BECKENRIED: Heikle Bergung mit Roboter und Joystick

Zwei Jahre lang lag vor Beckenried ein Rennboot auf Seegrund. Mit modernster Technik ist dieses nun geborgen worden.

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Das geborgene Boot wird an Land gehievt. (Bild pd)

Das geborgene Boot wird an Land gehievt. (Bild pd)

Mehr als 2 Jahre lang lag die Riva Super Aquarama mit Jahrgang 1967 im tiefen Untergrund des Vierwaldstättersees. «Ein Rolls-Royce unter den Booten», wie Alain Blumer von der Seecam GmbH in Gersau beifügt. Von besonderer Faszination ist die schnittige Riva aber auch, weil einst die schöne Brigitte Bardot mit diesem Bootstyp über die Filmleinwand flitzte. Hernach ist die Riva erst recht zu einem Kultobjekt geworden, und zahlreiche gut Betuchte konnten nicht widerstehen, sich dieses Mahagoni-Rennboot anzuschaffen. «Rund 300'000 Franken hat die legendäre Riva einst gekostet», schätzt Blumer. Am Freitag nun ist genau ein Boot dieses Typs einen Kilometer vor Beckenried aus 208 Metern Tiefe hochgezogen worden.

Knifflige Suche auf Seegrund
Der Bergung ging eine langwierige Vorbereitung voraus. Wenn immer die Auslastung seiner auf Unterseebau spezialisierten Firma Seecam es zuliess, suchte er im Herbst 2007 den Seeboden nach der versunkenen Riva ab. «Zuerst ortete ich mit einem Side-Scan-Sonar das Boot», schildert der aus Alpnach stammende Firmeninhaber. Vergleichbar mit einem Echolot kann dieses Gerät in trübem Wasser, wo optische Kameras an Grenzen stossen, mit Ultraschall grossflächig den Boden abbilden. Nachdem er das Boot aufgespürt hatte, markierte er den Fundort an der Seeoberfläche mit einer Boje.

Seit Juni dieses Jahres hatte Blumer die Stelle mehrmals besucht. Immer wieder allerdings vergeblich: «Gewitter und unruhiges Wasser trübten den Boden. Dann dauerte es jeweils zwei Wochen, bis Schlamm und Sedimente sich wieder setzten und die Sicht auf den Boden freigaben.» Diese Bedingungen jedoch war erforderlich, dass der Unterwasser-Roboter Bobine mit einem schwenkbaren, für solche Zwecke umgebauten Ultraschallgerät das Boot auf dem Seegrund exakt lokalisieren konnte. Mit einem Joystick steuerte Blumer den Roboter zum Fundort hin. Als Orientierung diente ihm ein Radarbildschirm, der den Seegrund in Violett darstellte, und alles, was sich über einen Meter vom Grund abhob, in Gelb anzeigte.

Ebenfalls als knifflig erwies sich die exakte Landung des mit einem Propeller betriebenen und mit Kufen versehenen Roboters. Um die Riva herum lagen Fässer und ein Waschbecken, die ein zentimetergenaues Navigieren von Bobine erschwerten. Doch schliesslich konnte er den Haken eines 250 Meter langen Plasmaseils am Bugring des Bootes einklinken, mit dem dann das Boot heraufgezogen wurde. Dieses spezielle Seil, das unter Wasser schwerelos ist, hatte der Roboter huckepack auf einer Rolle mit sich geführt.

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.