BECKENRIED: Hobbyköche schwingen die Kelle

Sie nennen sich «Freunde der fuhrigen und maschtigen Küche». Früher war der Name mehr Programm als heute.

Martin Uebelhart
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Bei der Arbeit in der Schützenhaus-Küche: Bruno Murer, Weysi Imholz und Hansjörg Murer (von links). (Bild: PD)

Bei der Arbeit in der Schützenhaus-Küche: Bruno Murer, Weysi Imholz und Hansjörg Murer (von links). (Bild: PD)

Der Beckenrieder Männerkochklub ist 1986 entstanden. Weysi Imholz und Bruno Murer sind seit Anfang an bei den «Freunden der fuhrigen und maschtigen Küche» dabei und sozusagen der Kern des harten Kerns. «Es war eine Stammtischidee», erinnert sich Weysi Imholz. Der betreffende Stammtisch stand im Restaurant Adler in Beckenried. «Damals war Walter Mumenthaler Wirt dort», sagt Bruno Murer. «Er war unser erster Kochlehrer, hat uns die ersten Menüs aufgeschrieben und die eine oder andere Raffinesse gezeigt. Denn wir waren mit wenigen Ausnahmen komplette Kochlaien», so Imholz. Er ist als gelernter Koch eine der Ausnahmen. Heute arbeitet er als Verkaufsleiter in der Lebensmittelbranche. Einige hätten zu Beginn nicht gewusst, wie man ein Rüebli in die Hand nehme.

Klub-Saison ist im Herbst

«Saison» hat der derzeit zehnköpfige Klub vor allem im Herbst. «Nach der Älplerchilbi treffen wir uns im Wochenrhythmus an fünf Abenden und kochen zusammen», sagt Weysi Imholz. Dazu treffen sie sich in der Küche des Alten Schützenhauses. «Wir teilen uns auf: Zwei machen die Vorspeise, zwei den Hauptgang, jemand ist für die Suppe zuständig wieder jemand anders für das Dessert», erklärt Bruno Murer den Ablauf. «Inzwischen ist das Team sehr eingespielt», hält Weysi Imholz fest. «Es gibt für alles Spezialisten.» Er oder Bruno Murer bereitet jeweils einen Abend vor und macht auch die Einkaufsliste. «Ich schaue meist, was gerade im Angebot ist», sagt Murer, «und lasse mich davon inspirieren.» Weysi Imholz auf der anderen Seite setzt eher auf das, worauf er gerade Lust hat. «Ich schaue auf saisonale Produkte und hole mir auch Ideen aus meinen vielen Kochbüchern oder aus dem Internet.» Und einmal stehe sicher Wild auf dem Menü, denn zwei aus der Truppe seien Jäger.

Und was hat es denn nun mit dem Namen «Freunde der fuhrigen und maschtigen Küche» auf sich? «Das war früher so», sagt Imholz. «Wir kochten ganz verrückte Menüs, und nach dem Essen sind wir kugelrund nach Hause gegangen», meint er lachend. Bruno Murer erzählt von einem Fünfgänger, der vom ersten bis zum letzten Gang mit Käse zu tun hatte. «Und Schlachtplatten gab es auch immer mal wieder», erinnert sich Weysi Imholz. «Auch Metzgeten haben wir gemacht. Als ich einmal in die Küche gekommen bin, lag da ein Saukopf auf dem Tisch.» Überhaupt seien oft grosse Fleischstücke auf dem Programm gestanden, weiss Bruno Murer.

Dreigänger statt Fünfgänger

Inzwischen seien sie etwas moderater geworden, sagen die beiden. An die Stelle der Fünfgänger seien Dreigänger gekommen. Auch sei zwischendurch die asiatische oder die mediterrane Küche zum Zug gekommen. «Mit dem zunehmenden Alter schaut man auch etwas auf die Linie», räumt Weysi Imholz ein. Apropos Alter: Die Mitglieder sind zwischen Mitte vierzig und Mitte sechzig und üben die verschiedensten Berufe aus. «Es gab immer wieder Wechsel», sagt Architekt Bruno Murer, «doch einige Gründungsmitglieder sind immer noch dabei.»

Mit den fünf Kochabenden ist es noch nicht getan. «Wir werden recht oft angefragt, an Anlässen zu kochen», erzählt Weysi Imholz. «Im Prinzip könnten wir jedes Wochenende gehen.» Der grösste Anlass, den sie bisher bekocht haben, war das 120-Jahr-Jubiläum mit Fahnenweihe der Feldmusik im Jahr 2009. «Das waren 450 Personen damals», weiss Bruno Murer. Sie kochten aber auch schon für Delegiertenversammlungen, Jugend + Sport, die Älplerbruderschaft oder die Feuerwehr. «250 Personen sind das dann noch schnell einmal pro Anlass», so Murer. «Ich staune immer wieder, wie wir mit eigentlich Ungelernten so grosse Veranstaltungen bewältigen können», sagt Weysi Imholz. «Jeder weiss, was er zu tun hat, alles läuft ruhig ab, und es gibt keine grosse Hektik.» Den nächsten Einsatz haben sie am 1. August. Die Hobbyköche bereiten Fisch für die Beggo-Zunft zu.

Geselligkeit ist wichtig

Das Gesellige kommt natürlich nicht zu kurz im Männerkochklub. «Das ist uns wichtig», sagt Bruno Murer. Zusammenhalt bringe auch ein Ausflug, den sie alle paar Jahre machten. Dann dürfen auch ihre Frauen mitkommen. Und einmal im Jahr vor Weihnachten laden sie die Frauen an einen ihrer Abende zum Essen ein.

Gelingt immer alles beim Kochen? Die beiden schmunzeln, und Weysi Imholz erzählt die Anekdote der Whisky-Creme, die einmal als Dessert angedacht war. Zwei aus dem Klub hätten sich dieser dann angenommen. «Später am Tisch haben alle ein wenig von der Creme genippt.» Zuerst hätte betretenes Schweigen geherrscht. «Bis schliesslich einer den Löffel hingeworfen und gesagt hat: ‹Das kann man wirklich nicht essen!› Und ausgesehen hat es wie Fischkleister.»

In unserer Sommerserie «Meine Küche» stellen wir in loser Folge Menschen vor, die im privaten Bereich kulinarisch auf sich aufmerksam machen. Alle Folgen finden Sie unter www.nidwaldnerzeitung.ch/serien