeindering, wo sie 1973 eine Rede hielt. (Bild: Corinne Glanzmann Oberdorf, 16. Oktober 2019)

Pia Murer auf dem ehemaligen Landsgemeindering, wo sie 1973 eine Rede hielt. (Bild: Corinne Glanzmann Oberdorf, 16. Oktober 2019)

Am 8. Dezember wäre Walter Käslin 100-jährig, er verstarb 1998. Vor 40 Jahren veröffentlichte Urs Zumbühl, der seinen Lebensunterhalt als Briefträger verdiente, die erste Langspielplatte mit Liedern. 2002 erlag er im Alter von 56 Jahren einem Krebsleiden. Doch ihr Schaffen machte die beiden Beckenrieder unsterblich. Ihre Lieder, Gedichte, Geschichten, Fest- und Theaterspiele sind Kulturgut. «Das Beggerieder Liedli von Walter Käslin zum Beispiel kann noch heute jedes Schulkind singen», weiss der Beckenrieder Schulleiter Micha Heimler. «Sie prägten Beckenried wie niemand sonst im vergangenen Jahrhundert», ist er überzeugt.

Am «Älplermagronenfäscht» widmet sich die Gemeinde nun einen Abend lang ihren zwei verstorbenen Künstlern, die sich ideal ergänzten. So stammten die Texte von Urs Zumbühls Liedern oft aus der Feder von Walter Käslin. Das gemeinsame Vermächtnis umfasst mehr als 70 Lieder. Der Name des Abends im Alten Schützenhaus ist sozusagen Programm. War doch das Älplermagronenlied das erste Lied aus der Feder von Urs Zumbühl. In Erinnerung bleiben dürften vielen älteren Beckenriedern die «Dorfchlag» an der Älplerchilbi, die Walter Käslin während vieler Jahre verfasste und zusammen mit Urs Zumbühl vortrug.

Landsgemeinderede wird vorgetragen

Walter Käslin, der auch als Lehrer, Gemeinderat und Kirchenrat seine Spuren hinterliess, schrieb gar Landsgemeindegeschichte. So verfasste er die Rede, welche Pia Murer 1973 an der ersten Nidwaldner Landsgemeinde nach Einführung des Frauenstimmrechts vortrug.

Hier können Sie die Rede von Pia Murer nachhören, die sie an der Landsgemeinde 1973 vortrug.

«Ich fühlte mich geehrt, dass er mich für diese Aufgabe anfragte, wohl, weil ihm mein Dialekt gefiel», erinnert sich die heute 62-jährige gebürtige Beckenriederin an diesen besonderen Tag zurück. Es war das erste Mal, dass im Nidwaldner Landsgemeindering eine Frau sprach. Weil sie noch nicht volljährig war, musste der Regierungsrat eine Sonderbewilligung erteilen. Besonders geschmunzelt habe sie über die Passage, in der Walter Käslin den Obwaldnern einen Seitenhieb verpasste, weil diese das kantonale Frauenstimmrecht erst im September 1972 einführten, also fünf Monate später als die Nidwaldner.

Am «Älplermagronenfäscht» wird Pia Murer dieselbe Rede vortragen – zum ersten Mal nach 46 Jahren. «Ich freue mich sehr darauf, wusste gar nicht, dass die Rede noch existiert.»

Starker Bezug zu Beckenried

«Walter Käslin und Urs Zumbühl stellten in ihren Werken immer Beckenried und ihre Bewohner ins Zentrum», streicht Schulleiter Micha Heimler die Besonderheit der beiden Künstler hervor. «So griffen sie auch den Bau der Autobahn und des Seelisbergtunnels auf. Dieser starke Bezug zu ihrer Heimat trug wohl massgeblich zu ihrer grossen Popularität bei, die auch Generationen überdauert hat.»

Damit dieses Kulturgut erhalten bleibt, ist das erste Semester des laufenden Schuljahres den beiden wohl berühmtesten Beckenriedern gewidmet. Unter dem Motto «zäme läbä, zäme lernä» nähern sich die Schüler im Unterricht Walter Käslin und Urs Zumbühl und ihrem Vermächtnis an. «So erfahren die Kinder auch, wer hinter den vielen Liedern steckt, die sie vielleicht wie selbstverständlich summen.»

«Älplermagronenfäscht»: Mittwoch, 23. Oktober, Altes Schützenhaus. Anmeldung bis 17. Oktober 2019: www.schule-beckenried.ch oder Telefon 041 624 50 70.

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